Verstehen.

Wie ist es möglich, daß einer, der nicht versteht,
einen anderen, der ebenfalls nicht versteht,
das verstehen an sich kann verständlich machen,
solange er selbst nur auf einem standpunkt steht
und glaubt, daß der andere auf dem standpunkt steht
über seinen standpunkt könne man nur lachen.

an diesem punkt ist deutlich zu sehen
daß nur die bewegungslosigkeit heißt stehen
und dieser gedankengang zeigt damit auf,
es gilt weg vom eigenen standpunkt zu gehen,
um zu sehen den fremden gedankenverlauf
solange gedanken sich um den standpunkte drehn,

bleibt immer ein und der selbe standort bestehn
und in diesem gedankenlabyrint verirrt,
wer von sich selbst glaubt, er könnte verstehen
und nur der andere könnte es nicht sehen
denn dessen verstand sei leider etwas verwirrt.

so wird sehr schnell ein zustand beschworen,
auf dem jeder hat seinem standpunkt verloren,
sich nur ganz allein für verständnisvoll hält,
nennt des anderen gedanken unausgegoren
zusammenhangslos, sein verstand sei verloren,
ja ihn wohlmöglich zu den geisteskranken zählt.

verstehen heißt, sich standpunktslos bewegen
und weder diesen noch jenen zu belegen,
ja lieber den eigenen verstand zu spalten
damit gedanken auf verschiedenen wegen
viele standpunkte sehen und zusammen zu legen
um so erst ein echtes verständnis zu erhalten.

die eigenen gedanken frei bewegen,
heißt nie einen festen standpunkt belegen,
heißt nie einen anderen schwachsinnig nennen.
fremde gedanken sind ein anderes leben
es kann dem verstand neue impulse geben,
mehr verstehen zu lernen und zu erkennen.

verstehen als solches verständlich zu machen,
geht nur, hört man auf über fremdes zu lachen.
nur so wird man von standort bestimmen frei,
kann zum freiem gedankenaustausch erwachen
kann geistessprünge über die grenzen machen

und verstand und verständnis gewinnen dabei.

dort wo ein freier gedankenaustausch beginnt,
auch jedes mißverständnis schneller zerrinnt.
jeder lernt des anderen verstand zu erkennen,
vobei jeder des anderen verständnis gewinnt
und ehe er sich darüber lange besinnt,

versteht er

und wird ihn * verständnisvoll * nennen.

© Chr.v.M.

Bild von Gisela Merkuur auf Pixabay
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