Die zehn Gebote.

https://pixabay.com/de/

Die zehn Gebote

I ch bin der Herr euer Gott
so klang es grollend vom Berge
aus weißer und blitzender Wolke
keiner von euch sei des Anderen Scherge
bestimmte der Herr seinem Volke

Drauf sah jeder
das erste Gebot
mit glühendem Finger in den Stein getrieben:
Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben
stand dort sichtbar für alle
und für die Ewigkeit festgeschrieben

Die Glut schmolz weiter in den Fels Zeichen und Runen
als zweites Gebot
Ihr sollt meinen Namen nicht entehren
ich werd’ euch nicht das Lügen
das Fluchen und Trügen verwehren
das braucht ihr als schwaches Menschengetier
doch meinen Namen den haltet gefälligst da ’raus
sonst werd’ ich euch strafen
mit Donnergebraus

Der Finger schrieb ohne Halt
mit krachen und zischen
das dritte Gebot
Gedenket, daß ihr den Sabbat heiligt
drum laßt euch am siebenten Tage der Woche
nicht von mir bei der Arbeit erwischen

Ohne Pause erschien schon
das vierte Gebot
Ihr sollt eure Mütter und Väter ehren
und das – betrachtet dies als eine Warnung
gilt sowohl in der Freude wie auch in der Not

Das fünfte Gebot
Ihr sollt nicht und niemals töten
erschien als tiefes feuriges Mal
wer es dennoch tut – außer in eigenen Nöten
der wird enden in endloser Qual

Ihr sollt eine Ehe nicht brechen
so lautet
das sechstes Gebot
doch es ist nur ein Bruch
wenn man von mehr noch kann sprechen
als von gemeinsam gegessenem Brot

Das siebte Gebot
Ihr sollt nicht stehlen
brach sich zitternd in das Gestein
und außerdem – und das merkt euch gut
sollt ihr meine andern Geschöpfe nicht quälen
auch wenn sie euch unwichtig scheinen und klein
denn wenn ihr es macht komm’ ich gehörig in Wut

Es erschien auf der steinernen Tafel
das achte Gebot
Ich verbiet’ euch falsch Zeugnis wider euren Nächsten und Jedermann
drum hütet die Zunge zu eurem Besten
sonst krieg ich euch sicher irgendwann ran

Ihr sollt nicht begehren des Nächsten Weib
war dann als vorletzt’
das neunte Gebot
gerichtet an alles was Mann ist vom Leib
und wenn ihr’s versucht dann sehe ich rot

Das flackernd und springend erlöschende Feuer
schrieb noch
das zehnte Gebot:
Ihr sollt nicht begehren eures Nächsten Hab und auch Gut
denn ich werde zum strafenden Ungeheuer
für jeden von euch der es trotzdem tut

© ee

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: