das „Scholzsche Polster“

50 Milliarden €uronen Steuerüberschuß –

das „Scholzsche Polster“

Man sieht ‘ne Riesenschere klaffen,
sieht Geldverteil‘n mit ungleich Waffen –
wer viel schon hat bekommt was drauf,
so ist nun mal des Lebens Lauf.

Der eine sammelt Flaschenpfand,
der and‘re schlemmt sich durch das Land –
die einen fahr‘n in Protzkarossen,
die and‘ren laufen sich blut‘ge Flossen.

Wer viel hat dem ist nicht geheuer
beim Denken an Vermögenssteuer.
Wer nichts hat dem ist es egal,
denn er hat eh ja keine Wahl.

Da wird ohn‘ Zögern von ganz oben
in falsche Hintern Geld verschoben,
weil die Cliquen die entscheiden
ja nie unter Verlustängst‘ leiden.

Sie tummeln sich in Einkommenshöhen
die verschonet sind von Beitragsflöhen.
Sie brauchen nicht ihr Alter sichern,
sind teuflisch ‘drob auch oft am kichern.

Ihr Lachmuskel kriegt Muskelkater,
da braucht es dann Extern-Berater –
vergrößert damit Zahl der Köpfe,
die gefüttert werden aus Staates Töpfe.

Die Masse Volk sollte mal denken
und sich selbst die Gelder schenken –
schnell wär die Not dann fortgejagt
die
heut‘ die Mensch‘ im Lande plagt.

©ee

ewaldeden2020-02-27

Regentropfen …

Regentropfen …

In unserer Nachbargemeinde steht am Ems-Jade Kanal ein wunderbares Bauwerk aus Fräulein Marias Zeiten – Altmarienhausen. Eigentlich sind es nur die Reste von dem alten Vorwerk, die da so schön im Land stehen.

Das Bauernhaus, das auf der Warft dem Turmbau gleich gegenüber liegt, das ist in späteren Jahren errichtet worden. Als Domänengut war es durch die Zeiten an Landwirte verpachtet.

In langen und schweren Jahren waren diese Güter stolze Bauernhöfe.

Aber wie es dem Land und den Bauern so ergangen ist, in der leichtflüchtigen Neuzeit – das Auskommen mit dem Einkommen wurde immer schwieriger. Wer sich von den Landbewirtschaftern nicht von der und für die Masse verbiegen ließ, der konnte bld auf seiner Landstelle verhungern.

So wurde schließlich auch diese Domäne aus Staates Besitz ausgemustert und an einen neuen Eigentümer verkauft.

Dadurch erhielt man in Oldenburg bzw. in Hannover ja wieder Geld für die eine oder andere neue Staatskarosse.

Irgendwelche Amtspersonen haben es ja gewiß nötiger, mit einem blitzenden Stern auf vier Rädern durch die Gegend kutschiert zu werden, als so ein paar hungrige Landleute ein Leben ohne Not.

Gleich auch wie – die Domäne hatte einen neuen Eigentümer und war ja nun auch keine Domäne mehr.

Von der alten Pächterfamilie stand nur noch eine Tochter im Leben. Sie hatte dort immer noch ihr Zuhause. Die Hofstelle bot ein Bild, des einfachen Friedens. Das Fleckchen Erde war für viele Besucher ein Ort zum verpusten von der Hast des Alltags – ein Paradies in einer ansonsten wüsten Welt. Mit einer kleinen, aber feinen Teestube neben dem Turm, und draußen mit vielem bunten Federvieh in allen Größen und Farben. Zur Freude für die Menschen, die die Hofstelle besuchten.

Der neue Eigentümer hatte aber nun eine Menge Freunde, die allesamt scharf auf diesen blanken Stein waren.

So stellte man höheren Ortes flugs ein Brett auf, um dass die Begehrenden sich versammelten und teilte das Ensemble auf dem Papier auf.

Der eine Part reklamierte die große Scheuer für seine Belange um darin irgendwelche Belanglosigkeiten aufzustellen – im Aufstall fand eine historische Schmiede aus einem anderen Ortsteil der Gemeinde ihren Platz und die Nutzung der kleinen Teestube blieb bei der Alt-Pächterstochter.

Vermutlich saßen im Kontor des neuen Eigentümers aber Leute, denen allesamt das Mittelschott in der Nase fehlte.

Wie anders soll man es sich erklären, dass in der großen Scheune unter der maroden Bedachung über der Ausstellung ein teures Zeltdach zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung eingezogen wurde. Jetzt bröckelt und rieselt es vom rötterigen Scheunendach ständig und unablässig auf das Zeltdach hernieder.

Jeder Mensch mit ein wenig Platz fürs Denken im Kopfe hätte doch gewiß für die nicht wenigen Taler, die das Zeltdach gekostet hat, das Scheunendach in Ordnung bringen lassen. Wie ich schon sagte, das fehlende Mittelschott in der Nase.

So, oder fast so sieht es beim Teestubendach auch aus. Kürzlich saß ein Kreis von weiblichen Mitgliedern des Landvolkvereins um die große weiß gedeckte Tafel versammelt, um bei Kaffe und Kuchen einige wichtige Dinge zu bereden. Daran kann nun jeder sehen, dass die Pächterstochter eine weltläufige Wirtin ist – in der Teestube wird nämlich auch Kaffee ausgeschenkt.

Minna Südhoff, die Vereinsvorsitzende, malte gerade mit farbigen Wörtern bunte Bilder von Regen auf verdorrtem Land – ihre letzte Reise hatte sie in den Sudan geführt – als es draußen mit einem gewaltigen anfing zu regnen. Als wenn es aus Eimern geschüttet wurde, so fiel das Wasser aus den Wolken. Man stelle sich den weißen Kaffeetisch vor, mit dem braunschwarzen Kaffee in dem teuren Porzellan – und von der Decke tropft das Wasser in die Tassen.

Niemand wusste angesichts eines solchen Malheurs so recht etwas zu sagen – nur Minna Südhoff, die hatte mal wieder alles fest im Griff. Sieh an, kam von ihr, nun könnt ihr die Ungerechtigkeit in der Welt sehen. Im Sudan vertrocknet die Natur, und hier pinkelt uns der Herrgott in unseren Kaffee.

©ee

ewaldeden©2013-01-13

Bild von Tom Chen auf Pixabay

selbstverständlich in Platt auch hier :

https://christinvonmargenburg.blog/schrievhuus/schrievhuus-poesie-erzaehlungen-liedtexte2/

Farbig angemalt.

Farbig angemalt.

Wenn der Tag neu grau umfangen
neblig feucht aus Wäldern steigt
und die Sonne blass verhangen
gähnend noch am Himmel weilt
wenn der Glockenturm nicht sichtbar
dröhnend guten Morgen schreit

dann erwachen Mensch und Tier.

Lös ich mir die Worte dichtbar
nütze die Gelegenheit
um mit Freude zu gestalten
Stund um Stunde zu verwalten
buntes in den Tag zu bringen
fangen Vögel an zu singen

farbig wird der Tag dann mir.

© Chr.v.M.

Bild von Ulrike Mai auf Pixabay

Gegen das Vergessen.

powerless

wir hatten worte gesammelt
um das enttäuschen zu verstecken
sagst du

nun sitzen wir
in den schatten der buchstaben
um das wort HILFLOS zu ersetzen

hörst DU, fragst du
im klang der winde
wie sie fielen

die buchstaben
mit der entäuschung,
über all das unbegreifliche.

© Chr.v.M.