Das Dreimädelhaus …

Das Dreimädelhaus …

Wer von den Menschen im Stadtnorden kennt sie nicht – die alte Gaststätte, im fast in Vergessenheit geratenen Ortsteil Hörn. An einer der ältesten Wilhelmshavener Strassen – der Möwenstrasse – gelegen.

Zu Kaiser Wilhelms Zeiten war es die Fortefikationsstrasse – der Verbindungsweg zwischen den Fortanlagen rings um den Marinestandort. Es war die wohl wichtigste Strasse in der Jadestadt, und den sie umgebenden Gemeinden.

Die Zeit, als auf dem Straßenschild noch „Mövenstrasse“ stand – die Zeit ist nicht zurückzuholen. Die Zeit, als sich die Eisenbahner vom gegenüberliegenden Bahnhof Hörn, morgens in aller Herrgottsfrühe, im Dreimädelhaus die klammen Finger, und die Nasen wärmten. Am berühmten „fünf Uhr Grog“ der Wirtin. Unvergessen auch die Zeiten, in denen Freitags die Männer aus dem Stadtnorden in Scharen in den Saal strömten. Der Saal war als Außenposten des Arbeitsamtes die Zahlstelle für das Stempelgeld – und die Gaststätte davor der Ort für rosa Wolkenträume vieler Väter.

Das alles wollen die jungen Wirtsleute, die das Dreimädelhaus seit kurzem wieder mit Leben erfüllen, ganz gewiß nicht zurückholen.

Die herzliche Gastfreundschaft vergangener Tage wieder lebendig zu machen – das haben sie sich zum Ziel gesetzt. Mit Ehrgeiz und Feuereifer gehen sie die Sache an. Das Dreimädelhaus soll wieder Treffpunkt für Jung und Alt werden. Veranstaltungen für jeden Geschmack, und für jeden Geldbeutel – mag er noch so schmal sein – stehen auf dem Programm.

Geselliges miteinander bei Musik und Tanz bilden die solide Grundlage.

Das Dornröschen des Stadtnordens ist aus dem Schlaf erwacht.

Ich wünsche ihm ein langes und munteres Leben.

©ee

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