Altmark

Altmark

Wo sich der Himmel über weite Felder neigt,
wo der Bussard kreisend in die Lüfte steigt,
da geht mein Blick so froh ins grüne Land
und fliegt hinaus bis an des Himmels Rand.

Da schweifen die Gedanken gern zurück.
Wie war mein Leben doch so reich an Leid und Glück!
Es ist die Liebe, die mir blieb bis heut.
Sie trägt mich weiter durch den Strom der Zeit.

Gertrud Everding
©Gertrud E.

Herbsttage.

Herbsttage.

Über zauselig verwunschene baumkronen fegt der alte wind mit vollen backen, schlägt grüngestrichene fensterläden mit donnergetöse gegen hausputzwände und bringt sie zum nießen.

regenwolken über meinem wunderland , ein vogel nippt an dem noch trochenrostigen regenbehälter und drüben zittert ängstlich das letzte übriggebliebene blatt am wippenden zweig.

der spätnachmittag begrüßt den neuen abend durch meinen radiolautsprecher. ansage für morgen : sonnig und heiter. mit einem dumpfen knall verdunkelt sich das erschrockene fenster ..

schnell nun die kleinkarierten gartenstuhlbezüge ins haus und die aufgeplusterte , empört wehende wäsche abnehmen ,

bevor der regen alles noch einmal wäscht.

© Chr.v.M.

Lauf – Worte

Kaputtglobalisiert…

Kaputtglobalisiert

Die Welt ist kalt – die Wärme fehlt
es fehlt der Schutz vor scharfen Kanten
einzig nur noch ‚Money’ zählt
unter ‚Globalplayern’ und Verwandten

nur der Geruch des Geldes trägt noch
dünne Schichten hoch hinaus
der Rest verschwindet im Finanzloch
verliert so Arbeit, Hof und Haus

was Politik einst sollte regeln
hat längst sich selbständig gemacht
Wirtschaft wird regiert von Flegeln
von denen jeder sich ins Fäustchen lacht

sie zocken, schieben, spekulieren
fahren Milliarden Verluste ein
die sie dann ‚cool’ präsentieren
denn Staat steht für Verspieltes ein

©ee

Vorostern

Vorostern

Die Sonne steht strahlend im Mittagshimmel –
über dem Rapsfeld Gesumme, Gewimmel.
Der Imker schickt seine Bienen zur Tracht –
sie ernten ihm süße goldene Fracht.

Die Kornblumen leuchten in satten Tönen –
die Menschen sitzen im Schatten und klönen.
Kühe und Schafe ziehen zur Weide –
munter und stetig fließt wieder die Leide.

Die Pflanzen sie sprießen, es ist eine Wonne –
ob Tier, Pflanze, Mensch – alles strebt jetzt zur Sonne.
Die Gärten, sie leuchten wie nur einmal im Jahr –
und schon wissen alle – bald ist das Osterfest da.

©ee