Der Höllenritt . . .

Bild von Lothar Dieterich auf Pixabay

Der Höllenritt . . .

D er Sturm heult mit Windstärke zehn
er peitscht die tobenden Wellen
die Hand nicht vor Augen zu sehn
Gott Neptun tobt mit seinen Gesellen

Sie reiten auf schäumenden Wogen
stürzen aufs Schiff sich herab
wer Angst fühlt – der hat nicht gelogen
man schaut in ein offenes Grab

Die Brecher reißen die Decksfracht fort
die Wanten und Leinen sie brechen
Jan Maat verflucht diesen höllischen Ort
schwört – nie mehr in See zu stechen

’ne Meile voraus – in schillernder Pracht
das Riff in der Brandung kauert
ein Ungeheuer in dunkler Nacht
dort im verborgenen lauert

Drei Mann ans Ruder – hart Steuerbord
fünf Strich nach Südwesten
der Käpt’n – er brüllt manch’ sündiges Wort
seine Männer – die sind trotzdem die Besten

Der Trawler beugt sich – er ächzt in den Spanten
die letzte Ratte verläßt schon das Schiff
mit einer handbreit Platz an den Kanten
passiert er das tödliche Riff

Keiner der zwölf harten Mannen
der nicht ein “ Vater Unser“ denkt
als man aus zwei der letzten Kannen
die geschund’nen Körper tränkt

Ein Augenschlag mit müden Lidern
länger dauert nicht die Zeit
liegt die See mit allen Gliedern
blank und glatt – unendlich weit

©ee

Bild von Walter Bichler auf Pixabay
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