geliebter Farbklecks.

geliebter farbklecks.

ich bin ein gitter eingehängt
über dem farbentopf deiner fantasie
geklemmt von rand zu rand
auf den eifrigen farbpinsel wartend.

es tropfen kunterbunt
beim abstreifen mir
deine traumbilder haltlos schwer
durch mein gedankensieb.

© Chr.v.M.

Tagschön.

Hinter morgendicken Wolkenbergen
liegt das Land das Tagschön heißt –
die Wolken seinen Glanz verbergen,
weil er sonst in die Augen gleißt.

Wenn die Berge du erklommen –
oft mühsam aus der Nächte Tiefen,
dann fühle Dich wie angekommen
am Ziel, zu dem Dich Mächte riefen.

Dann geniess’ der Höhe Klarheit,
lass’ Deiner Seele Blicke schweifen.
Nur so erkennst Du Weltens Wahrheit,
kannst Unbegreifliches begreifen,

was Dir sonst in den Niederungen
als Stolperstein’ im Wege lag –
mit dem verzweifelt Du gerungen,
oft zwischen Morgens Tau und Tag’

©ee

Mein Glücklichtag.

Mein Glücklichtag.

Das Gras wiegt sich im sachten Wind
am Bach dreht sich ein Mühlenrad
und in die Hände klatscht ein Kind
ein strahlend blauer Frühlingstag.

Ganz ruhig liegen hier die Felder
und drüben rauschen mir die Wälder
die Blumen blühn in meinem Zimmer
es reflektieren Sonnenschimmer.

Durchs Fenster hab ich dies gesehn,
die Farben glühn, sind wunderschön
und durch das offne Fensterauge
ein süßer Duft und dort die Taube.

Sie trägt die Freiheit und das Leben
in ihrem Schnabel wie ein Segen.
Ein Sonnentag, so strahlend Blau,
dem Heute ich entgegen schau.

© Chr.v.M.

Sichtweisen

Sichtweisen

Weichfließendes verschwimmen.
Wellenlinien, zarte Konturen
von freiatmenden Bergen
und Himmelsglänzen.

Fransige Spitzen die sich küssen,
Kitzelwolken im leisen vorbeiflug
eine Umarmung,
die ein Lächeln erzeugt.

Zwischen kichernden Sonnenstrahlen
amüsiert sich der Tag.

© Chr.v.M.

Softe fluanta
disiĝo,ondolinioj,
delikataj konturoj
de libere spirantaj montoj
kaj ĉielobrilo.

Torditaj pintoj interkisiĝantaj,
tiklonuboj.
En lanta preterflugado
ĉirkaŭbrako estiganta rideton..

Inter subrIdetaj sunobriloj
amuziĝas la tago.

© Chr.v.M.

deutsch – esperanto

Triumph.

Triumph.

dann windgedrängt im wolkenlicht
küsst sonnenschein das erstes blatt
und auf den zweigen grün sich bricht
im tropfen tau, verwundert matt.

das sich verbergen ist nicht mehr
die wiederkehr nun hat begonnen
es drängt aus erdbraun sich noch schwer
der blütenvielfalt sacht, besonnen

das meislein hielt dem winter stand
sie zwitschert froh ein frühlingslied
ein hälmchen das ins nest sie band
es fattert nun am rand als sieg.

© Chr.v.M.

bleibst du nun ?

Bleibst du nun ?

mit der leichtigkeit des windes
kräuselt sich das blau der wälder
mit dem spieltrieb eines kindes
schiebt er kräftig grün auf felder

taumeln schatten unter bäumen
taut das harz in allen stämmen
windfinger die äste kämmen
wolken stumm am himmel schäumen

gelb das licht die stunden ziehen
und die wiese träumt vom blühen
bis das blau die wälder kräuselt
und der tag dem frühling säuselt

bleibst DU nun ?

© Chr.v.M.