Veröffentlicht in Ewald Eden

Erinnerung

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Erinnerung

Ich hab’ im Gedächtnis
eine blecherne Dose
sie stand stets zu Hause
im Küchenschrank

den Deckel zierte
eine dickgelbe Rose
die Ränder
sie waren vom angreifen blank

in die Dose tat Mutter
manch’ kupfernen Nickel
mühsam
vom schmalen Haushaltsgeld abgespart

einmal im Jahr
nahm sie die Dose beim Wickel
und ich durfte zum Rummel
zur Schiffschaukelfahrt

sogar für ’nen Lutscher –
eine Zuckerstange
in ganz bunten Farben –
reichte das Geld

aus der Pfennigschatulle

zuletzt war ich noch
ein glücklicher Kutscher
der zu Orgelmusik
und Marktschreiers Gebrulle

über die Rücken
der bunten Holzpferde kroch

© ee 2005

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Bild von Yorkarain auf Pixabay

Veröffentlicht in Christin v. M.

es war einmal…

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Ein Jahr danach…

ein jahr danach
es ist nicht mehr
die tür bleibt zu
regale leer

kein ding – dong klingt
kein lachen schwingt
fenster vernagelt
alles dicht

und wehe dem
es fehlt mal was
dann darf ich laufen laufen laufen
um mir `ne kleinigkeit zu kaufen

zur nächsten stadt
zum supermarkt
das freundlich sein
das ist dort karg

hat lachen sinn
nur mit gewinn-

in meinem dorf
ist lachen fort.

© Chr.v.M.

Veröffentlicht in Christin v. M.

der Tante Emma Laden.

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der Tante Emma Laden.

im kleinen tante emma laden
hier um die ecke kann man haben
freundliche worte und ein lächeln
beim einpacken mit tüten fächeln.

frische waren, obst, gemüse,
den besten senf für die kombüse
und essiggurken aus der region
mein lachen ist für sie ihr lohn.

ein türding – dong erklingt als lied
die ortsnachrichten knapp

abschied.

ein wiederkommen  garantiert
bald ist mein vorrat minimiert…

© Chr.v.M.

Veröffentlicht in Ewald Eden

Schlaflos …

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Schlaflos …

Neunzehntausendneunhundert Sterne
soweit hab’ ich gezählt heute Nacht
manche war’n nah – viele ganz ferne
so hab’ ich die schlaflosen Stunden verbracht

die schlaflosen Stunden ohn’ deine Nähe
die schlaflosen Stunden alleine hier

ich werde erst glücklich
wenn ich dich sehe
ich werde erst schlafen
wenn ich bei dir

werd’ erst wieder Mensch
wenn ich dich fühlen kann
und mit dir kuscheln
als dein liebender Mann

werd’ erst wieder spüren
daß ich noch lebe
wenn ich deinen Körper berühre
und wenn ich sacht

dir zärtliche Küsse gebe.

©ee

Foto dank Pixabay

Veröffentlicht in Ewald Eden, Gedanken zum Thema Gesellschaft

Warum…

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Warum.

Warum kämpfst du
so viele Kämpfe mit dir
warum achtest du so
auf das flüstern der Andern

betracht’ es als das was es ist
nämlich wirr
und laß es ganz schlicht
in das Nirgendwo wandern

es sind oft nur Bilder
verzweifelter Sehnsucht
die immer vergeblich
und nie sich erfüllt

sie wird ganz gewiß nicht
durch falsches malen gestillt
laß dich durch nichts
aus der Richtung lenken

gleich was man sich
für dich fälschlich ersehnt
und hab keine Furcht
auch mal Freunde zu kränken

zu schnell ist sonst
dein eigenes Ich überdehnt.

©ee