Gedanken

Gedanken

gedanken die in mich fallen
sich ausbreiten und vermehren.

vielfältige gedanken die sich stapeln,
durch den kopf wirbeln, erfaßt werden wollen

stürzend in vergessenheit geraten,
wieder ausgegraben werden, gedanken

schwer und leicht, mehrfaltig wie ein fächer
schwingend oder träge, gedanken

die sich auf die seele legen, flattern
und fliegen,traurig, lustig, wütend

nachdenklich, verwirrt und klar,
leise,zärtlich, träumend, gedanken

kunterbunt verschluckt und glücklich
gedanken für mich zum aufschreiben

gedanken wie erinnern und anklopfen
und nicht vergessen werden.

© Chr.v.M.

Zwischenwelt . . .

Zwischenwelt . . .

Der Himmel um mich
wurde blasser ,

mich zog es –
ich weiß nicht warum –
ich mußte ans Wasser ,
mein Fühlen war krumm
.

Natur mußte mich
mit Natur erschlagen –
ich konnte den Alltag
nicht mehr ertragen .

Die Wellen der See –
sie nahmen mich fort –
sie trugen mich endlich
an den seligen Ort.

Die Farben des Himmels,
sie stimmten mich leise,
ich sah die Beschwernis
auf andere Weise.

Doch plötzlich
da zog ein Nebel davor,
und ich stand wieder kalt
in des Lebens Tor …

… ich für mein Teil
liebe nichts wohl so sehr
wie eine wildbewegt‘ See –
wie ein lebendes Meer.

© ee
ewaldeden

Wenn sie Rollschuhe fahren die Engel.

Wenn sie Rollschuhe fahren die Engel
das es grollt, platzt der Himmel in Grau
aus allen Nähten prasselt das Nass
bildet blubbernde Rinnsale –

Auf durchgeweichten Wiesenhängen
schnappen Regenwürmer nach Luft,
dazwischen klemmen gelöste Blütenblätter
über dem Erdwall.

Im Wunsch den Berg hinunter
verschluckt sich der Gulli,

Wegabwärts grell erleuchtet,
vom Blitz wie getroffen
verstummt die Welt
bis das Klopfen auf hört
und der Nebel aufsteigt
mit feuchten Socken –

und sich in den weinenden Bäumen
verfängt. © Chr.v.M.

Sprache

Sprache sollt’ melodisch sein –
ein Auf und Ab, ein Ringelreih’n.

Sprache sollt’ vom „Warm“ getragen
mit jedem Wort ein „Fühlen“ wagen.

Sprache sollt’ das Gestern wahren –
auch noch in vielen Morgenjahren.

Sprache ist ein edler Schatz –
bewahre sie an sich’rem Platz,
auf, dass sie noch in Zukunftszeiten
dich sicher wird durchs Leben leiten.

©ee

Bild von Erika Varga auf Pixabay

https://www.youtube.com/results?search_query=%23estas_tonne
thank you …

Des Poeten Ruhetag …

Des Poeten Ruhetag …

Als ich erwachte
hat mich etwas verwirrt

kein Text wartete in meinem Wissen
mein Denken ist durch den Morgen geirrt
während mein Kopf noch ruht’ in den Kissen

es suchte und suchte und suchte vergebens
es konnte nichts finden
wohin es auch flog

es schaute in alle Kammern des Lebens
voller Furcht
dass der Text es mit einem andern betrog

doch plötzlich sagt Jemand
du brauchst nicht zu suchen
ich habe es heute Nacht so bestimmt

du darfst jetzt auch greinen
und herrlich laut fluchen
da höre ich einfach nicht hin

ich hab’ nur aus einem
ganz bestimmt Grunde
gesperrt dir im Schlaf

deinen kreativ’ Sinn
ich will dich bewahren
und lasse dich ruh’n

zu deinem eigenen Schutze
damit du noch lange mit Worten, mit klaren
den Menschen erklärst

warum ICH sie benutze.

©ee