Unser Leuchtturm.

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Unser Leuchtturm …

F ünfundfünfzig lange Jahre
hielt er die Wacht bei uns im Watt
dann machten ein paar nicht ganz gare
ihn über Nacht ganz einfach platt

er stand noch nicht einmal im Wege
bei dem was dort als neu entstand
und mit ein klein bißchen Pflege
wär er ein Schmuckstück für das Land

doch leider hat man ihn vernichtet
als zu gering fürs Gnadenbrot
obwohl er gerne noch berichtet
von Seemannsfreud und Wassersnot

einzig den Kopf mit der Laterne
den findet man weitab vom Meer
in Münchens weiter Baziferne
wiegt das Interesse nicht sehr schwer

drum lassen wir sie hoch und leben
die hohlköpfige Beamtenschar
denn taube Nüsse wird’s noch geben
wenn wir schon lange nicht mehr da.

© ee

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Verbundenheit…

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Verbundenheit . . .

S ilbern funkelnde Sterne
nachtesheller Strand
die Wellen laufen von ferne
auf endlos weißen Sand

Strandkörbe stehen wie bunte Eulen
im watteweichen Mondeslicht
von Wattenbänken Seehundheulen
ihr Lied sich an den Dünen bricht

Am Strandkorb siebzehn ‘ne Laterne
beleuchtet still ein Liebespaar
er flüstert leis’ – ich hab’ dich gerne
und streichelt sacht ihr weißes Haar

Seit über fünfundfünfzig Jahren
ist dieser Strandkorb ihr Revier
wenn sie auf diese Insel fahren
verleben ihre Sommer hier

Sie haben hier in all’ den Jahren
viel schöne Dinge kommen seh’n
sie haben aber auch erfahren
daß viele Menschen mußten geh’n

Sie genießen hier jetzt jede Stunde
so – wie sie aus dem Himmel fällt
in dieser wunderbaren Runde
in dieser schönen Inselwelt.

© ee

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Schon vergessen ?

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Schon vergessen ?

A uch das Meer besteht aus Tropfen
wie alles Naß auf dieser Erde
selbst wenn wir alle Quellen stopfen
doch immer wieder Leben werde

regnen Wolken – fließen Tränen
schmelzet Eis und wallet Blut
selbst wenn wir uns im Himmel wähnen
stürzt auf uns nieder Höllenglut

und immer ist es Lebens Feuchte
die uns erlöst aus aller Qual
es ist des Regenbogen Leuchte
es ist der Liebe Lichtfanal

selbst wenn aus Wasser Eiseshärte
selbst wenn das Blut bedeutet Tod
die Hoffnung ist der Weggefährte
führt uns hinaus aus tiefster Not
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© ee

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Töne bei

Armut.

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Armut

W er nichts mehr besitzt
der kann auch keinem etwas geben
selbst wenn er bereit ist zu teilen
so ist es nun mal in diesem Leben
in dem wir müssen verweilen


reich sein ist gut – das ist keine Frage
doch wer von den Reichen
fragt nach des Armen täglicher Plage
bedenkenlos wird der Knüppel geschwungen


es wird nicht geschaut, welche Wunden er reißt
es wird nur immer das Lied gesungen
welches das Wohl der Vermögenden preist

ich wünsche mir einmal, daß niemand was hat
ich wünsche mir einmal Gerechtigkeit

daß keiner mehr macht den anderen platt
das wär fürwahr eine herrliche Zeit

© ee

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Verdammt.

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Verdammt.

S trassen führen in endlose Weite
nirgends keimt Hoffnung
kein Fünkchen Licht
man hört nur immer furchtbar gescheite
Worte – die jemand hohl in die Leere spricht
in die Leere der Herzen
in das hohle Gefühl

man weiß um die Schmerzen
doch den Sager läßt’s kühl
man polieret die Hüllen
in die Versprechen man steckt
die nichts dann erfüllen
selbst wenn alles verreckt

sie wirken wie Laub
an toten Bäumen
sie schmecken wie Tränen
im salzigen Meer
wo sind die Bilder
aus unseren Träumen
wo ist des Glückes Glückswiederkehr.

© ee

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Sichere Gefühle…

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Sichere Gefühle . . .

D er Wind, die Wolken, die Einsamkeit
der Strand, die Dünen, das Meer so weit
die Spur deiner Füße am Wassersaum
sie sind deine Zeichen – ich sehe sie kaum

ich ahne das flüchtige Leben
das ewig nach Geborgenheit streben
geborgen an des Liebsten Brust
von Zärtlichkeit umfangen

ich weine weil du gehen mußt’
wohin bist du gegangen
die Wolken nahmen mein Schauen mit
der Wind mein heimliches Rufen

der Mond gab Trost mir – wenn ich litt
wenn ich wartete auf den Stufen
der Treppe zum Himmel der Zweisamkeit
die Zweisamkeit – die dort uns vereint

zu allem mein Engel bin ich bereit
dass endlich das Glück mir erscheint.

© ee

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Alpträume . . .

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Alpträume . . .

L iegst du des Nachts im Bette wach
du horchst auf alles – atmest flach
das Klappern an den Fenstern
das Rascheln in den Deckenfalten

das schreibst du zu Gespenstern
und anderen finsteren Gestalten
des Mondes Schein läßt Schatten spielen
sie springen in der Kammer ‘rum

du meinst die Hände schon zu fühlen
liegst reglos da – und bist ganz stumm
bis dich der Schlaf dann übermannt
dich fest in Traumes Welt einspannt

meist ist der Traum dann auch nicht besser
du träumst dich jagt ein Menschenfresser
so ist die Nachtwelt oft ganz wild
ist oft der Tage Schattenbild.

© ee

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