am Morgen

am Morgen

silbergraue hohe schatten
wirft der neue morgen
blank gespiegelt
auf tagessorgen

frisch die grünen blätterkelche
stumm gerahmt demütig schweigend
sacht an morgenfrisch
sich reibend

hier im ersten morgenstrahl
dienern graue säulenschatten
tanzt ein falter ausgelassen
zwischen mir und dachterassen

den guten morgen
uns zu borgen
und vorzusorgen
für den tag

© Chr.v.M.

zwischen den Tagen.

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zwischen den tagen liegt die nacht
durch dunkle gänge fallen mich schreie an
trifft mich das stönen

klammert sich der schmerz an eilende fersen
sucht die hilfe meinen schatten
bäumt sich das schicksal wissend vor dem tod auf,

hält mir das leben die hohle hand entgegen
und fängt meine tränen ein
nacht um nacht.

© Chr.v.M.

Die Stundenuhr …

Die Stundenuhr …

Träge tröpfeln die Minuten
aus dem Kelch der Stundenuhr –
Zeit sagt nicht ich muß mich sputen,
sie folgt den Regeln der Natur.

Der Mensch als stolzes Denkerwesen –
für das er sich nun einmal hält –
wird nie an weiser Zeit genesen,
Hochmut ihm stets den Weg verstellt.

Dabei wär’s doch gar nicht schwierig,
es reicht’ ein Gramm Bescheidenheit –
und schon wär unser Leben spurig,
hätt’ kein Problem mehr mit der Zeit.

©ee

Syrien 10 Jahre Mord

Ein Jahrzehnt Syrienkrieg …

Mein Land . . .

Ich kehre weiß gekleidet zurück
und weine viel – wie sie wissen

ich werde begraben hinter dem Glück
und schwebe über den Wolken
ich werde Nebel – ich werde Zeit
ich kehre zurück – wie sie wissen

ich gewande mich schwarz und weine in Trauer
ich harre in Stille für die Toten der Mauer
ich bezeichne die Täter
und schlucke die Tränen
ich kehre zurück – wie sie wissen

ich male die Farbe der Unschuld
und lasse das Land dem Verbrecher
ich kehre zurück – eine fliegende Seele
die über den Wohnstätten schwebt
ich schütze die Kinder – und werde zur Rose
damit die Liebe weiter lebt
ich kehre zurück – wie sie wissen

ich werde zur Blume
die sprießt auf den Gräbern
es schließt sich der Ring um den Sand
ich werde mich freuen
der alten Getreuen
und grün wird das blutige Land
ich kehre zurück – wie sie wissen

Die Gefühle meines syrischen Freundes Muhamad von mir in deutsche Worte gesetzt

ewaldeden

© ee

Bild von David Peterson auf Pixabay

Wort -Trost.

Ihr hattet euren Garten gefunden
einen Garten mit blühenden Bäumen
die Zukunft – sie war schon fest eingebunden
in euren täglichen Träumen

am Zaun da hingen herrliche Bilder
mit Plänen bedruckt und sonnenbestrahlt
es waren für euch wegweisende Schilder
ihr hattet darauf euer Leben gemalt

ein einziger Windstoß aus tagblauer Leichte
zerstörte dies friedliche Bild
er war nur sehr kurz – doch er reichte
um fortzureißen den schützenden Schild

jetzt stehst du allein in fröstelnder Kühle
deine Seele vermisset den Umhang
du siehst nur deine zersplittert’ Gefühle
und glaubst nicht an neuerlich Anfang

bleibe nicht steh’n inmitten der Scherben
verschließ nicht die Augen
als wärest du blind
zum Sein gehört nun mal ewiges sterben

kein Leben besteht ohne heftigen Wind.

© ee

nun sag doch was …

Mein Gott,
oh Herr – nun sag doch was
und sei nicht immer still und weise.
Es ist doch lang’ schon voll das Faß
und nichts läuft mehr im graden Gleise.

Dein Wort von „Erde untertan“,
das wurd’ hier völlig falsch verstanden –
man geht Natur ans Leben ran,
vernichtet und verludert sie
in Deinen einst so schönen Landen.

Man hämt Dich – man verleugnet Dich,
missachtet Deine zehn Gebote –
man dreistet und erhöhet sich,
selbst wenn es bringt vieltausend Tote …

Man lässet Kinder schamlos schmachten,
begründet es mit Wirtschafts Zwang
man tilgt den Schlaf aus ihren Nachten –
wie schlimm sind diese Hirne krank.

Verzeih’, hab’ Dir nicht zugehört –
ich bin wohl g’rade sehr verbittert –
Du sagst, Du siehst was Mensch zerstört,
und wie er Dir Dein Werk zerklittert?

Du sagst, Du sendest reichlich Zeichen –
wir würden sie nur nicht versteh’n
und Dir würd’s langsam wirklich reichen –
dies’ grausigdumme Menschgescheh’n?

Ich bitt’ Dich, nimm es mir nicht übel,
dass ich nicht alles gleich erkannt –
ich bin doch nur ein kleines Bübel,
bin Wachs in Deiner warmen Hand.

ewaldeden

© ee

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es war einmal…

Photo by Anna Shvets on Pexels.com

Es war einmal
vor langer Zeit
da sangen zwei Königskinder,
ein Lied
das die Liebe beschrieb.

Seitdem zwitschern Vögel
diese Frühjahrsmelodie,
wispern uns die Blumen
beim Blühen den Reim
vom Erwachen der Zärtlichkeit.© Chr.v.M.

Der MÄRZ er hat sein schönstes Kleid
aus Sonnenstrahlen sich gewoben
und aus dem Norden weit dort oben
erwacht DIR bunt die Frühlingszeit.

Ich wünsche Euch ALLEN
ein tiefes Atmen der Blumendüfte
und eine wunderschöne gute neue Woche

bleibt GESUND !

meinen Dank an die Leser. Christin

Photo by Felix Mittermeier on Pexels.com

Frühlingskuss.

Melancholie des Winters zeichne,
den Zauber strahlend
auf das Lächeln der Sonne.
Damit der Lenz uns Farben reiche
zu unsrer Freude, zu seiner Wonne.

Und wie er malend im Wiesengrunde,
im Duft der Blütenbändern
inmitten des Tals ein Hoffnungsklingen
in seinem Munde

erinnert an :

“ es war einmal“ .

© Chr.v.M.

Zeitenwende

Sind wir bereits in einer Zeitenwende?
Werden wir des Lebens überhaupt noch froh?
Hat der Menschheit Sein vielleicht bereits ein Ende –
denn sterben müssen Menschen sowieso.

Betrachtet man ums Impfen das Lamento,
dann kann Verstand doch nur noch irregeh‘n –
es scheint, als wär‘n am Ende nur noch jene froh,
deren Habenkonten sprunghaft in die Höhe geh‘n.

Der Menschen Welt entledigt flugs sich der Verpflichtung
die zugeteilt ihr von der Zeit Beginn
den von uns gehenden zu weisen ihre Richtung
und abzulegen das Denken an Gewinn …

©ee

ewaldeden2021-02-21