Bücher.

Ein Mensch, von Büchern hart bedrängt,
An die er lang sein Herz gehängt,
Beschließt voll Tatkraft, sich zu wehren,
Eh sie kaninchenhaft sich mehren.

Sogleich, aufs äußerste ergrimmt,
Er ganze Reihn von Schmökern nimmt
Und wirft sie wüst auf einen Haufen,
Sie unbarmherzig zu verkaufen.

Der Haufen liegt, so wie er lag,
Am ersten , zweiten , dritten Tag .
Der Mensch beäugt ihn ungerührt
Und ist dann plötzlich doch verführt,

Noch einmal hinzusehn genauer _
Sieh da, der schöne Schopenhauer…
Und schlägt ihn auf und liest und liest,
Und merkt nicht wie die Zeit verfließt…

Beschämt hat er nach Mitternacht
Ihn auf den alten Platz gebracht.
Dorthin stellt er auch eigenhändig
Den Herder, achtundzwanzigbändig.

E.T.A. Hoffmanns Neu – Entdeckung
Schützt diesen auch voll Zwangs – Vollstreckung.
Kurzum, ein Schmöker nach dem andern
Darf wieder auf die Bretter wandern.

Der Mensch der so mit halben Taten
Beihnah schon hätt den Geist verraten,
Ist nun getröstet und erheitert,
Daß die Entrümpelung gescheitert.

Eugen Roth
1895 – 1976

nun ich :

im anbau`n von regalen

das wars wohl auch

vor hundert jahren

man trennt sich schwer

hat`s lieb gewonnen

und wirft man`s weg

sind sie zerronnen

christin am bauen und vermessen…

regalanbau

zum BUCH an schau… © Chr.v.M.