Nachtgeflüster….

Der Tag er schüttelt sein müdes Haupt
ist Stunden des Weges gezogen
er hat nicht mehr an den Abend geglaubt
fühlte sich schon um die Ruhe betrogen

die Ruhe nach des Sommers Hitze
die Ruhe nach den flirrend Lüften

aus denen zitternd schossen Blitze
bis tief hinein in Berges Klüften

der Tag streicht sich sein heißes Tagesgesicht
er wischt sich den Schweiß aus den Augen
ganz langsam erschöpft sich sein helles Licht
mag kaum noch zum Adjöh sagen taugen

sucht tastend am westlichen Himmelsrand
mit rötlich scheinenden Händen
die ausseh’n wie schwelender Wolkenbrand
nach des Abends schützenden Wänden

als er sie endlich gefunden
ist fast schon der neue Tag nah
am Horizont bläuend gebunden
im nordischen Mittsommernachtsjahr.

© ee