Eisblumen….

Eisblumen

Else, wo bist Du?‘ – Eine Stimme – so bang –
Er lächelt – ‚Else, wo bleibst Du so lang?‘ –
Doch da ist nur sein Kind – Eis an Fenstern und Wänden –
und Hunger – wird denn das niemals enden?

Sie kommt nicht mehr – Else kehrt nie zurück.
Nur schwarze Erde – vorbei das Glück.
Es blieb nur der Tod – und kalter Wind.
Frühling – wie war er einst grün und lind –

Eisblumen am Fenster künden von Not –
Doch das Leben siegte, und es gab wieder Brot –
Vorbei das Elend – klangen da nicht schon Lieder?
Der Frühling kam, das Leben blieb Sieger.

Das Kind ward zur Frau – im Sommerreigen
die Jahre rankten – mit Blütenzweigen.
Eisblumen – sie lächelt, sieht an ihr Kind:
Schau – Eisblumen gibt’s nur im Winterwind.

Gertrud Everding
©Gertrud E.