Nachgedacht.

Wer das Bedürfen hat ständig zu siegen,
wer meint, immer der Erste zu sein –
wer glaubt, er könne die Welt sich hinbiegen,
der fällt am End’ auf sich selber nur rein.

Wer handelt als könne er Alles erreichen,
er müßt’ nur genügend rücksichtslos sein
und jeglich’ Moral im Sinnen streichen,
der steht irgendwann völlig allein.

Denn „Schöpfung“ ist wachsam, doch auch geduldig,
registrieret empfindsam was Menschlein ihr schuldig –
und wenn er nicht pünktlich die Raten begleicht,
sie ihm den vollständig’ Schuldtitel reicht.

Dann ist Recht auf Leben ganz schnell verwirkt,
dann gibt es kein Wenn und kein Aber –
dann bleibt nur Gestehen, dass alles getürkt –
alles andere ist dann nur noch Gelaber.© ee

ewaldeden2016-11-12

BILD Titelzeile.

„Die Alten leben auf Kosten der Jungen“ 

Experten warnen vor Rentenverrat …

Diese „Schlagzeile“ auf dem Titel von des Springer-Konzerns „Bild- oder auch Karrieren Rauf- und Runterzeitung, als die sie ein Mitarbeiter des Springer Verlages einmal benannt hat, ist es wert näher betrachtet zu werden.

Der Mitarbeiter in führender Position spielte damit auf bestimmte Politiker Höhenflüge an, die durch puschen in Springers Boulevard Blatt in die oberen Etagen ihrer Betätigungsfelder befördert worden seien, aber ebenso mit Raketentempo wieder in die Bedeutungslosigkeit befördert werden könnten.

DAS war von Anbeginn das Ziel der „10 Pfennig Bild“ (von Volkes Mund auch als ‚Revolverblatt‘ oder als ‚Klatschzeitung‘ für die unteren Bevölkerungsschichten „ klassifiziert) die in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Millionenauflage in die Printmedienwelt katapultiert wurde.

Jetzt hat man im Hause Springer – um von den Skandalen und Karambolagen auf der höchsten Konzernebene des Unternehmens abzulenken – die ganz große Keule ausgepackt um damit den Spaltkeil in den Klotz Generationen-Solidarität der Bevölkerung zu treiben.

Damit treiben die Hintertreiber ein brandgefährliches Spiel.

Obwohl ihnen klar sein müsste, dass es dadurch zwischen Jung und Alt zu den heftigsten Gegnerschaften kommen wird, die in absehbarem Zeitraum (und nicht erst irgendwann) mit Sicherheit auch auf den Straßen und Plätzen vor allem in den Ballungszentren ausgetragen werden wird.

Eine alte immer noch gültige Volksweisheit besagt doch, dass ein Krug nur solange zum Brunnen geht, bis er zerbricht.

Mögen viele alte und ältere Mitbürger sich aus Scham ob ihres Alters und ihrer oft damit einhergehenden Armut noch schämen und sich verstecken bzw. sich nur nach Anbruch der Dämmerung auf Pfandgutsammeln begeben.

Der Krug des Widerstandes füllt sich mit Schmerz und Wut. Auf beiden Seiten – wenn auch mit unterschiedlicher Motivation – angeheizt und befeuert von den Machern von Springers Revolverblatt.

Möge ein gnädiges Schicksal gepaart mit der Einsicht und Weitsicht verständiger Politiker uns vor einem solchen Schicksal bewahren.©ee

ewaldeden-2021-10-28

… kritisch nachgedacht.

… kritisch nachgedacht.

Es ist doch schon ein seltsames Gebaren – da werden im Sinnen, im Denken und Erwarten einer gewissen Anzahl menschlicher Geister ersonnene Worte in Texte gefasst und als unverrückbares und unverzichtbares Gesetz proklamiert. 

Das erinnert mich fatal an eine Begebenheit, einen Disput mit einer Standesbeamtin in einer mittelständischen friesischen Landgemeinde.

Ich plante, als der für die Entwicklung der Kultur Zuständige, besondere öffentliche Eheschließungen, mit Einbindung der örtlichen Geschäftswelt, u.a. um dem Fremdenverkehr in der verschlafen wirkenden Region, bzw. der dort ansässigen ‚Weißen Industrie‘ neuen Schub zu geben. 

Meine Überlegungen zur Belebung der Szenerie trug ich, mit der Bitte um Unterstützung verknüpft, der Kollegin auf dem Standesamt vor. Sie fragte mich sichtlich entsetzt, ob es mir Ernst damit sei. Meine Bejahung trieb sie auf die sprichwörtliche ‚Palme‘ der Empörung.
Die Ethik von Standesbeamten und die Kenntnisse der ihnen in der Ausbildung dazu vermittelten Erlasse und Vorschriften ließen eine solche entwertende kommerzielle Nutzung von Amtshandlungen natürlich nicht zu.

Meine Entgegnung auf ihre Art der Gesetzestreue, dass sie sich doch nur einmal vorstellen solle, in unserem Lande hätte eine Revolte stattgefunden und der neue Machthaber hätte mit Ablauf des Tages die Nichtigkeit aller bestehenden Gesetze und Erlasse verfügt, und ob sie das beim Dienstantritt am folgenden Morgen mit ihrem Verständnis unter einen Hut bringen könne, hat sie dann vollends ‚aus den Pantinen‘ kippen lassen.
Eine geharnischte Beschwerde, auf der uns beiden vorgesetzten Verwaltungsebene, war das folgenlose Ergebnis.

Diese Art von Kollektivgehorsam bricht sich angesichts der gegenwärtigen Verwirrungsabläufe um das ominöse Chinesische Corona-Virus in Europa wieder Bahn.

Bei einer täglich wachsenden Anzahl von Bürgern jedoch wächst das Unverständnis und das Unbehagen über die mit ihren Erklärungen, bzw. Erklärungsversuchen, im Nebel herumstochernden Fachleute und Experten.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass da ein ganz böses Spiel gespielt wird. Es soll anscheinend in einem riesigen Feldversuch getestet werden, in welchem Maße der Kadavergehorsam bei den Individuen in unserer Gesellschaft heute noch vorhanden ist. 

Nach einer freien Presse mit unbeeinflussten Journalisten, als in der Vergangenheit so gern beschworenen 4. Gewalt, schaut man ja auch zumeist vergebens aus. Denn wer sich als Verleger, als Herausgeber oder als Schreiber nicht der „Gleichschaltung“ ergeben hat – sich nicht im sog. „Mainstream“ treiben lässt – der bekommt es immer häufiger mit offener Ablehnung, bis hin zur Verächtlichmachung oder Manipulation seiner kundgetanen Meinung zu tun.©ee

Ewaldeden 2020-04-27

https://kurzzeitbegrenzt.blogspot.com/

nimm dich der alten Menschen an.

Wenn Menschen sich sehnen zueinander
der eine mit eiskalt liebendem Herz
dann ist es ein blühendes Miteinander
so ganz ohne Wärme – doch mit viel Schmerz

Die Menschenkinder sind wie Blumen
die im gleichen Garten steh’n
die eine lebt in Schattenkrumen
die andere auf Sonnenhöh’n

Die Schattenblume – altersschwach
steht schon auf welkem Stiele

ist der Sonnenblume Ungemach
in ihrem Lebensspiele

Wenn ihre Samen dann getrieben
zu neuem Sonnenblumenbild
merkt sie – sie wird zurückgeblieben
kann protestieren noch so wild

Die Blume folgt dem Schöpfungsplane
der Mensch sollt’ denken – dann und wann
uns manchmal das Gewissen mahne
nimm dich der alten Menschen an
.

© ee

Die Gesellschaftsmoral.

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Die Gesellschaftsmoral.

Die Opfer werden aufgehangen,
an hohem Rist in freiem Feld,
bevor die Sonn‘ noch aufgegangen –
die Henker löhnt man stets mit Geld.

Mit Geld aus blutigen Geschäften,
als Profit aus Lug und Trug –
das fördert Henkers Lust nach Kräften,
und Opfer hat es ja genug.

Sie werden täglich neu geboren,
allerorts in jedem Land –
in deren Haut dann unverfroren
die Mächt’gen brennen den Opferbrand.

Es fragt auch niemand nach den Gründen –
hier bei uns und anderswo –
man läßt die Täter sich verbünden,
im Einzel oder auch en Gro.

Ganz gleich wie schwarz auch ihre Seelen
oder wie zerfetzt Moral –
so war’s vor Göbbels und nach Gehlen
und so bleibt es allemal.

Selbst wenn die Macher Weibskleid tragen
sollt‘ Menschheit nicht auf Frieden hoffen –
denn oft ist Weibsvolk bis zum Kragen
für grausig Tun bis oben offen.

©ee

find no way my steps

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find no way my steps

d ort wo kulturen aufeinander knallen
ist das licht zerbrechlich
wird die herztüre zum eigenen tor
dampfen die gefühle
durch zeitwellen unlöschbar

verdichtet sich


das unverständnis mit der armut
im atmen fehlt das durchhalten
bis die schritte keinen ausweg finden
wie die sorgen die vor mir laufen
zwischen stummen maskenträgern.

© Chr.v.M.

WIR ALLE.

Wir alle sind irgendwie gefangen
ein jeder auf ’ne andre Art
wenn’s hart kommt werden wir mitgehangen
oder im Feuer mitgegart

tröstlich, daß die große Masse
es nicht bemerkt
ja – nicht mal spürt
wenn sie in gärender Melasse

die Lust an Lebenslust verliert

jedoch – wer sich bewußt der Knebel
die ständig neu uns angelegt
erstickt im giftig wabernd’ Nebel
wenn er sich um sie zu bewegt

wer weiß, daß er gefangen ist
empfindet es als Leiden
wer sieht des Bösen Hinterlist
der ist nicht zu beneiden
.

© ee

Nachgedacht.

Ich muß kotzen

wenn ich die Welt mir betrachte
es wird nur geprotzt und mit Geld rumgeschmissen
es scheint so als ob man die Armen verlachte
die sowieso schon von vorne bis hinten beschissen

die Flimmerkiste zeigt nur zufriedene Gesichter
mit Flitter behangen und stinkend vor Moos
sie blenden und zeigen nur blinkende Lichter
als wär in der Welt nichts anderes los

angebliche Sorge um Flora und Fauna
treibt sie dazu und zu noch viel mehr
sie tanzen Tango in finnischer Sauna
während die Masse ersäufet im Meer

sie singen das Lied von Wohlstand und Glück
in misslich klingenden Tönen
sie spielen Theater, doch stets nur ein Stück
das Stück von den Reichen und Schönen
.

©ee

graue Wände…

D u grüne Stadt am Meer,
du Stadt der sanden Strände –
wie schmerzt es mich so sehr,
seh’ ich die grauen Wände.

Es drückt die Industriekulisse,
die Abluft macht das Atmen schwer –
was ich hier suche und vermisse
ist weg – und das beschwert mich sehr.

Ich ’miss des Kiebitz helles Rufen,
ich ’miss der Möwen grellen Schrei,
wenn wir saßen auf den Stufen
stets unser Badezeug dabei.

Des alten Hafen klotzig’ Mauer –
nah’ ’bei die Bank des Genius,
heut’ wächst da nur noch Campers Trauer,
mit Erholung ist da lang schon Schluß.

Statt Sandburgen mit bunten Fahnen –
die lustig flatterten im Wind –
rattern ständig Kohlebahnen
und Aschestäube machen blind.

Schlote ragen in den Himmel,
vielhundert Meter tief ins Blau –
was einst Natur war trägt jetzt Schimmel,
was grün war einst ist lange grau.

Was sollen wir den Enkeln sagen
warum all dies abhanden kam?
Denn irgendwann werden sie fragen –
und uns bleibt letztlich nur die Scham.

©ee