Des Oeldrahts Licht . . .

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Des Oeldrahts Licht . . .

Des Oeldrahts Licht wirft lange Schatten
die Mutter still am Spinnrad sitzt
die Kinder flechten bunte Matten
das Kleinste unterm Tisch ‘rum flitzt

Es riecht nach Torf und leckerem Braten
Flusen schweben in der Luft
die Kinder können’s kaum erwarten
sie schnüstern hin zum heißen Duft

Geschlachtet ist das fette Schwein
in nächtlicher Verdunklungsrunde
ganz still und heimlich mußt’ es sein
schwarzschlachten – das Gebot der Stunde

Auf dem Ofen in der Ecke
Rüben köcheln vor sich hin
in langer glasgeblasener Schnecke
ist was mit Prozenten drin

So ist die Mutter stets beschäftigt
daß es den Ihren an nichts fehlt
sie ständig und auch stets bekräftigt
daß ihr nicht hingeht und was stehlt

Macht alles nur mit eigenen Händen
auch wenn es nicht ganz koscher ist
irgendwann wird das Blatt sich wenden
und Gott verzeiht so manche List.

© ee

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