Löwenzahn

Löwenzahn

Goldene Sonnen,
aufgereihtes schönstrahlen
auf graugepuderten Steinwegen.
Durchbruch auf sattgrünen Wiesen
und versteckten Weiden.
Selbst durch kühlblaues Metallgitter
sich rekelnd und streckend
mit zart zerzauster Perücke
oder leuchtenden Köpfchen
fernwehvolles nicken

und auf den Flug wartend.

Himmel und Hölle spielen

oder Engel machmal auch Teufelchen.

© Chr.v.M.

foto dank https://pixabay.com/de/

im Zauberlicht.

Im Zauberlicht der blauen Bäume
entstehen Tag um Tag mir Träume.
Im Stundenlauf mir Himmelblau.

Dazwischen schwebten zarte Wolken,
Die Trübsal , Ärger mir weg rollten
Durch Tagesstille, klug und schlau.

Unter dem Taggold sehnlich tanken,
die Seele öffnen ohne Schranken
und Wunder blicken, liebevoll.

© Chr.v.M.

Fotos auf https://pixabay.com/de/ thanks

Green point.

Green point.

mit dem blatt das aufwärts strebt

geht der tag ganz leise unter
ohne eile ist das helle
und ein blatt abwärts noch strebt.

dämmert schnell – dort nachtumfangen
webt die spinne und sie bebt
um ein blatt das seitwärts strebt.

dunkelt dann – die motten flattern
traum begleitend munter mutig
an dem blatt das innwärts lebt
.

© Chr.v.M.

Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken wandern am himmlischen Zelt,
So steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt‘!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
Es gibt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
Wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all –
Mein Herz ist wie’ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Und abends im Städtchen, da kehr ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel das sing ich dazu.

Und find ich keine Herberg‘, so lieg‘ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
im Winde die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh‘ das Morgenrot mich wach.

O Wandern, o Wandern, Du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in die Brust;
Da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

Text: Emanuel Geibel 1841 – (1815–1884)
Melodie: Justus Wilhelm Lyra 1843 – (1822–1882)

Der Mai ist gekommen …

Jetzt bin ich dem Mai auf die Schliche gekommen
ich hab um Mitternacht haargenau aufgepasst
er kam am Himmel von Süden geschwommen
und hat jeden Baum einzeln beim Schopfe gepackt

er hat sie gestreichelt – und auch wohl gerüttelt
wenn sie denn noch aprilmüde waren
hat die Blätter aus den Zweigen herausgeschüttelt
und gefärbt mit dem zartesten Grün einem klaren

als die Sonne dann aufstand um viertel nach Vier
standen sie alle im herrlichsten Kleid
ringsum frischgewaschen und schier
zur Begrüßung des neuen Tages bereit.

©ee

ewaldeden

Frühling im Moor . . .

Frühling im Moor . . .

Das junge Grün am alten Baum
steht zart vor weißer Wolkenpracht
die Füllen jagen ohne Zaum
im Blau die gold’ne Sonne lacht

Die Kätzchen in den Weidenbüschen
perlmuttgefärbt der Blütenstaub
das Binsengras in dicken Rüschen
die Hasel treibt ihr erstes Laub

Auf Moores Kolken sieht man Wellen
ganz sacht wohl – wie im Kreis gedreht
man hört ’nen Pfeifton – einen hellen
ganz leicht er über’s Wasser weht

Das Bläßhuhn streicht durch Ufers Weihe
sucht einen Platz für’s Brutrevier
der Torf steht schwarzbraun in der Reihe
immer gehockt zu vier auf vier

Der Knüppeldamm zu meinen Füßen
er schwankt bei jedem Schritt
das Moor läßt aus Vergangenheit grüßen
und nimmt ein Stück der Zukunft mit
.

©ee