Es ist so geschehen …

Es ist so geschehen …

Vor Zeiten in des Krieges Geschehen,
die Welt lag in Trümmern und Scherben –
haben Menschen irgendwo ein Wunder gesehen,
inmitten von Tod und Verderben.

Ein Knabe wollte ans Licht dieser Erde,
er knuffte und boxte –
für die Mutter war es gar nicht mehr schön.
Nun gut sprach man, dann soll es gescheh’n.

Hilfreiche Hände, sie hoben ihn
ganz zart aus der Wiege des Leben –

und weil es die Zeit war –
und weil er so schön –
man ihn in die Krippe gegeben.

Die heiligen Schwestern in ihren Trachten
ihn an die Lager der Elenden brachten.
Ein Strahlen fiel auf der Leidend’ Gesichter,
es brannten wohl unzählig’ Himmelslichter.

Vergessen die Not, vergessen das Darben –
alles versank in den herrlichsten Farben.
Ein Chor der Engel sang von neuem Beginn,
es tönte von Glaube und Frieden –

die Angst in den Herzen schmolz einfach dahin,
es war wieder Hoffnung hienieden.

©ee

Der verzweifelte Weihnachtsmann ..

Der verzweifelte Weihnachtsmann ..

Ich hau in den Sack sagt der Weihnachtsmann,
und pfeffert die Rute auf den Müll.
Schau dir doch mal den Scheißdreck an,
mit dem ich die Wünsche der Kinder erfüll’.

Ich krieg nur noch Schrott aus der Kunstmaschine –
kein handgestopft’ Teddy, und kein Pferd aus Holz,
keine Puppenstube mit Tüllgardine –
nichts, worauf früher die Kleinen so stolz.

Kein Bilderbuch gibt’s mehr,
und keinen Roller zum treten,
keine Stifte zum malen,
und keine Knete zum kneten.

Nur Videos muß ich verteilen,
die den Kleinen die Augen verderben,
und die für die Großen,
die leben vom Sterben.

Ich habe schon lange nicht mehr gespürt,
dass ein Herz durch Weihnachten angerührt.
Was soll also dieses ganze Gemiste,
dieses Gedöne aus vergangener Zeit?

Ich pack meinen Mantel in die Mottenkiste,
und mach mich zum Abgang bereit.

©ee

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Was mag wohl drin sein ???

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Was mag wohl drin sein in den Päckchen
da unterm bunten Weihnachtsbaum
ganz vorne steht ein pralles Säckchen
und fesselt Hinnis Sehnsuchtstraum

er wünscht sich doch so lange schon
’nen Bären der tief brummen kann
vielleicht auch noch ein Grammophon
mit einem großen Trichter dran

drum hat er jetzt den Santa Claus
intensiv gebeten
doch in diesem Jahr an seinem Haus
fest in die Brems zu treten

es hat gewirkt – das sieht er schon
denn aus dem Leinensack dem großen
schaut oben raus das Grammophon –
der Bär hat’s rausgestoßen.

ee ©

Een Froach blods. . .

E en Froach blods. . .

Wat is eelich Winachen
well weet dat woll noch
well denkt

an dat hillich Geböören
jedeneen de lett dat kroaken
as wenn dat üm geit

de Welt to verföören
Winachen
dat hett Frää to bedüüden

un Minschlichkeit
hier up de Eer
woneem schulln anners

de Klokken woll lüüden
wenn Een deit de Anner blods säär
loat dat heele Gedrüüs

moal ünnern in d’ Schappen
denn schall dat in de Hüüs
mit de Freud ok wäär klappen.

© ee

Bald ist er da…

Bald ist er da
der Tag der Geschenke
die Kaufwut hat viele Kassen gefüllt
in des Heiligen Abends Senke
die Wirtschaft zum letzten Gefechte brüllt

aus den Börsen der Käufer wird rausgeholt
was sich nur rausholen läßt
wer nichts kaufen kann
der fühlt seinen Hintern versohlt
und hat ein beschissenes Fest

in den Kirchen da wird des Geschehen gedacht
da irgendwo ganz weit im Gestern
und dann wird auch wohl ein Faß aufgemacht
für die Penner und für die anderen Armen
beschwipst ist nämlich viel leichter zu lästern

weil, man selbst friert ja nicht
man sitzt ja im Warmen

nach Weihnachten stellt man dann wiedermal fest
die meisten Geschenke sind Krempel
die man vom Sperrmüll dann abholen läßt
sonst sieht’s in der Wohnung bald aus wie bei Hempel
.

© ee

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Dodensönndach.

Dodensönndach
Stillichkeit
Graftenruh’ un Hillichkeit

Stoom licht över Kaarkhoffs Wischen
Klokkenlüüden
un dortüschen

heel van wieden
huulen van een Schkippssireen
wiel, de Stüürmann
kann de Kant nich sehn

de Koptein de sücht blods griese Lücht
de häntich över d’ Woater flücht
he meent tomoal de Seel’n to spöörn
de hüm willt in d’ Hoaben föörn
.

©ee

https://christinvonmargenburg.blog/schrievhuus/

mit vielen weiteren Plattdeutschen Gedichten und Erzählungen.

Novembertied …

Novembertied …

De elmte Moand is dat in d’ Joahr,
de vöörletzde siet ole Tieden –
man sücht in disse Nääveldoagen
nachtens de griese Kerl woll rieden.

As Schimmelrieder hett hüm wall
oold Stormens Theo all beschrääven,
un Minsch begript nich wat dat schall –
wat dat bedütt, föör Minschens Lääven.

De Minsch as lütji Eerdenkruper
benöömt sien Waark un sükk as „Super“ –
doch „Super“ man, dat is he wohl
bi Schlukk un Beer un Alkohol.

Wat aal dat anner hier angeiht –
Natur un goode Welt bewoahr’n
de Mohr doch in de Mengsel schleit,
wiel – Minsch hett dor doch laang verlor’n

© ee

Bild von cocoparisienne auf Pixabay