nimm dich der alten Menschen an.

Wenn Menschen sich sehnen zueinander
der eine mit eiskalt liebendem Herz
dann ist es ein blühendes Miteinander
so ganz ohne Wärme – doch mit viel Schmerz

Die Menschenkinder sind wie Blumen
die im gleichen Garten steh’n
die eine lebt in Schattenkrumen
die andere auf Sonnenhöh’n

Die Schattenblume – altersschwach
steht schon auf welkem Stiele

ist der Sonnenblume Ungemach
in ihrem Lebensspiele

Wenn ihre Samen dann getrieben
zu neuem Sonnenblumenbild
merkt sie – sie wird zurückgeblieben
kann protestieren noch so wild

Die Blume folgt dem Schöpfungsplane
der Mensch sollt’ denken – dann und wann
uns manchmal das Gewissen mahne
nimm dich der alten Menschen an
.

© ee

Die Gesellschaftsmoral.

.

 

 

Die Gesellschaftsmoral.

Die Opfer werden aufgehangen,
an hohem Rist in freiem Feld,
bevor die Sonn‘ noch aufgegangen –
die Henker löhnt man stets mit Geld.

Mit Geld aus blutigen Geschäften,
als Profit aus Lug und Trug –
das fördert Henkers Lust nach Kräften,
und Opfer hat es ja genug.

Sie werden täglich neu geboren,
allerorts in jedem Land –
in deren Haut dann unverfroren
die Mächt’gen brennen den Opferbrand.

Es fragt auch niemand nach den Gründen –
hier bei uns und anderswo –
man läßt die Täter sich verbünden,
im Einzel oder auch en Gro.

Ganz gleich wie schwarz auch ihre Seelen
oder wie zerfetzt Moral –
so war’s vor Göbbels und nach Gehlen
und so bleibt es allemal.

Selbst wenn die Macher Weibskleid tragen
sollt‘ Menschheit nicht auf Frieden hoffen –
denn oft ist Weibsvolk bis zum Kragen
für grausig Tun bis oben offen.

©ee

find no way my steps

.

find no way my steps

d ort wo kulturen aufeinander knallen
ist das licht zerbrechlich
wird die herztüre zum eigenen tor
dampfen die gefühle
durch zeitwellen unlöschbar

verdichtet sich


das unverständnis mit der armut
im atmen fehlt das durchhalten
bis die schritte keinen ausweg finden
wie die sorgen die vor mir laufen
zwischen stummen maskenträgern.

© Chr.v.M.

WIR ALLE.

Wir alle sind irgendwie gefangen
ein jeder auf ’ne andre Art
wenn’s hart kommt werden wir mitgehangen
oder im Feuer mitgegart

tröstlich, daß die große Masse
es nicht bemerkt
ja – nicht mal spürt
wenn sie in gärender Melasse

die Lust an Lebenslust verliert

jedoch – wer sich bewußt der Knebel
die ständig neu uns angelegt
erstickt im giftig wabernd’ Nebel
wenn er sich um sie zu bewegt

wer weiß, daß er gefangen ist
empfindet es als Leiden
wer sieht des Bösen Hinterlist
der ist nicht zu beneiden
.

© ee

Nachgedacht.

Ich muß kotzen

wenn ich die Welt mir betrachte
es wird nur geprotzt und mit Geld rumgeschmissen
es scheint so als ob man die Armen verlachte
die sowieso schon von vorne bis hinten beschissen

die Flimmerkiste zeigt nur zufriedene Gesichter
mit Flitter behangen und stinkend vor Moos
sie blenden und zeigen nur blinkende Lichter
als wär in der Welt nichts anderes los

angebliche Sorge um Flora und Fauna
treibt sie dazu und zu noch viel mehr
sie tanzen Tango in finnischer Sauna
während die Masse ersäufet im Meer

sie singen das Lied von Wohlstand und Glück
in misslich klingenden Tönen
sie spielen Theater, doch stets nur ein Stück
das Stück von den Reichen und Schönen
.

©ee

graue Wände…

D u grüne Stadt am Meer,
du Stadt der sanden Strände –
wie schmerzt es mich so sehr,
seh’ ich die grauen Wände.

Es drückt die Industriekulisse,
die Abluft macht das Atmen schwer –
was ich hier suche und vermisse
ist weg – und das beschwert mich sehr.

Ich ’miss des Kiebitz helles Rufen,
ich ’miss der Möwen grellen Schrei,
wenn wir saßen auf den Stufen
stets unser Badezeug dabei.

Des alten Hafen klotzig’ Mauer –
nah’ ’bei die Bank des Genius,
heut’ wächst da nur noch Campers Trauer,
mit Erholung ist da lang schon Schluß.

Statt Sandburgen mit bunten Fahnen –
die lustig flatterten im Wind –
rattern ständig Kohlebahnen
und Aschestäube machen blind.

Schlote ragen in den Himmel,
vielhundert Meter tief ins Blau –
was einst Natur war trägt jetzt Schimmel,
was grün war einst ist lange grau.

Was sollen wir den Enkeln sagen
warum all dies abhanden kam?
Denn irgendwann werden sie fragen –
und uns bleibt letztlich nur die Scham.

©ee

Erneuerung…

Photo by Sebastian Voortman on Pexels.com thank you.

Die Gemeinde Sande geht ihre Erneuerung an.
Im Dorf verwurzelte,
bekennende Bürger
unterstützen Verwaltung und Planer dabei.

Man trifft sich
und redet Gedanken heraus–
entwickelt, erörtert und visioniert,
was auf gleichem Gebiet woanders passiert.

Man müht sich der Kommune ein Gesicht zu geben,
und sie zu kleiden nach dem neuesten Chic –
mit dem sie sich zeigen kann im weiteren Leben,
um zu erhalten der Einwohner Glück.

Mit dem sie bestehen kann
gegen die Nachbarn,
die ständig flanieren um Gönner zu finden,
um flüchtiges Kapital an sich zu binden.

Die fleißig nach eigener Größe streben,
um hintenherum ihre Netze zu weben.
Denn links liegt die schon etwas alternde Diva,
die heimlich durchläuft manche Frischzellenkur.

Ihre Fältchen kaschierend mit Vitaviva,
um jung zu erscheinen mit gekaufter Natur.
Während rechter Hand heimlich ein Mädchen gereift,
das die Blumen im Haar längst gegen ein Krönchen getauscht.

Das übers Parkett
der Bestimmenden streift
und selbstbewusst an den Türen
der Mächtigen lauscht.

Um gegen diese Konkurrenz zu bestehen –
um eignes Profil zu wahren und stärken –
lasst frischen Wind durch Sande wehen.
Dann habt ihr Erfolg bei eurem Werken.

© ee