Küstendörfer

Küstendörfer

Dörfer wie Perlen aufgereiht
auf grünem Band – an Deiches Fuß
im Groden hell der Kiebitz schreit
es klingt wie froher Göttergruß

Mit Tönen wie aus fernen Tagen
die Brandung an die Dünen schlägt
man sieht die Wellenkämme nagen
an Strand und Deichen – unentwegt

Der alte Hafen ist Geschichte
du spürst sie auf marodem Kahn
wenn du im fahlen Abendlichte
verlierst dich in des Mondes Bahn

Es riecht nach Teer und heißen Gläsern
gefüllt mit Rum und Ingwerwein
der Wind er spielt in harten Gräsern
wenn abends läuft der Kutter ein

In dem Krug am Hafentore
ein alter Maat die Quetsche zieht
er singt von Sehnsucht und Amore
ein herzergreifend Liebeslied

Alles lauscht gebannt den Tönen
man fühlet wie die Zeit bleibt steh’n
wie er erzählet von den Schönen
die er in aller Welt geseh’n

Der Mond zieht weiter seine Runde
am Hafen löscht das letzte Licht
es tönt zuletzt aus Wirtes Munde
gut’ Nacht ihr Leut’ – vergeßt uns nicht

©ee