Der Abend naht…

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Der Abend naht…

Ein langer Tag geht nun zu Ende
ein langer Tag voll Gottesnäh’ –
ich geb’ mein Sein in Seine Hände
und weiß, dass alles wohlgescheh’.

Ich weiß, daß er es schon wird richten
in seiner großen Gottesgüte –
geordnet alles nach Geschichten,
verwahret sie in gold’nen Tüten.

Das gibt dann uns’ren Tagen Licht,
und macht das Dunkel uns erträglich –
ohn’ das wär Mensch unscheinbar Wicht,
und würd’ verdorren wortlos kläglich.

©ee

Heulen und Zähneklappern..

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Heulen und Zähneklappern . . .

Ein Sturm der mich zerstören will –
zerzaust mir meine Seele,
zerquetscht mich unter Mitleidsdrill –
schreit mir verdreht Befehle.

Ich seh mich unter Druck gesetzt –
kann aber nichts empfinden,
man säh’ mein Ich wohl gern zerfetzt –
will die Reste an sich binden.

Es dünkt mich wie ein Gaukelspiel –
ein Spiel mit falschen Karten,
es wird mir langsam viel zu viel –
kann das Ende nicht erwarten.

Ich rühr mich nicht – bleib oben stehn –
ich weich nicht von der Stelle,
laß den Scheinwind um mich wehn –
schöpf Kraft aus deiner Quelle.

Wie ein Lebenselixier
wirkt dein fest an mich denken –

ich glaub an dich – du bist in mir –
werd nie vom Wege schwenken.

© ee

Losgelöst

Losgelöst

Laß’ den Gefühlen freien Lauf
laß’ die Gedanken ziehen
setz dich einfach obenauf
dem Alltagsgrau entfliehen

Laß’ dich tragen meilenweit
durch Zeit und über Länder
streu deine Freude himmelbreit
zeig’ sie als bunte Bänder

Schwing’ deiner Seele Flügelfalten
besuch’ damit die Sterne
laß’ Liebe nur im Leben walten
aus eig’nen Fehlern lerne

Und machst du Rast an schönen Plätzen
bemal sie dir mit Seelengold
wird sich dann jemand zu dir setzen
vom Schicksal vielleicht hergerollt

Faß’ die Gelegenheit beim Schopfe
mal deines Lebens buntes Bild
hab’ Fröhlichkeit stets nur im Kopfe

ein froher Sinn – dein starker Schild

© ee

Gedanken zur Novemberzeit …

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Gedanken zur Novemberzeit …

Der November ist so mitteltrübe
wie ein stark verwackelt Bild
Großmutter plagen ihre Rheumaschübe
mal erträglich – mal ganz wild

der Hund liegt in der Sofaecke
hat keine Lust auf Gassi geh’n
der Tag kriecht langsam wie ’ne Schnecke
als wenn’s ihm schwerfällt aufzusteh’n

die Sonne ist auf den Azoren
verbringt dort ihre Urlaubszeit
am Strand steht noch wie traumverloren
ein Strandkorb – bunt, im Sommerkleid

alle Welt redet von Trauer
und dem was längst vergangen ist
im warmen Viehstall klagt der Bauer
über viel zuvielen Mist

könnt’ man nicht diesen Monat streichen
aus unserer Zeit Kalender
es würde doch auch völlig reichen
wäre das Jahr ein Elferender.

©ee

Novemberblues …

Novemberblues …

Der November hat Adschüß gesagt
er hat den letzten Nebel eingesammelt
mit dreißig Tagen hoch betagt
hat er die Türen hinter sich verrammelt

der Dezember tritt nun in die Zeit
noch gar nicht winterlich gekleidet
ist nicht zu Eis und Schnee bereit
dieweil er unter Föhnwind leidet

doch der Terminkalender greint
kann seine Einträge nicht ändern
auch wenn der Himmel Tränen weint
schmückt er die Welt mit bunten Bändern

er eilt mit riesengroßen Schritten
auf Weihnacht zu – dem Jubelfest
während Ruprecht mit dem Rentierschlitten
sich auf Schneefall noch verläßt

so steht er da am Gabentag
mit reichlich rostigroten Kufen
und ist im Herzen ganz verzagt
ob des vergeblich Abfahrt rufen

©ee

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immer wieder NEUES findet ihr hier :

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hörst Du den Winter ?

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Hörst du

Hörst du das Wispern der Wintergräser
im frostigkahlen Morgenlicht –
hörst du das Tönen der Kirchturmbläser
das sich unter den eilenden Wolken bricht?

Hörst du das Knispern der trockenen Reiten
über dem blinkernden moorigen Grund –
hörst du der Wellen Geschlag’ in dem weiten,
vom Himmel begrenzten und bläuendem Rund?

Hörst du des Windes emsiges Raunen –
wie stetiges Leben über dem Watt,
es zeiget uns Werden, es machet uns staunen
dass Erde all’ diese Wunder noch hat.

Genießet das alles und füget euch ein –
erkennet die Werke als schlüssig,
denn wenn ihr’s nicht könnt,
dann wird es bald sein

dass Mensch auf Erd’ mehr ist als flüssig.

©ee


ewaldeden©2013-02-23

Eis vom Konditor …

Eis vom Konditor …

Pfingstmontag – in Deutschland seit einigen Jahren, wenn auch noch nicht traditionell, so aber doch Mühlentag. Unzählige Ausflügler sind unterwegs um ein wenig Vergangenheit zu schnuppern.

Auf dem Wege von Emden nach Greetsiel machten wir in Norddeich Station. Spontaner Beschluss unserer kleinen Gruppe – hier gönnen wir uns ein Eis.

An Norddeichs Hauptstrasse boten sich uns zwei Gelegenheiten dazu – einmal eine offenkundig südländische Eisdiele – fünfzig Meter weiter verhieß ein großer Schriftzug: „Eis vom Konditor“.

Dahinter verbarg sich die Konditorei

„Cafe – ten Cate“.

Ein großer Werbeträger neben dem Eingang versprach uns den besten ostfriesischen Korinthenstuten.

Eis vom Konditor – das sollte es sein! Und Korinthenstuten für zu Hause.

Schnell hatten wir einen freien Tisch in der Nähe der Theke gefunden.

Während meine Leutchen die Karte studierten, machte ich meinen obligatorischen Gang zur Toilette – wie stets nach dem betreten eines Gastbetriebes.

Die sanitären Anlagen waren in Ordnung – sauber, modern und pikobello.

Einzig die Lage im Kellergeschoß könnte für manchen Gast, der nicht mehr so gut zu Fuß ist, problematisch sein.

Wieder oben angekommen hatte meine Rangen schon für mich mitbestellt – frische Erdbeeren auf Vanilleeis mit Schlagsahne!

Es dauerte ein Weilchen – in der Zwischenzeit hätten wir beim Nachbareismann wohl schon die vierte Portion verzehrt gehabt, aber na ja.

Bei der Fahrigkeit der vier Damen im Service konnte es nicht fließender gehen.

Die Äußerungen, und das hektische Gebaren der Vier, ließen erkennen, die Sahne war ausgegangen.

An sich kein Beinbruch – offen geschlagene Sahne empfinde ich immer als Pluspunkt gegenüber der Sahne aus den Aufschäumautomaten.

Nur das, was in diesem Falle dabei herauskam, ließ alle bisher positiven Eindrücke im Gully verschwinden.

Man servierte uns die gläsernen Pokale erstens auf einer Untertasse eines Kaffeepotts – ohne die Zierde eines Deckchens. Zweitens ohne Serviette, und drittens entsprach der Inhalt genau dem mangelhaften Äußeren.

Da konnten die anstandslos frischen Erdbeeren das zu kalte und zähe Eis auch nicht mehr retten, das von einer gelbstichigen, unangenehm schmeckenden Sahnehaube gekrönt war. Die Sahne war schlicht und einfach schon fast zu Butter geworden.

Der überschwänglich angepriesene „ostfriesische Korinthenstuten“ – von dem man uns noch ein Resthalbes verkaufte entpuppte sich zu Hause angekommen auch als ein Überbleibsel besserer Tage. Sogar unser original kanadisches Buschmesser hätte sich beim schneiden fast die Zähne ausgebissen.

Einzig das Schwarzbrot- von dem wir auch ein Pfund mitgenommen hatten – bestand alle kritischen Prüfungen. Es war – wie schon zu allen Zeiten aus dieser Bäckerei – einfach super.

Mein Fazit: Der Konditor sollte ein Bäcker bleiben, und das Eismachen seinem Kollegen aus dem Mittelmeerraum überlassen. Dann hätte er sicherlich auch ein wenig mehr Zeit für den „ostfriesischen Korinthenstuten“

©ee

Immer wieder NEUES hier zu finden :

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Jeder neue Tag

Jeder neue Tag
.. ist Hoffnung.

Wie es auch kommt, wie es auch geht
das Leben immer fortbesteht

mag es uns auch manchmal zwacken
sodass wir heulen oder greinen
es bricht der Krone keine Zacken
solang‘ sich Leid und Freud vereinen

jeden Morgen sanft geschüttelt
das Denken auf den Tag gericht’t
bleibt Empfinden aufgerüttelt
und Fühlen zeigt uns sein Gesicht
.©ee

ewaldeden2013-12-02

Die Zeitumstellung …

Die Zeitumstellung …

Die Zeit wird hin- und hergeschoben,
gleich ob sie glatt oder zerknittert –
dabei wird Zeit mit Zeit verwoben,
als wenn Glück in Unglück schlittert.

Nun fragt sich Geist, was das bloß soll –
fragt wer dabei wohl provitiert,
weil er es findet obertoll
und wer da Geld und Zeit verliert.

Man kann jedoch noch lange suchen
ohne etwas zu entdecken –
man kann drob laut und leise fluchen –
es find’t sich Nix, nicht zum verrecken.

Gequälter Geist kommt zu dem Schluß,
dass es nur Schildas Bürgers Streich
und dummen Rates Musenkuß,
auf der Entscheiders Denkensweich.©ee

ewaldeden2018-10-28