Nachtleben

Bild von Bernd Hildebrandt auf Pixabay

Seemanns Landgang

I m Taumel der Liebe
trunken vor Lust
ob es so bliebe
hätt’ er’s nur gewußt

In nachtheißen Stunden
sich schlingende Leiber
hat man sich gefunden
der Trieb und der Treiber

Schweißnasser Körper Dämpfe
in brennendkaltem Neonlicht
es finden statt die Kämpfe
die er zu Hause hält für Pflicht

Nach schaurig süßen Stunden
in bunter Sinnennacht
hat oft schon er empfunden
dass hinter ihm man lacht

Er läuft mit hohlen Beinen
im Kopfe nur noch Stroh
er möchte von sich meinen
er würde nie mehr froh
.

©ee

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druckschwarz auf blütenweiß.

druckschwarz auf blütenweiß.

g eschriebene worte
geträumte illusionen,
schwarzgekippte buchstaben
auf blütenweißem papier.

wechselworte
neu aufgestellt
oder spielerisch in
gekippten phrasen.

zum wiederaufblühen,
standhaft
schwarz auf weiss
in gebündelte satzwellen.

überrollen verletzen beschämen
regen zum nachdenken an
klug überlegt auch
die worte.

geflüstert, gesprochen, gebrüllt,
langsam ruhig schnell,
wechselspiele
in hell und dunkel.

zeitnah vergangen, dann wiederbelebt
unendlich sanft
hässlich, abstrakt,
modern auch gräßlich.

manchesmal unvergeßlich
worte unvermesslich
und gefühlte worte
samtig in rosa.

aufgewühlte worte
begriffene worte
zum durchsehen klar
aufwachende worte.

verstehende begreifsätze
und dann aufstehen
und nach deinen und meinen worten
vorsichtig neue taten folgen lassen :

druckschwarz auf blütenweiß.

© Chr.v.M.

Gedankenflüge.

s o hastig
wie die sekunden
so lautlos wie vieles

ein gedankenflug

flatterhaft, vergessend, schnell,
eingekreist, nur ungeschrieben,
all die bunten ideenschmetterlinge

traumverbogen ins nichts...

© Chr.v.M.

Der Höllenritt . . .

Bild von Lothar Dieterich auf Pixabay

Der Höllenritt . . .

D er Sturm heult mit Windstärke zehn
er peitscht die tobenden Wellen
die Hand nicht vor Augen zu sehn
Gott Neptun tobt mit seinen Gesellen

Sie reiten auf schäumenden Wogen
stürzen aufs Schiff sich herab
wer Angst fühlt – der hat nicht gelogen
man schaut in ein offenes Grab

Die Brecher reißen die Decksfracht fort
die Wanten und Leinen sie brechen
Jan Maat verflucht diesen höllischen Ort
schwört – nie mehr in See zu stechen

’ne Meile voraus – in schillernder Pracht
das Riff in der Brandung kauert
ein Ungeheuer in dunkler Nacht
dort im verborgenen lauert

Drei Mann ans Ruder – hart Steuerbord
fünf Strich nach Südwesten
der Käpt’n – er brüllt manch’ sündiges Wort
seine Männer – die sind trotzdem die Besten

Der Trawler beugt sich – er ächzt in den Spanten
die letzte Ratte verläßt schon das Schiff
mit einer handbreit Platz an den Kanten
passiert er das tödliche Riff

Keiner der zwölf harten Mannen
der nicht ein “ Vater Unser“ denkt
als man aus zwei der letzten Kannen
die geschund’nen Körper tränkt

Ein Augenschlag mit müden Lidern
länger dauert nicht die Zeit
liegt die See mit allen Gliedern
blank und glatt – unendlich weit

©ee

Bild von Walter Bichler auf Pixabay

Friesische Sommernacht

Bild von jwvein auf Pixabay

Friesische Sommernacht.

Der Mond versilbert den nächtlichen Himmel,
ein Uhu streicht in lautlosem Flug.
Von See herüber klingt leises Gebimmel
über den Bäumen die Gänse in schnatterndem Zug.

Am Ufer des Weihers die ruhende Mühle
reckt schweigend die Flügel in samtweiche Luft –
vom Grunde des Baches steigt fächelnde Kühle,
geheimnisvoll krächzend ein Nachtvogel ruft.

Die Stimmung ist leicht wie eine fröhliche Seele,
ein Ahnen von endlos trägt sie vor sich her –
befreit für Stunden von des Tages Krakeele,
und legt schweigend sich über Marschen und Meer.

©ee

Urlaubsfreuden

Urlaubsfreuden

Windmühlenräder
schaufeln Sonnenstrahlen
sonnengereifte Süße
kunterbunt entspannte Träume

Sonnenkinder
Sommersprossen übersäät
pflücken Mohnblumen.
Rotes
am leuchten.

Das strahlend Blau der Kornblumen
wiegt sich im Wolkenhimmel
über Sanddünen steigt
lachend die Ferienfreude auf

in dem ein Drache
mit der Aufschrift

Urlaub schwebt.

© Chr.v.M.

Bild von pikabum auf Pixabay

am Morgen.

am Morgen.

D er Himmel zeigt die erste Röte,
verschämt noch und erst zögerlich –
ein Vogel zwitschert gleich ’ner Flöte,
es klingt verhalten heimatlich.

Tautropfen blinken tausendfach,
sind wie das Heer der Sterne –
wohl in dem grünen Blätterdach,
in armesweiter Ferne.

Der Nebel steigt in breiten Bahnen,
aus tiefen Schluchten licht empor –
das sind des Nachtgeist’s Heeresfahnen,
sie streben zu des Himmels Tor.

Sie ziehen auf zur letzten Schlacht,
bis sie ermattet fliehen –
und weichen dann der Sonne Macht,
die sie friedlich läßt

des Weges ziehen…

© ee