Vorbei ist die Jugendzeit . . .

Vorbei ist die Jugendzeit . . .

Gefühle rinnen durch die Zeit
wie Saft durch Baumes Rinde –
das Leben streckt die Flügel weit,
getragen wohl vom Winde.

Zweig und Blatt am Lebensbaum –
genährt von starken Wurzeln –
recken sich in Zeit und Raum,
lassen die Jahre purzeln.

Junges Blut und junges Holz
mit Haut wie Alabaster –
ist man auf sich mächtig Stolz,
blickt scheel auf alten Knaster.

Nach hin und her der Lebensjahre
wirst morgens du erwachen –
denkst bestürzt – oh Gott bewahre,
was willst du mit mir machen.

Langsam fängt’s dir an zu dämmern,
du bleibst auch nicht ewig jung –
die Zeit beginnt ihr Bild zu hämmern,
packt alles in Erinnerung.

Hast du dich dann leicht gefangen
kommt es dir natürlich vor –
du schaust den Weg den du gegangen –
und siehst die Jugend vor dem Tor.

Dreh dich in die neue Richtung,
schau nach vorn und blick’ zurück –
laß dem Gefühl ein bißchen Dichtung,
denn Wahrheit allein sprengt alles Glück.

©ee

Vorbei…

Gedanken zur Zeit …

Der November ist so mitteltrübe
wie ein stark verwackelt Bild.
Großmutter plagen ihre Rheumaschübe,
mal erträglich – mal ganz wild.

Der Hund liegt in der Sofaecke,
hat keine Lust auf Gassi geh’n –
der Tag kriecht langsam wie ’ne Schnecke,
als wenn’s ihm schwerfällt aufzusteh’n,

Die Sonne ist auf den Azoren –
verbringt dort ihre Urlaubszeit,
am Strand steht, noch – wie traumverloren
ein Strandkorb – bunt, im Sommerkleid.

Alle Welt redet von Trauer,
und dem was längst vergangen ist –
im warmen Viehstall klagt der Bauer
über viel zu vielen Mist.

Könnt’ man nicht diesen Monat streichen,
aus unserer Zeit Kalender?
Es würde doch auch völlig reichen,
wäre das Jahr ein Elfer Ender
.

©ee

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Unhörbar

Unhörbar weißelt der Dezember

die Nebelschwaden im Kalender.

Die Krähen suchen letztes Futter,

Zuhause bäckt nun Kekse – Mutter.

Der Weihnachtsstern er leuchtet rot,

die Welt nun weiß, sie ist nicht Tod

sie ruhet nur , hält den Atem an,

wir zählen die Tage und hören dann

die Stimme von Herrn Weihnachtsmann.

© Chr.v.M.

Der rettende Engel …

Der rettende Engel …

Ein Engel erschien
in der kaltdunklen Nacht –
war gar nicht als Engel zu kennen.

Hat Frieden und Wärme und Liebe gebracht,
der Mann in der Joppe,
wie anders sollt’ man ihn nennen.

Verteilt mit den Händen
so aus dem nichts haben
Speisen, Getränke und Kerzen –

für die Menschen der Strasse
die herrlichsten Gaben,
sogar Mittelchen gegen die Schmerzen.

Und wie er gekommen
so ist er gegangen,
bevor sie ein Danke gegeben –

und plötzlich
hat es dann angefangen,
für die Ärmsten der Armen

ein anderes Leben.

©ee

ewaldeden

Lichtgesang unter stillem Eis
harrt die Natur dem brechendem Klang
zum Tontanz der Sonne.

© Chr.v.M. 

eine einfache Frage.

Eine einfache Frage …


Weihnachten – so fragte mich
ein frierendes Kind,
Onkel, was ist das – kannst du es mir sagen?

Ich hab’ auch schon gesucht –
aber ob ich es find’
in diesen hektischen Tagen?

Ich sehe nur Berge von teuren Sachen –
ich hör’ nur das klingeln von Kassen
kein strahlend Gesicht, und kein fröhlich Lachen
ich spür nur Kälte ans Herz mir fassen

ein jeder hat Sorge das Fest zu versäumen
und daß die Geschenke nicht groß genug sind
anstatt nur mal so in den Tag reinzuträumen
und hoffen auf Frieden durch das himmlische Kind

ee© 2007

EUCH zum 1. Adventssonntag

Winter – Post

Geneigter Himmel
deine Blicke welken
kein Hoffnungsblatt hängt mehr im Baum.

Schneeschwer brechen die Tage durch Äste
die gekürzte Zeit taumelt
zwischen den Flocken.

Dezemberkalt trägt der Augenblick
unter eisigen Wimpern den verlorenen Frieden

vor ausklingende Tage.

© Chr.v.M.

Freundschaft.

für einander
da sein
mein freund
so ist freundschaft

und vertrauen
mich fallen lassen
und wissen du fängst mich
geliebter freund
so ist freundschaft

entspannen
zuhören
rat geben
trösten
du
das ist freundschaft

die tränen auffangen
trösten
leben lassen
und miterleben
freund
DU

das ist freundschaft

konflikte lösen
stärke zeigen
sie zart zu vermitteln
hörst du ?


d
as ist freundschaft

auch vergessen können
verkraften lernen
und tolerieren,
akzeptieren
freundschaft

gemeinsam lachen
auch streiten
versönen
und weinen
dann wieder klein sein
dann reifen
du
das ist freundschaft

zusammen träumen
realisieren
wünschen
erfüllen
und träume freilassen
deine und meine
das ist freundschaft

dein freund sein
leise und laut
hasserfüllt und liebevoll
starr und beweglich
müde und lebhaft
falsch und wahr

“ Freunde sein „

traurig und fröhlich
flatterhaft und ernst
oberflächig
und
tiefgründig
schwach ganz schwach
dann stark
und kräftig
exessiv
und auch vernünftig

und manchmal
loslassen
freilassen
und wieder zugreifen
einfach

* Freundschaft *

wie
unsere

deine Freundin
Christin

© Chr.v.M.

Die Sucherin.

die SUCHERIN

ich suche das ende vom regenbogen
wälze mich durch farben

im colorrausch tanze ich nackt
zwischen lila und senfgelb

tauche in smaragdgrün
silberblitzende fische
springen mir aus dem offenem mund
zwischen wahn und erfolg ist es nicht weit

so rutsche ich längsschräg
an der liebe vorbei
kippe tränenwasser aus
das die mäuler nach luft ringen

verschwappte rosinenträume
und unterwegs im abgleiten
schneide ich streifen
in das erfolspapier

und suche mit dem großen onkel
tastend das standbein
zwischen ende und anfang
des regenbogens.

© Chr.v.M.

Der Wechsel

Der Wechsel

Der November hat Adschüß gesagt
er hat den letzten Nebel eingesammelt
mit dreißig Tagen hoch betagt
hat er die Türen hinter sich verrammelt

der Dezember tritt nun in die Zeit
noch gar nicht winterlich gekleidet
ist nicht zu Eis und Schnee bereit
dieweil er unter Föhnwind leidet

doch der Terminkalender greint
kann seine Einträge nicht ändern
auch wenn der Himmel Tränen weint
schmückt er die Welt mit bunten Bändern

er eilt mit riesengroßen Schritten
auf Weihnacht zu – dem Jubelfest
während Ruprecht mit dem Rentierschlitten
sich auf Schneefall noch verläßt

so steht er da am Gabentag
mit reichlich rostigroten Kufen
und ist im Herzen ganz verzagt
ob des vergeblich Abfahrt rufen

©ee

November

November

Der Tag verhält in seinem Lauf –
zögernd tasten sich die Stunden
mit klammen Fingern durch die Zeit –
verschleiert hab’ ich dich gefunden.

Natur – du bist zum Schlaf bereit.

Die letzten Blätter segeln träge
vom großen Baum am schwarzen Kolk –
hier und da sieht man am Wege
ein herbstlichmüdes Krähenvolk.

Die Gräser haben sich verwandelt,
geschmückt mit bunten Bändern –
sie tragen schon des Winters Kleid
mit handgemalten Rändern.

Ein müdes Nicken in den Büschen
zeugt noch von leichter Regung,
wenn ab und an ein Rabe schreit
ist das schon viel Bewegung.

Und plötzlich dann – in Tagesmitte,
ein Sonnenstrahl hat sich verirrt –
er eilt mit wunderlichem Schritte
bevor er sich im Dunst verliert.

Die Luft befeuchtet braune Erde,
sie schmücket sich mit weißem Glanz –
des Himmels schäfchenweisse Herde
stellt sich auf zum Wolkentanz.

Der Abend naht – das Dunkel sinkt
auf die Novembererde –
wenn leise dann Musik erklingt
hofft jeder, dass es Frühling werde.

© ee
ewaldeden

Ich bin – der ich bin !

Ich bin – der ich bin !


Ich bin
ein gedicht
im gleichgewicht.
mein sinn ?
im wir
der vier
ich bin.

Ich bin
im kleinen
im keimen.
der sinn ?
im sproß
ganz groß
ich bin.

Ich bin
im satz
ein gegensatz.
im sinn
vergehend
bestehend
ich bin.

Ich bin
die ewigkeit
der zeit.
der sinn
von raum
im traum
ich bin.

Ich bin
stark und zart,
sanft und hart.
im sinn
von gebend
und nehmend
ich bin.

Ich bin
elementarkraft
der gemeinschaft.
der sinn ?
leben
zu weben
ich bin.

Ich bin
umordnung
der ordnung
als sinn
der unordnung
in ordnung
ich bin.

Ich bin
vierfach
mehrfach
mein sinn :
vielfach,
einfach
ich bin.

Ich bin
zu einem
die zweien.
mein sinn ?
vier dreien
zu einen
ich bin.

Ich bin
unfrei
und frei.
im sinn
der gesundheit
und krankheit
ich bin.

Ich bin
alles
und nichts
deines gesichts
dein sinn
in dir,
im wir,
ich bin.

Ich bin
gestalt
uralt.
mein sinn
ist jung.
voll schwung
ich bin.

Ich bin
der schein
im sein
von scheinbar
vereinbar
ich bin.

Ich bin
nichts und all
in jedem fall.
der sinn?
im sein
all- ein

ich bin der ich bin !

© Chr.v.M.