graue Wände…

D u grüne Stadt am Meer,
du Stadt der sanden Strände –
wie schmerzt es mich so sehr,
seh’ ich die grauen Wände.

Es drückt die Industriekulisse,
die Abluft macht das Atmen schwer –
was ich hier suche und vermisse
ist weg – und das beschwert mich sehr.

Ich ’miss des Kiebitz helles Rufen,
ich ’miss der Möwen grellen Schrei,
wenn wir saßen auf den Stufen
stets unser Badezeug dabei.

Des alten Hafen klotzig’ Mauer –
nah’ ’bei die Bank des Genius,
heut’ wächst da nur noch Campers Trauer,
mit Erholung ist da lang schon Schluß.

Statt Sandburgen mit bunten Fahnen –
die lustig flatterten im Wind –
rattern ständig Kohlebahnen
und Aschestäube machen blind.

Schlote ragen in den Himmel,
vielhundert Meter tief ins Blau –
was einst Natur war trägt jetzt Schimmel,
was grün war einst ist lange grau.

Was sollen wir den Enkeln sagen
warum all dies abhanden kam?
Denn irgendwann werden sie fragen –
und uns bleibt letztlich nur die Scham.

©ee

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