Wirbel um den Wasserturm.

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Wirbel um den Wasserturm

Ich hatte unseren Nachbarn Barbara und Dieter beim abendlichen Klönschnack von dem beabsichtigten Treiben im Wasserturm an der Gökerstrasse erzählt. Zuvor mußte ich den jungen Leuten aber erst einmal erklären, wo sie den genannten Turm finden, und was es mit diesem Bauwerk in der ehemaligen Werftumfassungsmauer für eine Bewandtnis hat. Sie wußten nämlich nicht, daß es einen solchen Turm in italienischem Baustil im Wilhelmshavener Stadtgebiet gibt. Dieses Nichtwissen kann man den beiden aber verzeihen, denn sie waren erst vor zwei Jahren mit ihren damals dreijährigen Zwillingen in Wilhelmshaven zugezogen. Opa A. und Opa B. stammten beide von hier, und einer dieser Großväter hatte ihnen nach seinem Ableben in Schlicktau, fernab ihrer eigenen Geburtsstadt, ein kleines Anwesen mit einem alten Häuschen drauf vermacht. Diese Eigenschaft von Großeltern, manchmal etwas an Enkel vererben zu können, wird ja allgemein geschätzt.

Um nun kein falsches Bild entstehen zu lassen – Babs und Dieter hatten den Großvater auch vorher schon gemocht.

In den vergangen zwei Jahren war ihnen aber nur wenig Zeit geblieben, die Stadt und ihre baulichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten und Schätze zu erkunden. Dieters Tage waren bisher gefüllt mit renovieren und mit Brötchen verdienen, um sich das Renovieren auch leisten zu können. Babs hatte in der Zwischenzeit genug damit zu tun, das Größer werden ihrer beiden kleinen Stöpsel in die richtige Richtung zu lenken.

Nun waren Barbara und Dieter aber aus dem Gröbsten heraus – das Haus konnte sich schon blicken lassen, und die Zwillinge wußten auch schon wo es langging.

Den Anfang unserer Unterhaltung hatten die kleinen Racker am Abend noch mitbekommen, bevor die Mama ihnen Bettruhe verordnete. Die beiden haben ihren vorzeitigen Abgang ganz sicher bedauert – das Thema Wasserturm und bauen hatte offensichtlich ihr Interesse und ihren Tatendrang geweckt, denn am nächsten Vormittag schleppten die Zwei eimerweise Wasser aus der Waschküche in den Hof, und entleerten sie immer an derselben Stelle.

Auf meine neugierige Frage nach dem Sinn ihrer Aktion kam es wie aus der Pistole geschossen, und wie aus einem Munde zurück: Wir wollen hier auch einen italienischen Wasserturm bauen.

 © ee

Ewald Eden

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3 Gedanken zu “Wirbel um den Wasserturm.

  1. meine Güte, das ist ja meine alte Wirkungsstätte – als in der Bismarkstrasse geborener Jüngling und in Siebethsburg aufgewachsen, in den Mauern der Wirkungsstätte von Klaus Störtebeker die erste eigene Burg gebaut und bei Lisa Neumann die Tanzschule besucht ….. (die Stadt meiner 1000 Geschichten), bis ich dann aber schon früh in die Welt zog, diese ‚zu erobern‘ – ps.: ich komme ab und an gerne wieder mal zurück nach Schlicktown …
    lG der Piet vom Zeichenschatten

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