Bücher.

Ein Mensch, von Büchern hart bedrängt,
An die er lang sein Herz gehängt,
Beschließt voll Tatkraft, sich zu wehren,
Eh sie kaninchenhaft sich mehren.

Sogleich, aufs äußerste ergrimmt,
Er ganze Reihn von Schmökern nimmt
Und wirft sie wüst auf einen Haufen,
Sie unbarmherzig zu verkaufen.

Der Haufen liegt, so wie er lag,
Am ersten , zweiten , dritten Tag .
Der Mensch beäugt ihn ungerührt
Und ist dann plötzlich doch verführt,

Noch einmal hinzusehn genauer _
Sieh da, der schöne Schopenhauer…
Und schlägt ihn auf und liest und liest,
Und merkt nicht wie die Zeit verfließt…

Beschämt hat er nach Mitternacht
Ihn auf den alten Platz gebracht.
Dorthin stellt er auch eigenhändig
Den Herder, achtundzwanzigbändig.

E.T.A. Hoffmanns Neu – Entdeckung
Schützt diesen auch voll Zwangs – Vollstreckung.
Kurzum, ein Schmöker nach dem andern
Darf wieder auf die Bretter wandern.

Der Mensch der so mit halben Taten
Beihnah schon hätt den Geist verraten,
Ist nun getröstet und erheitert,
Daß die Entrümpelung gescheitert.

Eugen Roth
1895 – 1976

nun ich :

im anbau`n von regalen

das wars wohl auch

vor hundert jahren

man trennt sich schwer

hat`s lieb gewonnen

und wirft man`s weg

sind sie zerronnen

christin am bauen und vermessen…

regalanbau

zum BUCH an schau… © Chr.v.M.

De Joahrn gahn.

De Joahrn goaht hen
see fleecht man so
kanns gannich dornoa kieken
de Kinnertied mit vööl Gedoh
moot veelsto hannich wieken

Denn schmitt man sienen Kroam tohoop
Jung un Maid fiern Hochtied
Kinner koamt denn glieks in d’ Loop
man denkt woll foaken wat’n Schiet

Wenn d’ lächt wurd is man all togaang
wenn d’ düster wurd nich minner
mennichmoal dat Haart so baang
un allens föör de Kinner

Dat düürt nich laang – denn is d’ sowiet
de Jungs hevvt Büksen mit laang Piepen
de Deerns schnieden sükk de Flechten ov
de Tied – denn faangt see an to riepen

So geiht dat Spill van vörn wäär los
de Ollen blieven stükkwies achter
see hörn van wieden foaken blods
de Jungen hör vergnööcht Gejachter

Nu harn see Tied sükk wat to moaken
doch dat is laang vergoahn
see doon sükk mit de ole Soaken
saacht dör de Schliek van d’ Lääven schloahn.

© ewald eden