Der nächtliche Heimweg

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Der nächtliche Heimweg

Mit tastenden Schritten geht er übers Moor
die Dunkelheit hat ihn geschlagen
unter den Füßen quillt Wasser hervor
er hoffet jeder Schritt wird tragen

Der Himmel geschlossen – mit Wolken bedeckt
stockfinster – kein Handbreit zu sehen
ringsumher das Irrlicht ihn erschreckt
kein Atemzug darf er stehen

Der Wind streift mit feuchten Händen vorbei
die Kleider von Nässe durchdrungen
er trägt wie auf Flügeln manch nächtlichen Schrei
von Moorgeistern einsam gesungen

Das Zeitgefühl ist ihm vergangen
die Richtung hat er längst verloren
manch Spinnennetz blieb an ihm hangen
Schweiß dringt heiß aus allen Poren

‘ne Ewigkeit – so scheint es ihm
geht er schon durch die Hölle
da trifft es ihn wie Peitschenstriem
Lichtfinger – sonnenhelle

Er hat so ohne einen Kratzer
ein Minenfeld bei Nacht durchquert
der kleinste ungewollte Patzer
hätt’ ihm ‘ne Himmelfahrt beschert

Dafür – und das Gott ihn beschützt hat
schickt er ein Dankgebet nach Oben
bei allem was er künftig vorhat
wird er wohl seinen Schöpfer loben.

© ee

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