Meiner einer…

Lange hatte ich überlegt ob ich hier diese Zeilen setzen soll. Heute habe den Mut dazu. Meinen schwere Brustkrebs habe ich anscheinend überstanden. Frau fühlt sich irgendwie anders nach der Abnahme. Flach wie ein Bügelbrett bin ich nun. Doch nach der Chemo, danach schwerer Bestrahlung hat sich eine unheilbare Krankheit bei mir breit gemacht. Die freundlichen Ärzte hatten sich überlegt wie sie mir das erklären sollten. Nicht wissend das ich Jahrzehnte lang im Klinikbereich gearbeitet habe.

A L S klingt wie eine Talabfahrt. https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=a+l+s+krankheit

Noch dazu habe ich den schweren Verlauf. Höchstens drei zu erwartende Lebensjahre haben sie mir gegeben. Das erste halbe Jahr ist schon um. Magensonde, künstliche Ernährung, Sauerstoff habe ich bereits erhalten.

Da ich am PC – Laptop nicht alzu lange sitzen kann, werde ich hier immer weniger setzen. Meine 2. Seite ist hier zu finden.https://kurzzeitbegrenzt.blogspot.com/ dort stappelt sich Kurzgeschriebenes und meine fast täglichen Einträgen zum Tagesgeschehen. A m L imes S tehen beschreibt meine jetzige Situation ganz gut.

Ich bitte Euch von Beileidbekundungen Abstand zu nehmen. Jeder Mensch stirbt einmal. Ich bin nicht traurig und habe den Mut zu schreiben :

vielleicht schenkt mir das Leben noch ein klein wenig mehr Zeit… Christin von Margenburg

in Zeitlupe

in Zeitlupe

deine zeit betrachten
wie sie erblüht
während du ihr silben schreibst
mit zarten zerbrechlichen flügeln

nicht wissend:
wird sie mein schlafendes ohr
je erreichen
nicht wissend: wachen wir

ich halte mein seele
an orpheus reich
presse mich
durch tagesgestein zu dir

zeit die uns durchsichtig scheint
und kurz
um in vergrößerungen wieder

länger zu werden

diese zeit betrachten…

wie sie erblüht
und du buchstaben setzt
bis sie tanzen froh

vor meinen augen

sie dreht sich
dreht sich
auch heute

um das verlorene UNS .

© Chr.v.M.

Das Leben.

Das Leben.

Das Leben ist kein Pappenstiel,
kein Ponyhof, kein Schlotzer,
kein Traumgebinde, Zuckerschlecken,

kein Wunschkonzert, kein Honigpferd,
wir sind hier nicht bei : Wünsch dir was
und trotzdem macht das Leben Spass.

Drum such dir DAS was dich beglückt,
und find das Leben nicht bedrückt,
komm Baby mach` dich nicht verrückt.

Glück gibt es kaum zuhauf.
Erwart,erhoff, vertraue drauf,
nimm dir ein schmales Stück.

© Chr.v.M

zum Jahresausklang.

Immer wieder das gleiche Spiel …

Es hat doll geknallt,
die Luft wurd’ verpestet –
man hat laut gegrölt
und die Stimme getestet.

Die Böller sie krachten,
der Himmel wurd’ bunt –
die Leute sie lachten
und aßen sich rund.

So manches Fass Rum mußte dran glauben,
es klingt nur noch hohl, mit gar nichts mehr drin.
Dafür mancher Kopf gefüllt ist mit Schrauben,
die klappern und dreh’n sich so ganz ohne Sinn.

Manch‘ Magen der schaukelt wie Seegang bei Zehn,
man läuft onduliert mit querschrägem Gang –
und findet das Ganze dann auch noch so schön
wie einen angekokelten Wohnzimmerschrank.

Vom „guten Rutsch“ und von „Prosit Neujahr“
ist nicht mehr vieles geblieben –
man wünscht sich nur, daß der Kopf wieder klar
und ärgert sich, daß man es wieder mal stark übertrieben.

Beim nächsten Mal wird man genügsamer sein,
dann trinkt man mehr Brause und Wasser mit Gas –
und kommt garantiert nüchtern ins Neue hinein,
das schwört man sich fest ohn‘ Unter und Lass‘.

©ee

ewaldeden

Dezemberpost.

Geneigter Himmel

deine Blicke verwelken

kein Hoffnungsblatt

hängt mehr im Baum.

*

Schneeschwer brechen die Tage

durch Äste

die gekürzte Zeit taumelt

zwischen den Flocken.

*

Dezemberkalt trägt der Augenblick

unter eisigen Wimpern

den stillen Frieden

vor ausklingende Tage.

*

© Chr.v.M.

Ein Zeitensprung.

Ich bin wieder achtzehn Lenze –
bin wieder da wo es geschah,
ich sehe wieder diese Grenze –
Du bist mir fern – und doch so nah.

Ich habe immer Dich gespüret –
auch wenn Du weltenweit entfernt,
der Himmel uns erneut geführet –
ich habe viel dazu gelernt.

Gerade jetzt – grad’ diese Stunde –
will alles in mir neu erwecken,
da kommt von Dir die frohe Kunde –
laß Dich vom Gestern nicht mehr schrecken.

Ich werde alles gut verpacken –
in der Vergangenheit Archiv,
es hockt nicht mehr bei mir im Nacken –
ist eingebunkert – ganz, ganz tief.

Nur Liebe werde ich bewahren –
stündlich wieder aufpoliert,
mein Seelenflittern dann in Scharen –
täglich neue Lieb’ gebiert.

Schicken werd’ ich dieses Denken –
auf den Weg zu Dir mein Schatz,
Du wirst großes Glück mir schenken –
nur für Dich ist in mir Platz.

©ee

Meinem Freund Ewald Eden zum heutigen Geburtstag alles Liebe und Gute, Gesundheit und Glück für das neue Lebensjahr von Herzen Dir

deine Freundin Christin v. Margenburg

Den Leser unserer kleinen Seite hier

ein frohes glückliches Weihnachtsfest wünschen Ewald Eden und Christin

die Zeit

Die Zeit.

Wir planen und sind zwischen gestern und morgen
erfüllt von vielen gedanken und sorgen,
wir suchen und jagen und rennen doch nur
und folgen blindlings den zeigern der uhr.

wir richten sinnlos all unseren geist
auf die zeit der uhr, die der zeiger uns weist.
deshalb bleibt uns auch für immer verborgen,
daß die uhr nicht auf gestern zeigt , auch nicht auf morgen.

die zeiger drehen sich wie die erde im kreis
weil die uhr – wie die welt – von der mitte noch weiß.
in der mitte , dort wo der zeiger der stunden
mit den minuten und sekunden verbunden.

ist das jetzt, ist gegenwart und der geist,
der die relativität der zeit uns beweist.
jedoch rennen wir nur der zeit hinterher
und sehen die eigene mitte nicht mehr.

wir suchen die mitte des lebens doch nur
am äußeren rand bei den ziffern der uhr
geradeaus, wohin der uhrzeiger weißt
in die zeitlose leere richten wir den geist.

am rande der uhr und am rande des lebens
drehn wir uns um die zeit und um alles vergebens.
doch wie die mitte der uhr auf die gegenwart weist,
ist nur das HEUTE und HIER voller leben und geist.

© Chr.v.M.


Vorbei…

Gedanken zur Zeit …

Der November ist so mitteltrübe
wie ein stark verwackelt Bild.
Großmutter plagen ihre Rheumaschübe,
mal erträglich – mal ganz wild.

Der Hund liegt in der Sofaecke,
hat keine Lust auf Gassi geh’n –
der Tag kriecht langsam wie ’ne Schnecke,
als wenn’s ihm schwerfällt aufzusteh’n,

Die Sonne ist auf den Azoren –
verbringt dort ihre Urlaubszeit,
am Strand steht, noch – wie traumverloren
ein Strandkorb – bunt, im Sommerkleid.

Alle Welt redet von Trauer,
und dem was längst vergangen ist –
im warmen Viehstall klagt der Bauer
über viel zu vielen Mist.

Könnt’ man nicht diesen Monat streichen,
aus unserer Zeit Kalender?
Es würde doch auch völlig reichen,
wäre das Jahr ein Elfer Ender
.

©ee

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist australian-shepherd-6556697_640.jpg.

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Unhörbar

Unhörbar weißelt der Dezember

die Nebelschwaden im Kalender.

Die Krähen suchen letztes Futter,

Zuhause bäckt nun Kekse – Mutter.

Der Weihnachtsstern er leuchtet rot,

die Welt nun weiß, sie ist nicht Tod

sie ruhet nur , hält den Atem an,

wir zählen die Tage und hören dann

die Stimme von Herrn Weihnachtsmann.

© Chr.v.M.

Der rettende Engel …

Der rettende Engel …

Ein Engel erschien
in der kaltdunklen Nacht –
war gar nicht als Engel zu kennen.

Hat Frieden und Wärme und Liebe gebracht,
der Mann in der Joppe,
wie anders sollt’ man ihn nennen.

Verteilt mit den Händen
so aus dem nichts haben
Speisen, Getränke und Kerzen –

für die Menschen der Strasse
die herrlichsten Gaben,
sogar Mittelchen gegen die Schmerzen.

Und wie er gekommen
so ist er gegangen,
bevor sie ein Danke gegeben –

und plötzlich
hat es dann angefangen,
für die Ärmsten der Armen

ein anderes Leben.

©ee

ewaldeden

Lichtgesang unter stillem Eis
harrt die Natur dem brechendem Klang
zum Tontanz der Sonne.

© Chr.v.M.