Die Stille

Die Stille.

Die Stille in den Gründen –
so unbeschreiblich laut –
ist nur zu überwinden
von jemand der sich traut.

Das Dunkel in den Nachten –
so hell und sternenklar –
ohn’ Schad’ es zu betrachten
gelingt nur dem der wahr.

Das Denken in den Köpfen –
so wirr wie Mohrens Kraus’–
in glatte Wört’ zu flechten,
das wär ein Ohrenschmaus.

Die schweigend’ Klag’ der Lämmer –
wenn zur Schlachtbank sie geführt –
find’ nirgends seine Hemmer,
hat nie ein Herz gerührt.

Das schnelle fließ’ der Wasser –
vom Quell bis hin zum Meer –

es dienet Freund und Hasser,
tut jedem gleich und keinem mehr.

Die Wolken in den Lüften –
in vielen Tönen grau –
um die Erd’ sie driften
vor der Sphären Blau.

Der Mensch mit seinem Sinnen –
so klug kommt er sich vor –
jedoch bei all‘ Beginnen
erweist er sich als Tor.

©ee

Nichts verlieren.

Nichts verlieren.

Dich aus den Augen ,
zwischen allen Seiten des Lebens suchen.
Dich nicht verlieren.

Das letzte Blatt bevor es fällt,
vom Baum der Zeit.
Es nicht verlieren aus den Augen.

Kraft, Mut und Zuversicht sammeln,
hoch hängt die Uhr doch Zeigerlos.
Die Zukunft, uns nicht verlieren.

© Chr.v.M.

oder :

wo im Verlieren
das Wiederfinden
schon enthalten ist…

Kein glücklicher Moment

Kein glücklicher Moment

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen auf ihn zu
weiß nicht welcher zur Heimat werde
und welcher ist für ihn tabu

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege laufen von ihm fort
weiß nicht auf welchem man schreit „Merde“
und welcher führt zum rechten Ort

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege machen ihn ganz irr
man führt schon über ihn Beschwerde
und sagt er wär’ im Kopfe wirr

Nun steht er hier auf fremder Erde
viel’ Wege führ’n in fremdes Land
angstvoll hilflos die Gebärde
er wohl nie den rechten fand

Er steht auch noch nach vielen Jahren
sieht einfach aus wie hingestellt
das Leben ist vorbeigefahren
es ist für ihn verlorene Welt
.

©ee

Knipsen…

Knipsen

Zeitfesthalter – Bildberichter
Motivgestalter – Filmbelichter
was von diesem trifft wohl zu
denk ich häufig so bei mir

wenn ich Urlaubsmenschen seh’
die mit Technik dicht behangen
knipsend vieles Zeug einfangen
kann’s mir dann oft nicht versagen

obwohl – es fällt mir manchmal schwer
nach ihres Machens Sinn zu fragen
oder nach ihr’s Tuns Begehr
große Augen schau’n mich oft an

erst zögernd
doch recht fließend dann
erklärt man mir mit viel Gehabe
und wachsender Begeisterung

knipsen – das sei eine Gabe
aber das verstünd’ ich nicht
ich sei wahrscheinlich noch zu jung
man hätt’ daheim in vielen Kästen

oder auch in Schuhzeugschachteln
Bilder von vieltausend Festen
als bleibende Erinnerung
an Onkels, Tanten und auch Reisen

an manche Jagd auf fette Wachteln
zum ausstopfen
und zum verspeisen
wenn ich alles das gehört

weiß ich
daß Ich nur ein Tor
der beim knipsen sie gestört
und bin so schlau wie auch zuvor.

©ee

Ein Gefühl…

Ein Gefühl ist tief ins Herz gebrannt,
auf ewig spürt man diese Zeichen –
irgendwer hat es als Liebe benannt
und diesem Empfinden kann keiner weichen.

Es macht Vergangenes lebendig
und malet lässig neue Bilder –
es treibet um und um beständig,
Mal zärtlichleis und mal lautwilder.

Vergangenes ist stets so nah,
dass es fast schon Zukunft zeigt –
ist nicht nur das, was gestern war,
wenn leicht das Rot zu Kopfe steigt.

Man hört den Pfiff des ersten Sehen
und drehet sich verwundert um –
weiß dann genau, es ist geschehen,
weil man laut fühlt des Herzen Bum.

©ee

https://pixabay.com/de/

Das Pfingstfest …

Das Pfingstfest …

„Das Pfingstfest schlägt die Augen auf
und schaut verwundert in die Runde

wer ‚Glaubens’ ist kommt selber drauf
er lauscht der wunderbaren Kunde

versteht was GOTT uns sagen will
mit seinen sichtbar Taten

schweigt ein’ Moment des Redens still
genießt der Schöpfung Garten“

©ee

am Morgen

am Morgen

silbergraue hohe schatten
wirft der neue morgen
blank gespiegelt
auf tagessorgen

frisch die grünen blätterkelche
stumm gerahmt demütig schweigend
sacht an morgenfrisch
sich reibend

hier im ersten morgenstrahl
dienern graue säulenschatten
tanzt ein falter ausgelassen
zwischen mir und dachterassen

den guten morgen
uns zu borgen
und vorzusorgen
für den tag

© Chr.v.M.