Fatmas Gedanken . . .

Fatmas Gedanken . . .

Leises Rufen in der Frühe
kam mit der Sonne von dir –
es war mir, als wäre mit zartem
Gefühl deine Stimme in mir.

Durch die Fenster zum Garten
hört’ ich dein Sagen –
es war wie das flüstern des Windes,
es klang mir im Ohr wie trauriges Fragen –

wie das Sehnen eines verlassenen Kindes.

Es umweht mich ein Hauch
in der Frische des Tages –
herzkühl und begehrend heiß,
ich kann es nicht sehen – ich mag es,
obwohl ich dich weit von mir weiß.

Eine silberne Träne schleiert mein Schauen –
mein Denken, es flüchtet zu dir.
Ich möcht’ eine Brücke mir bauen
hoch über des Lebens Gewirr.

Ein Vogel löst sich vom Baume,
er verläßt seinen sicheren Hort –
ich seh’ ihn in meinem Traume,
er fliegt mit mir an fernen Ort.

Sei vorsichtig kleiner Geselle,
dass dir kein Leid widerfährt –

eile dich – fliege ganz schnelle,
trage mich in das Licht
und finde für mich dort den Liebsten,
weil sonst meine Seele zerbricht.©ee

ewaldeden