das sehnen nach dir…

das sehnen nach dir…

ich sitze auf dem tag
der himmel über mir
ist ausgefranst

blasse sonne
milchiges wolkenschweben
vereinzelte sonnenstrahlen glänzen

zwischen meinen fingern
quetscht sich die luft
unhaltbar

hochtönt der wind
lässt sehnsucht zitternd
durch mein haar fallen

verfängt sich hinter dem ohr
dem rechten
ein leise flüstern

wie ein gruß von dir.

© Chr.v.M.

die Zeit ist weg.

De Tied is wäch – see kummt nich wäär,
de Tied van Akker- un van Woagenpeer.

Mit Iisentrappeln up de Stroaten –
mit Foormannsschlukk in Utspannkoaten,
de Tied mit Een- un Mehrgespann
is laang vergoahn – ohmanoman.

Nu sünd dat allens Klöäterbüssen,
mit Krach un Kroak un Lungenteer –
de Naturinföögen loaten missen,
wenn see as Mallen goahn tokeer.

Sie „äppeln“ nicht mehr Strohgehäcksel,
als Schreberfreundes höchstes Glück –
sie machen höchstens Ölgeklecksel
und schaden Erd’ an einem Stück.

Wie ’miss ich diese Lies’ und Lottes,
ihr Wiehern wenn der Tag begann –
zum Trost wünsch’ ich mir jetzt was Flottes –
’nen Cabrio von Karesmann.


©ee

Der Morgen

Photo by Felix Mittermeier on Pexels.com

Der Morgen reibt sich den Schlaf aus den Augen,
die Müdigkeit flattert geschwinde davon –
er beginnt an des Himmelslicht Strahlen zu saugen,
und eilends steigt aus dem Meere die Sonn’.

Wie flüssiges Gold leuchten die Fluten,
Vögel streichen geschwind drüberhin –
blaue Weite verschluckt lichtes Gluten,
es öffnet sich uns ein erkennender Sinn.

©ee

Im Alter.

Im Alter.

Wenn du mit schweren
langsamen schritte zu mir kommst
dein rücken tief gebeugt
und angelehnt dann an den meinen

wenn deine faltigweichen hände
meine eingegefallenen wangen streicheln
deine junggebliebenen graublauen augen
lächelnd auf mir ruhen

wenn dein kopf
in meinem schoß

liegt
ich über dich geneigt –

die silberlocken deine
geheimratsecken verdecken

du mir geschichten erzählst
leise von früheren zeiten

wenn erinnerungen in uns klingen
deine seele die meine küßt
unsere tiefe liebe mein DU
leuchtet uns dann am himmel

zwischen den sternen.

© Chr.v.M.

Eine gute Nacht …

Eine gute Nacht …

Die Stunden waren richtig toll
an Schlaf war überhaupt nicht zu denken
eine einzige Fliege – verflucht
tat Vergnügen mir schenken.

So oft ich auch ‚klatschte’ –
es ging ständig daneben –
einzig ich ratschte
mir blaue Flecken aufs Leben.

Doch dann gegen fünf in der Frühe,
die Sonne zeigte schon ihr Sonntagsgesicht,
bekam sie den Lohn für die Mühe
und lacht mir zum letzten mal frech ins Gesicht.

Ein kräftiger Schlag mit der druckfrischen Zeitung –
mit dem Titel habe ich sie erschlagen,
und konnte sie in schöner Begleitung
der zerdepperten Tasse

zum Mülleimer tragen.

©ee

Kapriziöse WORTFARBEN

Kapriziöse WORTFARBEN

buntes wirbelndes Farbströmen
kippender Buchstaben
in grüngelb rot
blau und schwarzweiß

lebhafte Wortspielereien
in klingenden – schwingenden Satzwelten
Licht und Schattenspiele
in Gedichten zwischen Geschichten.

Tänzelnde lila – Erinnerungen
Sehnsüchte, Träume in hellblau
und dazwischen Wir in Liebe
leuchtend wie goldene Sterne

mein DU dein ich.

© Chr.v.M.

Der Tagbeginn.

Der Tagbeginn

Ein Pfeifen bricht des Morgens Ruhe –
es dringt in aller Köpfe ein,
es kommt nicht aus der Schätze Truhe –
ein Kessel wird der Ursprung sein.

Auf des Herdes blanker Platte
steht ein kupfern’ Urgetüm –
es macht nicht neumod’sch Café latté
und auch nicht weißlich Aufgeschüm.

Es liefert nach Altväters Sitte –
und das nun seit Jahrhundert’ schon –
das heiße Naß für Teeblatts Mitte,
als Wohlschmeck und der Mühe Lohn.

Wenn dann im Heiß der Kluntje kniddelt,
das Crem des Room das Braun bedeckt,
der Duft Genießers Nase kiddelt –
bevor er ersten Klukk geschmeckt.

Wenn so ein jeder Tag beginnt,
dann läuft er leicht auf flotten Sohlen –
wenn lecker Tee durch Kehle rinnt,
dann bleibt die Trübsal ihm gestohlen.

© ee