Die Gesellschaftsmoral.

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Die Gesellschaftsmoral.

Die Opfer werden aufgehangen,
an hohem Rist in freiem Feld,
bevor die Sonn‘ noch aufgegangen –
die Henker löhnt man stets mit Geld.

Mit Geld aus blutigen Geschäften,
als Profit aus Lug und Trug –
das fördert Henkers Lust nach Kräften,
und Opfer hat es ja genug.

Sie werden täglich neu geboren,
allerorts in jedem Land –
in deren Haut dann unverfroren
die Mächt’gen brennen den Opferbrand.

Es fragt auch niemand nach den Gründen –
hier bei uns und anderswo –
man läßt die Täter sich verbünden,
im Einzel oder auch en Gro.

Ganz gleich wie schwarz auch ihre Seelen
oder wie zerfetzt Moral –
so war’s vor Göbbels und nach Gehlen
und so bleibt es allemal.

Selbst wenn die Macher Weibskleid tragen
sollt‘ Menschheit nicht auf Frieden hoffen –
denn oft ist Weibsvolk bis zum Kragen
für grausig Tun bis oben offen.

©ee