Nachgedacht.

Wer das Bedürfen hat ständig zu siegen,
wer meint, immer der Erste zu sein –
wer glaubt, er könne die Welt sich hinbiegen,
der fällt am End’ auf sich selber nur rein.

Wer handelt als könne er Alles erreichen,
er müßt’ nur genügend rücksichtslos sein
und jeglich’ Moral im Sinnen streichen,
der steht irgendwann völlig allein.

Denn „Schöpfung“ ist wachsam, doch auch geduldig,
registrieret empfindsam was Menschlein ihr schuldig –
und wenn er nicht pünktlich die Raten begleicht,
sie ihm den vollständig’ Schuldtitel reicht.

Dann ist Recht auf Leben ganz schnell verwirkt,
dann gibt es kein Wenn und kein Aber –
dann bleibt nur Gestehen, dass alles getürkt –
alles andere ist dann nur noch Gelaber.© ee

ewaldeden2016-11-12

Tue und ruhe …

Tue und ruhe …

Mit Riesenschritt und leichtem Tritt
erobern wir den neuen Tag –
die Zeit geht sachte mit uns mit,
zeigt sich als Feund, dem der sie mag.

Doch wer sie drängt und wer sie schüttelt,
wer stets an ihrem Gleichmaß rüttelt –
dem zeigt sie, oft auch mit Gepulter,
ganz einfach nur die kalte Schulter.

Doch wer sie lässig leicht begleitet
dem sie wohl manche Freud bereitet –
drum denke, wenn du fällst in Eile,
gut Ding braucht stets auch gute Weile.

Vom Anfang bis zum Ende hin
gibt das „gemächlich“ erst den Sinn,
denn was in Hetz’ und Hast geschehen
wird meist ganz schnell in Zeit verwehen.©ee

ewaldeden2018-11-04