Wilhelm Gustloff . . .

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Wilhelm Gustloff . . .

E in Glasen ist’s nach Mitternacht
der Sturm heult um die Brücke
es ist als ob die Hölle lacht
des Meeres Brecher Teufels Krücke

Im fahlen Schein der Instrumente
steinhart sind die Gesichter
der Kompaß zittert die Momente
man fürchtet fremde Lichter

Im Ruderhaus – die Spannung dick
man könnte sie zerschneiden
doch sieht man dann des Käptns Blick
man fühlt ihn förmlich leiden

Man müßte ohne Echo sein
für Feindes Horchgeräte
am liebsten wäre er so klein
wie eines Fisches Gräte

stattdessen kämpft sich durch die See
sein Schiff – ein Hochhaus von Format
die Zahl geht in die Tausende
die Flüchtlinge an Bord es hat

Trotz Wintersturms und Eisesjagen
ein U-Boot hat sie im Visier
Torpedos tausend Tode tragen
es waren wohl zehntausendvier

Und feiert man auf Ätherwellen
grad just den zwölften Jahrestag
vom Arierland – dem sonnenhellen
auf See war es ein schwarzer Tag

So steht die Gustloff für Geschichte
vom größten nassen Massengrab
in überlebendem Gesichte
man bis zum End’ es lesen mag.

©ee

Triumph.

Triumph.

dann windgedrängt im wolkenlicht
küsst sonnenschein das erstes blatt
und auf den zweigen grün sich bricht
im tropfen tau, verwundert matt.

das sich verbergen ist nicht mehr
die wiederkehr nun hat begonnen
es drängt aus erdbraun sich noch schwer
der blütenvielfalt sacht, besonnen

das meislein hielt dem winter stand
sie zwitschert froh ein frühlingslied
ein hälmchen das ins nest sie band
es fattert nun am rand als sieg.

© Chr.v.M.

Weihnachtliches / Winacht

Kurzbeschreibung :

Weihnachtliches …

hinter einem solchen Titel erwarten wohl die meisten Leser Geschichten und Gedichte in einem von althergebrachtem Klischee. Wer das denkt, der kennt den Schreiber hinter diesen Texten noch nicht.


In zwei Sprachen nimmt er den Leser mit durch die Höhen und Tiefen dieser winterlichen Besonderszeit – in Hoch- und Plattdeutsch führt er ihn abwechselnd durch wehende Schleier von Freudentränen wie auch über Wegstrecken des schmerzhaften Mitfühlens.


„Weihnachtliches“ in zwei Sprachen einmal völlig anders – nämlich auf typisch „Eden“ präsentiert.

Kindle 3,99 Euro

Taschenbuch 5,99 Euro

auf Amazon erhältlich : https://www.amazon.de/

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Herr Ewald Eden:


Ostfriesland – vergangen und gegenwärtig – in lyrische Texte verpackt und den Freunden der (ost)friesischen Muttersprache mal leicht und locker, mal berührend und unter die Haut gehend serviert.
Liebe, Leid, Alltag und Sonntag, Freude und Feste und Blut und Tränen. keine Lebenssituation auslass
end.

Über Herrn Ewald Eden, Lyriker:

Er schreibt Krimis, unterhaltsame Geschichten, sozialkritische Beiträge und Poesie. Immer ein Spiegel der Gesellschaft, und immer mit einem Augenzwinkern. In vielen hundert Rundfunksendungen las er seine Geschichten und Gedichte für norddeutsche und holländische Radiohörer. Der Autor versteht es, Dinge beim Namen zu nennen und sie doch auf eine Art und Weise zu zelebrieren, dass das Geschriebene als packender Film vor dem geistigen Auge flackert. Unvergleichlich, sein Stil – einfach unverwechselbar

und mir sehr WICHTIG : ER ist mein allerbester Freund. Christin v. M.

Er ist auch in der Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen Gedichtes zu finden .

Morgenschübe.

Morgenschübe.

mit dem staccato
von gähnenden wachlauten
über noch abgedunkelte nachterinnerung
gestolpert

dann die übergabe der töne
durch gekippte fenster
ins morgenlicht
entlassen

brötchen und kaffeduft
umgerührt in die tageserwartung
bis das jetzt den uhrzeiger
von uns weg rückt

als hätte es
das erwachen
eben
nicht gegeben.

© Chr.v.M.

Verlassen . . .

V erlassen . . .

Tränenfeuchte Abschiedsaugen
ich wende mich – und gehe los
mein Mund mag nicht zum reden taugen
es sitzt im Hals ein dicker Kloß

Wir hatten wunderschöne Zeiten
Minuten – Stunden – Tagelang
die Nächte uns durchs Glück begleiten
nie war mir um uns beide bang

Doch irgendwann spürt ich –
du warst anders – anders als bisher
als wenn da nur noch Hülle war
so schlaff und seelenleer

Ich war für dich ein großes Feuer
aus Stroh und trock’nem Tand
dabei war ich noch keinem treuer
mit keinem mich so tief verband

Meine Hand die greift ins Leere
du bist weg – weit fort von hier
schipperst über sieben Meere
ein Teil von dir ist stets bei mir

Das Ergebnis unserer Liebe
halte ich ganz fest im Arm
alles – was mich sonst wohl triebe
hält jetzt unsere Tochter warm

Ich werde ihr in langen Nächten
erzählen von dem Vater – stolz
ich werd’ nicht schimpfen – ihn nicht ächten
werd’ sagen – er war aus gutem Hol
z

© ee

Bild von Mabel Amber, still incognito… auf Pixabay

Die Stecknadel . . .

Die Stecknadel . . .

D ie Stecknadel – dies kleine Ding
hat riesengroße Kräfte
ob sie nun steckt im Hosenring
oder in Ärmels Schäfte

Unscheinbar kommt sie daher
ohn’ Schmuck und viel Geplunder
ihr fehlt sogar das Nadelöhr
sie ist ein kleines Wunder

Doch wenn sie sich entschlossen hat
mal richtig aufzutrumpfen
dann gibt es Schmerzensschreie satt
aus stichgequälten Rumpfen

Ist sie vergnügt dann sticht sie nur
mit klitzekleinen Spitzen
doch ist sie schlechte Laune pur
kann sie sich schon erhitzen

Es bremst sie nur ihr schlauer Kopf
im Eifer des Gefechtes
daran erkennt der kluge Schopf
sie ist weiblichen Geschlechtes
.

© ee

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