ein Buch.

I ch schlenderte durch einen Bücherladen
auf der Suche nach geistiger Literatur
mir war so, und ich wollte mal schauen
ob ich ein Buch find’ das lesenswert
ich brauchte ein Büchlein das mich erbaute
das meine Seele bewegte zu fliegen
dessen Inhalt sie nicht gleich aus dem Sessel haute
denn sie hatte genug von am Boden ’rumliegen

ich fand Broschüren gegen Krämpfe in Waden
und Tips für eine vergnügliche Wochenendtour
da standen Wälzer über das Häuslebauen
und wie man zum Fest seine Kinder beschert
wen ich auch fragte wohin ich auch schaute
ich konnte nichts mir passendes kriegen
überall sah ich nur unheimlich laute
sinnlos geschriebene Worte rumfliegen

ich fürchtete schon einen seelischen Schaden
sah mich schon in psychiatrischer Kur
ich begann schon an meinen Nägeln zu kauen
und fühlte mein Denken schon umgekehrt
ich rutschte in eine geistige Flaute
erkletterte gar nicht vorhandene Stiegen
sah massenweis’ mir bestens vertraute
Menschen die schlichte Wahrheit verbiegen

Doch plötzlich tat sich ein Buch vor mir auf
mit vieltausend unbeschrieben Seiten
in dem fand ich die ersehnte Ruhe zuhauf
und konnt’ mich auf neues Tun vorbereiten
.

© ee

Bild von Dariusz Sankowski auf Pixabay

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