Kein glücklicher Moment.

Kein glücklicher Moment.

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen auf ihn zu
weiß nicht welcher zur Heimat werde
und welcher ist für ihn tabu

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen von ihm fort
weiß nicht auf welchem man schreit „Merde“
und welcher führt zum rechten Ort

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege machen ihn ganz irr
man führt schon über ihn Beschwerde
und sagt er wär’ im Kopfe wirr

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege führ’n in fremdes Land
angstvoll hilflos die Gebärde
er wohl nie den rechten fand

Er steht auch noch nach vielen Jahren
sieht einfach aus wie hingestellt
das Leben ist vorbeigefahren
es ist
für ihn verlorene Welt.

©ee

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Der Wind er weht von Norden .

Sehnsucht

Der Wind – er weht von Norden –
und ist doch gar nicht rauh.
Er zeichnet Geistgestalten
in des Novembers Grau.

Die Luft – sie riecht nach Ferne –
Gedanken brechen los –
sie wandern über Sterne –
benutzen sie als Floß.

Und dann – an fremden Ufern –
so neu und doch vertraut
hört man von stillen Rufern

kommt her zu uns und schaut.

Und wenn wir uns dann wagen
in diese Sehnsuchtswelt,
sind plötzlich wir getragen
hoch über Sund und Belt!

©ee

Kennst du das?

Kennst du das?

‚Er macht das auch’
‚sie macht das auch’
‚kannst du das auch?’
‚willst du das auch?’

Mich macht das krank – dies kleiner machen,
ich will endlich mal kein ‚Auch’ mehr sein.
Ich will endlich mal alleine lachen –
mich allein an schönen Dingen freu’n.

Nicht immer nur die zweite Reihe
als Platz für meines Lebens Tag –
es gibt so viel schönes Neues,
daß ich es kaum begreifen mag.

Ich will erkunden
und neu entdecken,
was ich gefunden dann nicht verstecken,
will mich freuen dann und wann,

daß ich mich wirklich freuen kann.

©ee

Strandnacht

Strandnacht

Der Wind schläft hinter Helgoland,
am Strand hört man bloß leises Schlagen –
der Fußabdruck im Dünensand
kann nur ganz kurz dein Hiersein sagen.

Der Wellen Krone blitzt im Licht
der silberhellen Sterne –
tausendfach das Leben bricht
von hier in alle Ferne.

Die Seelen der Mannen
die draußen geblieben –
da draußen in endloser See –

ihr Heil das sollte die Welt umspannen,
für
Frieden nach Luv und nach Lee.

Es sollt’ alle bewegen,
sollt’ alle bestärken –
mit Gottes Segen
zu guten Werken.

©ee

Bild von kordula vahle auf Pixabay

Verbundenheit . . .

Verbundenheit . . .

Silbern funkelnde Sterne
nachtesheller Strand
die Wellen laufen von ferne
auf endlos weißen Sand

Strandkörbe stehen wie bunte Eulen
im watteweichen Mondeslicht
von Wattenbänken Seehundheulen
ihr Lied sich an den Dünen bricht

Am Strandkorb siebzehn ‘ne Laterne
beleuchtet still ein Liebespaar
er flüstert leis’ – ich hab’ dich gerne
und streichelt sacht ihr weißes Haar

Seit über fünfundfünfzig Jahren
ist dieser Strandkorb ihr Revier
wenn sie auf diese Insel fahren
verleben ihre Sommer hier

Sie haben hier in all’ den Jahren
viel schöne Dinge kommen seh’n
sie haben aber auch erfahren
daß viele Freunde mußten geh’n

Sie genießen hier jetzt jede Stunde
so – wie sie aus dem Himmel fällt
in dieser wunderbaren Runde
in dieser schönen Inselwelt
.

©ee

Bild von Sandro Porto auf Pixabay

Traumwelt

Traumwelt

Die Luft bewegt sich in zitternden Wellen
kein Wölkchen am Himmel – im Lichte dem Grellen
die Sonne beherrscht das Firmament
kein Strich mehr Himmel und Erde trennt

alles ist fließender Übergang
ob weite Strände – ob steiler Hang
das Rauschen der Brandung vereint sich im Wind
mit Tönen die aus der Ferne sind

die Laute der sich wiegenden Bäume
erwecken im Kopfe die herrlichsten Träume
die Natur – sie spielt ein großes Konzert
niemand die fleißigen Spieler stört

so erhofft man sich den Zustand der Welt
bis man dann aus dem Traume fällt
.

©ee

tagtäglich…immer weiter.

Kommt Mann nach heim,
recht müde, geschlaucht,
weiß Frau, dass ihr Schatz Ruhe braucht.
Auch wenn die Arbeit nicht zu schwer –
DAS „Hinterher“ doch umso mehr.

Das Bierglasstemmen oder Kegeln,
das „den Hintern auf’s Motorrad klemmen“
oder sich in Saunen flegeln,
DAS zehrt doch wirklich an der Kraft,
was Wunder dass der Kerl geschafft.

Wie hat’s die Frau da doch gemütlich,
kann stets gemächlich und auch gütlich
von früh bis spät zuhause rackern –

vom Keller bis zur Giebelspitze,
ob’s eiseskalt, ob’s Sommers Hitze,
alles schön in Ordnung halten.

Und dann, nach langen Tages ackern,
dem Mann den Abend nett gestalten.
Vom Nachwuchs mag der nur was hören
wenn alles gut lief mit den Gören.

Dafür hat Frau dann echt Verständnis
weil’s doch der Schöpfung Urerkenntnis.
Und weil das Ganze doch so schön
kann sie noch Halbtags schaffen geh’n.

©ee