Das letzte mal …

Das letzte mal …

Der Vorhang hemmt die Blicke
die Menschen steh’n gebannt
sie warten auf die Brücke
wohl in des Traumes Land

Man kann die Stille fühlen
sie lastet auf der Haut
zu sitzen auf den Stühlen
hat man sich nicht getraut

Von Geisterhand gezogen
die Bühne öffnet sich
Beifallsstürme wogen
ins gleißendhelle Licht

Sie gelten wohl dem Mimen
den man dort sehen will
schon ist er erschienen
es wird mucksmäuschenstill

Er schlüpft in seine Rolle
er lebt sich in ihr aus
gibt seine Kraft die volle
es tönt durchs ganze Haus

Das Publikum im Saale
ist vor Begeisterung stumm
doch dann mit einem male
ein Raunen geht herum

Das was die Menschen sahen
an Glück und auch an Not
begreift man nur von nahem
der Mime – er ist tot.

© ee

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