Nächtlicher Spuk bei Pharao

Nächtlicher Spuk bei Pharao

Horch, der Glockenschlag verklingt,
War ich wohl eingeschlafen?
Halbdunkel in der Halle.

Das Gold der Schalen strahlt
wie Feuerschein im Dämmerlicht
unter den Marmorsäulen.

Von Silbertellern blinkt
unzähl’ger Lichter Glanz,
spiegelt sich weithin im Saal. –

Da öffnen sich die Glasvitrinen
wie von Geisterhand.
Es jagt daher nun Ra,
mit seinem Sonnenwagen.

Siegesgewohnt mit hellem Klirren,
dunkel das Antlitz,
verhüllt noch von Wolken.

Doch mit herrischer Gebärde
gebietet er der Bastis
die Katzenohren zu bedecken.

Sie lacht und schaut ihm spöttisch
in die hellen Augen.
„Hab ich’s denn nötig, Ra?

Die Löwen brüllen auch zur Mitternacht!
Sie müssen sich nicht ducken.
Bin ich nicht Bastis mit der Löwenpranke?“

Horch, da ruft er wieder, der erzene Mund –
Ein Glockenschlag – vorbei der Spuk –

Türen schlagen hinter mir –
versonnen geh ich durch die Straßen.

Mondlicht flirrt durch die Wolken
spiegelt im nassen Asphalt.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Ein Gedanke zu “Nächtlicher Spuk bei Pharao

  1. Ich bin total aus dem Häuschen! Freu mich ganz doll! Was für einmalig
    tolle Fotos! Suuuuuper! Hätt ich nicht gedacht, dass es so etwas Tolles
    gibt – und dass Duuuuu es findest und auch noch setzt! … und so
    unwahrscheinlich schnell!!!

    Herzlichen Dank, Schwesterlein! Du bist Spitze!!!

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