Kein Zweifel . . .

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Kein Zweifel . . .

J edes Leben ist beschrieben –
fein säuberlich und abgestimmt,
egal auch, wo die Wurzeln liegen –
egal auch, wann der Herr es nimmt.

Die Schrift – sie ist für jeden kenntlich
wenn man sich nur die Mühe macht,
jedes Leben ist unendlich –
auch nach des Sterbens kurzer Nacht.

Der Lauf vom Werden zum Vergehen
ist eine Reise durch die Welt,
man muß jedoch den Sinn verstehen –
der Abschied dann viel leichter fällt.

Die Kerze die wir jetzt entzünden –
erleuchtet einer Seele Pfad,
dadurch mag sie nach Hause finden –
wenn auch nicht immer schnurgerad.

© ee

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Verkannt.

Verkannt
Der Nebelmonat November…
man sagt von ihm,
er sei unromantisch.

Er hätte nur Platz für Trauer und Geister.
Er dulde nur Nebel und Seelenkoppeister
und kennt nur auf Gräbern brennende Kerzen,
Gedenken an Gestern und Verluste voll Schmerzen.

Dabei ist es nur seine schattige Seite –
die Wendung zu Stille und ruhigem Licht.
Im Halbglanz der Sonne die Stunden durchschreite,
und hör’ wie der Welt Hohnlachen bricht.

Schau segelnde Blätter von kahlenden Bäumen
und rieche des Herbstes vergehende Pracht.
Genieße die Farben – beginne zu träumen
und ahne den Frühling –

der schon bald wieder lacht.

© ee

Bild von Joseph Ken auf Pixabay

Gedanken zur Novemberzeit …

Bild von PicsbyFran auf Pixabay thanks

Gedanken zur Novemberzeit …

Der November ist so mitteltrübe
wie ein stark verwackelt Bild
Großmutter plagen ihre Rheumaschübe
mal erträglich – mal ganz wild

der Hund liegt in der Sofaecke
hat keine Lust auf Gassi geh’n
der Tag kriecht langsam wie ’ne Schnecke
als wenn’s ihm schwerfällt aufzusteh’n

die Sonne ist auf den Azoren
verbringt dort ihre Urlaubszeit
am Strand steht noch wie traumverloren
ein Strandkorb – bunt, im Sommerkleid

alle Welt redet von Trauer
und dem was längst vergangen ist
im warmen Viehstall klagt der Bauer
über viel zuvielen Mist

könnt’ man nicht diesen Monat streichen
aus unserer Zeit Kalender
es würde doch auch völlig reichen
wäre das Jahr ein Elferender.

©ee

Novemberblues …

Novemberblues …

Der November hat Adschüß gesagt
er hat den letzten Nebel eingesammelt
mit dreißig Tagen hoch betagt
hat er die Türen hinter sich verrammelt

der Dezember tritt nun in die Zeit
noch gar nicht winterlich gekleidet
ist nicht zu Eis und Schnee bereit
dieweil er unter Föhnwind leidet

doch der Terminkalender greint
kann seine Einträge nicht ändern
auch wenn der Himmel Tränen weint
schmückt er die Welt mit bunten Bändern

er eilt mit riesengroßen Schritten
auf Weihnacht zu – dem Jubelfest
während Ruprecht mit dem Rentierschlitten
sich auf Schneefall noch verläßt

so steht er da am Gabentag
mit reichlich rostigroten Kufen
und ist im Herzen ganz verzagt
ob des vergeblich Abfahrt rufen

©ee

Bild von H. B. auf Pixabay

immer wieder NEUES findet ihr hier :

https://christinvonmargenburg.blog/neues/

Die alte Schmiede in Middels

Die alte Schmiede in Middels

Großer Saal, volles – übervolles – Haus.

Die ostfriesischen Jungs hatten – wie alljährlich – die Senioren der Region zu einem gemütlichen Nachmittag bei Tee und Kuchen geladen – zum Klönen, zuhören, zusehen – ganz einfach Kurzweil war angesagt. Alle, die in die Vorbereitungen eingebunden waren, rührten sich nach Kräften –

das heißt, soweit es die Mitglieder des „Fanclubs“ der ostfriesischen Jungs betraf. Kurzweilige Stimmung zu erzeugen, mühten sich die auf der Bühne mitwirkenden Akteure nach Kräften. Verwässert wurde ihr Bemühen gehörig durch den plörigen Tee und ebenso versalzen durch die gepfefferten Preise für Verzehr außerhalb des „Sponsorings“. Die, diese an sich gute Sache, unterstützenden Firmen hätten wahrlich eine bessere Präsentation ihrer kostenlos gelieferten Produkte verdient gehabt.

Bei den kleinen Speisen am Rande machte sich ein krasses Missverhältnis zwischen Menge und Preis bemerkbar. Als großes Manko fiel die fehlende behinder-tengerechte Erreichbarkeit der sanitären Einrich-tungen ins Gewicht. Die wohltuende Sauberkeit der im Untergeschoß gelegenen Toiletten bewahrte den Gefühlspegel vor dem Absturz in den Minusbereich.

Ein großzügig ausgelegter Parkplatz ersetzt eben noch lange kein fehlendes, freund-liches Innere eines gastronomischen Betriebes –

gleich in welcher Größe er sich darbietet.©ee

hörst Du den Winter ?

Bild von NickyPe auf Pixabay

Hörst du

Hörst du das Wispern der Wintergräser
im frostigkahlen Morgenlicht –
hörst du das Tönen der Kirchturmbläser
das sich unter den eilenden Wolken bricht?

Hörst du das Knispern der trockenen Reiten
über dem blinkernden moorigen Grund –
hörst du der Wellen Geschlag’ in dem weiten,
vom Himmel begrenzten und bläuendem Rund?

Hörst du des Windes emsiges Raunen –
wie stetiges Leben über dem Watt,
es zeiget uns Werden, es machet uns staunen
dass Erde all’ diese Wunder noch hat.

Genießet das alles und füget euch ein –
erkennet die Werke als schlüssig,
denn wenn ihr’s nicht könnt,
dann wird es bald sein

dass Mensch auf Erd’ mehr ist als flüssig.

©ee


ewaldeden©2013-02-23

mein Schatten .

mein Schatten .

lege dich in meine Herzkammer bleibe bei mir so lange es schlägt,
falte deine Traurigkeiten zwischen meinen Tageshoffnungen ,
es bricht der Himmel mir bei jedem deiner Worte auf .

Zeitringe um das Handgelenk das unseren Faden hält. Ich liebe dich
wie es die Sonne tut wenn sie durch graue Herbsttage fällt ,
ich atme dich mit jedem Wort immer wieder mit Staunemund.

© Chr.v.M.

Eine Galerie der besonderen Art . . .

Bild von poverss auf Pixabay

Eine Galerie der besonderen Art . . .

Verläßt man den Kirchplatz in Jever über die St. Annen Strasse, muß man nach gut fünfzig Metern unweigerlich den Schritt verhalten. Selbst die flüchtigsten Augen können nicht anders. Eine Galerie schaut man – eine Galerie der besonderen Art. In einem Haus aus der Mitte des vergangenen Jahrtausends wirkt eine Malerin. Kaum eingetreten, ist man von den Seelen gefangen – der Seele des Hauses und der Seele von Bärbel Niemann. Gefragt, warum sie sich gerade in Jever niedergelassen hat, fangen ihre Augen hintergründig an zu leuchten. Liebe auf den ersten Blick hat es bewirkt – nein, nein – lacht sie, kein Mannsbild war der Anlaß – in die Stadt habe sie sich auf das erste Sehen verliebt.

Das Besondere an der Galerie wird dem Besucher dann ganz schnell bewußt – Bärbel Niemann präsentiert sich selbst – eine Malerin der alten Schule mit ständig neuen Ideen. Wer an ihren Malkursen teilnimmt, ist unweigerlich für den Rest seines Lebens Pinsel und Farbe verfallen – und wer nur kommt, um einmal zu schauen – der schaut immer wieder.

Also – Vorsicht! Wer nicht der Faszination des Tuns von Bärbel Niemann erliegen will – der muß um die Galerie in der St. Annen Strasse einen weiten Bogen machen.

Verpasst hat er dann allemal etwas.©ee