zum Jahresausklang.

Immer wieder das gleiche Spiel …

Es hat doll geknallt,
die Luft wurd’ verpestet –
man hat laut gegrölt
und die Stimme getestet.

Die Böller sie krachten,
der Himmel wurd’ bunt –
die Leute sie lachten
und aßen sich rund.

So manches Fass Rum mußte dran glauben,
es klingt nur noch hohl, mit gar nichts mehr drin.
Dafür mancher Kopf gefüllt ist mit Schrauben,
die klappern und dreh’n sich so ganz ohne Sinn.

Manch‘ Magen der schaukelt wie Seegang bei Zehn,
man läuft onduliert mit querschrägem Gang –
und findet das Ganze dann auch noch so schön
wie einen angekokelten Wohnzimmerschrank.

Vom „guten Rutsch“ und von „Prosit Neujahr“
ist nicht mehr vieles geblieben –
man wünscht sich nur, daß der Kopf wieder klar
und ärgert sich, daß man es wieder mal stark übertrieben.

Beim nächsten Mal wird man genügsamer sein,
dann trinkt man mehr Brause und Wasser mit Gas –
und kommt garantiert nüchtern ins Neue hinein,
das schwört man sich fest ohn‘ Unter und Lass‘.

©ee

ewaldeden

Dezemberpost.

Geneigter Himmel

deine Blicke verwelken

kein Hoffnungsblatt

hängt mehr im Baum.

*

Schneeschwer brechen die Tage

durch Äste

die gekürzte Zeit taumelt

zwischen den Flocken.

*

Dezemberkalt trägt der Augenblick

unter eisigen Wimpern

den stillen Frieden

vor ausklingende Tage.

*

© Chr.v.M.