Mittsommer.

.

Mittsommer

D er Tag er schüttelt sein müdes Haupt,
ist Stunden des Weges gezogen –
er hat nicht mehr an den Abend geglaubt,
fühlte sich schon um die Ruhe betrogen.

Die Ruhe nach des Sommers Hitze,
die Ruhe nach den flirrend Lüften –
aus denen zitternd schossen Blitze
bis tief hinein in Berges Klüften.

Der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht,
er wischt sich den Schweiß aus den Augen –
ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht,
mag kaum noch zum Adieu sagen taugen.

Sucht tastend am westlichen Himmelsrand
mit rötlich scheinenden Händen –
die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand,
nach des Abends schützenden Wänden.

Als er sie endlich gefunden
ist fast schon der neue Tag nah –
am Horizont bläuend gebunden
im nordischen Mittsommernachtsjahr.

© ee

.

Foto dank https://pixabay.com/de/

Über https://christinvonmargenburg.wordpress.com/https://christinvonmargenburg.wordpress.com/"In einem Augenblick gewährt die Liebe, was Mühen kaum in langer Zeit erreicht." Johann Wolfgang von Goethe