Ich bin – der ich bin !

Ich bin – der ich bin !


Ich bin
ein gedicht
im gleichgewicht.
mein sinn ?
im wir
der vier
ich bin.

Ich bin
im kleinen
im keimen.
der sinn ?
im sproß
ganz groß
ich bin.

Ich bin
im satz
ein gegensatz.
im sinn
vergehend
bestehend
ich bin.

Ich bin
die ewigkeit
der zeit.
der sinn
von raum
im traum
ich bin.

Ich bin
stark und zart,
sanft und hart.
im sinn
von gebend
und nehmend
ich bin.

Ich bin
elementarkraft
der gemeinschaft.
der sinn ?
leben
zu weben
ich bin.

Ich bin
umordnung
der ordnung
als sinn
der unordnung
in ordnung
ich bin.

Ich bin
vierfach
mehrfach
mein sinn :
vielfach,
einfach
ich bin.

Ich bin
zu einem
die zweien.
mein sinn ?
vier dreien
zu einen
ich bin.

Ich bin
unfrei
und frei.
im sinn
der gesundheit
und krankheit
ich bin.

Ich bin
alles
und nichts
deines gesichts
dein sinn
in dir,
im wir,
ich bin.

Ich bin
gestalt
uralt.
mein sinn
ist jung.
voll schwung
ich bin.

Ich bin
der schein
im sein
von scheinbar
vereinbar
ich bin.

Ich bin
nichts und all
in jedem fall.
der sinn?
im sein
all- ein

ich bin der ich bin !

© Chr.v.M.

Farbig angemalt.

.

Farbig angemalt

Wenn der Tag neu grau umfangen
neblig feucht aus Wäldern steigt
und die Sonne blass verhangen
gähnend noch am Himmel weilt
wenn der Glockenturm nicht sichtbar
dröhnend guten Morgen schreit

dann erwachen Mensch und Tier.

Lös ich mir die Worte dichtbar
nütze die Gelegenheit
um mit Freude zu gestalten
Stund um Stunde zu verwalten
buntes in den Tag zu bringen
fangen Vögel an zu singen

farbig wird der Tag dann mir.

© Chr.v.M.

Oktoberschlau.

Oktoberschlau

Es hellt bedacht das Blau der Wälder
es dampfen braun die Stoppelfelder
noch schläft der Steg, der Weg, die Weiten
sie träumen noch von Sommerzeiten.

Im Nebelmantel Morgengrau
erwacht ein Tag zu neuem Leben
Herbstfarben staunend Wunder weben
im Fortbeginn Oktoberschlau.

© Chr.v.M.

Heute,gestern, morgen…

nichts besseres zu tun als nachts
kostenlos an der brücke zu lauern
um die hämmernden töne
der abgefahrenen mucke zu lauschen
danach seelenstaunen
wenn der rhythmus die gischt aufschäumt.

zwischen den klaffenden mäulern
der verrosteten kähne
ein kontinuierliches brechen
melodienempfindungen ertrinken
und alles wie immer gut ausgeleuchtet
selbst das geknutsche

ist gleich geblieben.

© Chr.v.M.

gesetzt als das Leben noch NORMAL war…

Unterwegs.

Unterwegs.

über den fabrikschloten
rauchzöpfe
himmelwärts aufsteigend.

sichtlos milchgelbe fensteraugen
dahinter das stampfen
blindwütig von motoren

aufgesprühtes zwischen graffitiparolen
arbeit macht glücklich,
ewig wunschzerfetzt.

auch mauerabwärts
blüht schwarz das moos
verschwitzt noch in den ritzen

unbeirrbar in meinem tagesstaunen.

© Chr.v.M.

Nichts verlieren.

Nichts verlieren.

Dich aus den Augen ,
zwischen allen Seiten des Lebens suchen.
Dich nicht verlieren.

Das letzte Blatt bevor es fällt,
vom Baum der Zeit.
Es nicht verlieren aus den Augen.

Kraft, Mut und Zuversicht sammeln,
hoch hängt die Uhr doch Zeigerlos.
Die Zukunft, uns nicht verlieren.

© Chr.v.M.

oder :

wo im Verlieren
das Wiederfinden
schon enthalten ist…

zwischen den Tagen.

Processed by: Helicon Filter;

zwischen den tagen liegt die nacht
durch dunkle gänge fallen mich schreie an
trifft mich das stönen

klammert sich der schmerz an eilende fersen
sucht die hilfe meinen schatten
bäumt sich das schicksal wissend vor dem tod auf,

hält mir das leben die hohle hand entgegen
und fängt meine tränen ein
nacht um nacht.

© Chr.v.M.