Schönfärberei …

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Schönfärberei …

D es Ersten Bürgers Freud der Welt
ist, dass er sich ’nen Sprachrohr hält,
das immer das genau berichtet,
wie er sich seine Stadt geschichtet.

Wenn fünfe dann mal grade ist –
oder zwei und zwei sind sieben,
dann ist’s doch nur ’ne kleine List,
und nur ein wenig übertrieben.

Und weil’s doch eh nicht wird bemerkt,
weil, dummes Volk kann ja nicht denken –
fühlt man im Tun sich noch bestärkt,
tut weiter sich den Geist verrenken.

Wenn doch mal jemand stutzig wird
aus der Bürger tumber Herde,
dann schnell ’ne Anzeig man gebiert,
auf das Justitia tätig werde.

Um diesen Nörgler zu verweisen,
in Schrankens Recht für sein Entgleisen –
auf dass er nimmermehr sich traut
wird öffentlich er dann verhaut.

So wird die Stadtwelt schöngefärbt
in jeder grad regier’nden Farbe
und Kritikern das Fell gegerbt
auch wenn zurückbleibt manche Narbe.

© ee

EwaldEden2016

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