Des Schnitters Tag . . .

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Des Schnitters Tag . . .

Die Sonne – sie steht senkrecht droben
Mittag ist im weiten Land
er liegt im Gras – und schaut nach oben
er fühlt die Schwielen in der Hand

Um vier Uhr war die Nacht vorüber
er nahm die Sichel von der Wand
fuhr mit dem Sensenstrich darüber
um halb fünf dann im Feld er stand

In halben Kreisen saust die Klinge
pfeifend sie das Korn umlegt
dem Bauern es viel Geld einbringe
weil es prallvolle Ähren trägt

In heißer Luft hört man sie zittern
die Kirchturmglocke schlägt halb zwei
er muß jetzt wieder weiterschnittern
die Mittagspause ist vorbei

So zieht er stetig seine Runden
die Trinkensflasche liegt im Schlot
an der Sicht ist er wohl festgebunden
bis hin zum späten Abendbrot

Verbrannt und müde von der Sonne
die Arbeit hat ihn hart gemacht
wäscht er sich in der Regentonne
und geht dann in sein Schlafgemach

Er liegt die kurze Nacht im Schweiße
im Traum weit fort der Arbeit Fron
er träumt daß es nie wieder heiße
Trab und Galopp für kargen Lohn.

© ee

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