Spazierfahrt in`s Tagesglück.

Spazierfahrt in`s Tagesglück.

Wogende Wiesenhalme, die schüchternen Blütenköpfe in den Himmel gesteckt, im Tagesgold dengelt ein Mann, blitzt silbern die Sense, tanzen ahnungslos zwei blaue Schmetterlinge bis es zischt und ein Marienkäfer unbemerkt auf erdbraunen Schuhen landet, Halm um Halm fällt, stoppelig der Boden, lang die Arme weit ausgestreckt dann wieder angewinkelt, den Rücken gekrümmt, Strich um Strich, Fleißbilder in die Luft gehängt, den Schweiß auf der Stirn und eine fröhliche Melodie auf den Lippen, das nun der Wald den Heuduft einfängt und das Peitschen der Hiebe, auch das fliehende Lied auf den Lippen des Bauern bei dem Gedanken eines vollen Schobers und sie weiter fährt unbemerkt,

den rollenden Kinderwagen mit klapperbunten Holzspielzeug über den Kiesweg schiebt und der Specht klopft aus dem Grün im Takt beständig,

wie sie nun gluckst vor Vergnügen, die Kleine. © Chr.v.M.

mein Kätzchen.

Wer gibt hier Laut?
Wer ruft miaut?
Wer sitzt gemütlich auf meinem Schoße
Wer will das ich ihn zärtlich kose?

Wer legt sich nachts ganz sacht zu mir
wenn ich zu Bette geh und schnurrt “ Wir“
Wer weckt mich morgens leise, dann doch mit Dringlichkeit
wer fragt auf diese Weise: Hast du jetzt endlich Zeit ?

Mein kleiner Kater ist es, den ich Euch Hier beschrieb
und seht da vorne sitzt er , ich hab `ihn so sehr lieb.

© Chr.v.M.

eines meiner Katzen-Gedichte .Zu finden hier :

https://christinvonmargenburg.blog/unser-kinderhaeuschen/katzchengedichte/

Löwenzahn

Löwenzahn

Goldene Sonnen,
aufgereihtes schönstrahlen
auf graugepuderten Steinwegen.
Durchbruch auf sattgrünen Wiesen
und versteckten Weiden.
Selbst durch kühlblaues Metallgitter
sich rekelnd und streckend
mit zart zerzauster Perücke
oder leuchtenden Köpfchen
fernwehvolles nicken

und auf den Flug wartend.

Himmel und Hölle spielen

oder Engel machmal auch Teufelchen.

© Chr.v.M.

foto dank https://pixabay.com/de/

Ferne weht – foro flirtas

ferne weht

auf dem gleis 7 – 8
übergeben sich züge
werfen sich ankommende
aus den erstickten abteilen


im verbissenen lila
ergraut
der abendhimmel
froh
umarmen sich
erschöpft reisende

wartende sehnsuchtsgestalten
versinken lautlos in die nacht
in nichts.
dort schleicht die dämmerung
entlang am bahnsteig
dort nur dort
bläst bläst der wind
den einsteigenden
wohlfühlwonne ins genick

die türen betteln
nach passagieren
es knallt das fernweh
auf den mechanismus
die klinke freiheit schließt.

im fenster winken
weiße taschentücher
die letzte botschaft dann
in eile
noch auf die scheibe gedrückt
gekratzte herzen
lebensläufe in kurzform

es rinnt die träne dir
über das abschiedsgesicht
im grellen pfiff
versinken rotschlußlichter
vernebelt in den gesichtern
der dagebliebenen.

die ferne verblasst
die nähe wird noch näher
das nächste mal
ein

mit. ein. steigen .

© Chr.v.M.

foro flirtas

sur la reloj 7-8
alternas trajnoj
ĵetiĝas alvenantoj
el la sufokigaj vagonoj
en la mordiĝema violo
griziĝas la vespera ĉielo

ĝoje ĉirkaŭbrakas sin
lacigitaj vojaĝantoj
kun atendantaj sopirofiguroj.

forsinkas
sensone
en la nokto
en nenion.
kaj tie

ŝteliras la vesperkrepusko
laŭ la perono
blovas al la enirantoj
bonfartvolupton en la nukon
la pordoj almozpetas
pri pasaĝeroj
krakas la forsopiro
sur la mekanismon
la klinko libero fermas ĝin
en fenestro
mansvingas blankaj poŝtukoj
la lastan mesaĝon
tiam rapide
ankoraŭ sur la vitron premitan
gratitaj koroj
vivraportoj en kurta formo
ploro ruliĝas al vi
trans la adiaŭvizaĝon
en akra fajfsono
forsinkas ruĝfinlumoj
nebuligitaj en la vizaĝoj
de la postrestintoj.
la foro paliĝas

la proksimo eĉ pli proksimas
la sekvan fojon

kun-en-iro.

© Chr.d.M.

Das bin ich.

.

Das bin ich.

m it bunten farben
in dunkle ecken
bewegte bilder
ich die malerin

den vögeln lauschen
mit ihnen singen
in schiefen tönen
ich die sängerin

mit tinte klecksen
buchstaben sortiern
gedichte schreiben
nur für mich
ich die schreiberin

den mond betrachten
die sonne anlächeln
regentropfen
mit den lippen fangen
ich die träumerin

gedankenverloren
in traumwelten schweben
auf dem regenbogen farben zählen

den himmel verrücken
die wolken benennen
meine tage und wochen streicheln
die monate als geschenk verpacken
um die jahre eine rosa schleife binden
das bin ich

im tanz mich finden
das gesicht der zeit streicheln
in ihre augen fallen
um neues zu entdecken
kindliches mitspielen
sekunden haschen
einatmen im lachen
und leben

ja

auch das
bin
ich.

© Chr.v.M.

Zauberbude Schreibwerkstatt.

Zauberbude Schreibwerkstatt.

E s drängt die Fantasie sich durch Satzfugen
umrahmt bizarre Schreibversuche löst sich auf
zwischen Gedankenspielen stößt in Versuchsdochmut
und hinterlässt gesetzte Wortspuren, Buchstabendicht.

© Chr.v.M.

Dem Fehlerteufel.

W ortgestapeltes Chaos

bis ich neues dann vermesse
gross und klein nicht vergesse
bis die fehler ausgemerzt
manche sätze wie es schmerzt
mir dann lösche neu dann setze
durch die zeilen flink noch hetze
der wortjonglöse schief und scheeler
ihr zufrieden grinsen fehler
ungesehen unentdeckt
spitzenmäßig gut versteckt
und was gekillt und ausgemerzt
ihr teuer nun
das fehlen schmerzt.

© Chr.v.M.

Schafskälte .

  Schafskälte .

Pflugquer
eingetriebene Regenrillen,
über dem Feld
zieht die Schafskälte
himmelwärts,
wellt sich das Feucht
dem Sommer entgegen,
reißt kühlklamm
zarte Wurzeln Himmelwärts.


Haltlos kippt der Morgenbalken
auf goldblond,
wirft Schimmerbögen
auf Mauselöcher
die das Grünbraun
einsaugen

blubbernd
und den Himmel
mir.

© Chr.v.M.