Mosaik

Mosaik . . .

Die Gefühle
knistern wie Sonnenstrahlen
sie huschen
durch das ganze Sein

im Herz
sie bunte Bilder malen
die
fenster sind wie harter Stein

da kann es
regnen, stürmen, gluten
kein Riss
trübt die Verbundenheit

sie trotzt
selbst himmelhohen Fluten
auch
wenn es schwarze Seelen schneit

mag sich
das ganze Land bedecken
mit
Missgunst, Hader und Verdruss

die Liebe
braucht sich nicht verstecken
sie gibt
der Liebe einen Kuss

© ee

Tasten . . .

Tasten . . .

Ich geh mit zögerlichem Schritt
verlier’ mich in des Moores Glanz
die Kinderzeit läuft ständig mit
ist immer da – umgibt mich ganz

Wenn ich die Augen schließ’- dann seh’ ich
Bilder aus vergangner Zeit
hör den alten Opa Gnädig
der stets zu einem Scherz bereit

Fühl’ die Wärme schwerer Pferde
wie sie sich im Geschirr bemüh’n
durch des Moores schwarze Erde

vollgepackte Wagen zieh’n

Seh’ die Trinkensflaschen dampfen
der Teeduft in die Nasen steigt
die Kuh am satten Grase mampfen
die Heide ihre Blüten zeigt

Ich bin nicht fähig mich zu rühren
zu schwer ist der Erinnerung Last
sie ist gekommen mich zu führen
mich an die inneren Hände faßt.

© ee

Nachgefragt.

Mein Sagen und Schreiben
mit deutlichen Worten
kennt weit man im Land
an vielerlei Orten

geliebt und gefürchtet
eine Mischung aus beidem
einer lehnt’s ab
ein anderer kann’s leiden

doch was soll ich machen
ich bleibe dabei
schreib’ mit feinsinnig’ Lachen
die Seele mir frei
.

© ee

am Morgen.

Mit vieler Vögel Vogelsingen
beginnt der Tag sein Tagestun
er scheint die Nacht dazu zu zwingen
sich vom nächtlich Schaffen auszuruh’n

ganz langsam steigt die Morgensonne
behutsam in den Tageslauf
und wer sie schaut mit Herzenswonne
setzt Freud’ auf Freude obenauf

© ee

Mit leichtem Schritt…

Mit leichtem Schritt . . .

Mit leichtem Schritt geh ich den Weg
vor mir die Abendsonne
golden bricht ihr roter Schein
sich in der Regentonne

Lange schon steht sie daneben
von Wurm und Rost zerfressen
es hat einmal ‘ne Zeit gegeben –
da war sie wichtiger als Essen

Das alte Haus – im Dach fehlt Reed
es nagt schon lang der Zahn der Zeit
der Wind hat vieles fortgeweht
Erinnerung sich an Erinnerung reiht

Schon Jahre ist kein Strauch beschnitten
ein großes wildes Blütenmeer
der Duft von Flieder und von Quitten
weht mir von einst die Bilder her .

© ee

foto dank https://pixabay.com/de/

Lebenskraft.

Lebenskraft . . .

Selbst in den verborgensten Ecken
gedeihet Leben auf kahlem Stein
man muß nur lang die Sinne recken
sieht Lebenskraft in totem Sein

Bedarf es dazu auch wohl Stöße
ganz sachte – so von Gottes Hand
das Kleine beweist seine Größe
nur jenem – der es sehend fand

Hast du prallgefüllt die Sinne
mit Wundern aus der Schöpfung groß
siehst du auch die kleine Spinne
als Kind aus deines Herrgotts Schoß

Hast geöffnet das Empfinden
das Jemand da der größer ist
dann wirst du nimmer mehr dich binden
an Geld und Macht und weltlich Mist

Und hast du deinen Weg gefunden
auch wenn er dir wohl steinig scheint
dann scheu’ dich nicht und geh’ die Runden
und fühl’, dass Liebe alles eint.

© ee

Küstendörfer

Küstendörfer

Dörfer wie Perlen aufgereiht
auf grünem Band – an Deiches Fuß
im Groden hell der Kiebitz schreit
es klingt wie froher Göttergruß

Mit Tönen wie aus fernen Tagen
die Brandung an die Dünen schlägt
man sieht die Wellenkämme nagen
an Strand und Deichen – unentwegt

Der alte Hafen ist Geschichte
du spürst sie auf marodem Kahn
wenn du im fahlen Abendlichte
verlierst dich in des Mondes Bahn

Es riecht nach Teer und heißen Gläsern
gefüllt mit Rum und Ingwerwein
der Wind er spielt in harten Gräsern
wenn abends läuft der Kutter ein

In dem Krug am Hafentore
ein alter Maat die Quetsche zieht
er singt von Sehnsucht und Amore
ein herzergreifend Liebeslied

Alles lauscht gebannt den Tönen
man fühlet wie die Zeit bleibt steh’n
wie er erzählet von den Schönen
die er in aller Welt geseh’n

Der Mond zieht weiter seine Runde
am Hafen löscht das letzte Licht
es tönt zuletzt aus Wirtes Munde
gut’ Nacht ihr Leut’ – vergeßt uns nicht

©ee

Kinderaugen.

Kinderaugen sprechen Bände
man muß sie nur verstehen können
Kinderaugen haben Hände
sie können gut und böse trennen

Kinderaugen sind das Leben
unendlich tief und rein der Quell
Kinderaugen wollen geben
greif zu – denn sie sind furchtlos schnell

Kinderaugen sagen Wahrheit
denn nichts trübt ihren klaren Blick
bewahre ihnen diese Klarheit
denn dann bewahrst du Kinderglück

das dir dereinst in spätem Alter
schenkt was du längst verloren hast
es schwebt um dich als bunter Falter
erleichtert dir des Lebens Last

©ee

Kinder.

Kinder

Kinder sind die Welt von morgen –
lernt sie schon mal richtig an,
bei Kindern kann man Zukunft borgen –
das tut so mancher reiche Mann.

In Kinderaugen ist viel Platz –
für Tränen und für Nichtverstehen,
Kinderseelen sind ein Schatz –
sind seit jeher Gottes Lehen.

Kinder können Hungers sterben –
Kinder sind so stark wie nie,
Verdiener oft mit Kindern werben –
total verdreht – ich weiß nicht wie.

Kinder brauchen Mutters Liebe –
trennt sie nicht – laßt sie vereint,
Menschheit bekommt ständig Hiebe –
mit jeder Träne – die Kind weint.

Kinder brauchen Hauses Dächer –
laßt sie nicht im Regen stehn,
benutzt die Herzen stets als Fächer –
und ihr werdet Blumen sehn.

©ee