Wahrheit ….

euro-870757_960_720

.

Wahrheit ….

P reis der Klarheit ist die Wahrheit,
das ist aber ‘ne knappe Währung –
weil, beliebter in der Welt
ist doch vieler Arten Geld.

Ob es schmutzig oder blutig,
ob es reingewaschen ist –
ob es ist der Lohn für mutig
oder der Preis für Hinterlist.

Ob es des Rauschgifts Goldsalär,
das füllet vieler Dealer Säcke –
oder vieler Waffen mehr,
die stärken Völker Mörders Fräcke.

Man nimmt es weil man machtbesessen,
und jedes Maß verloren hat –
von Geldes Gier total zerfressen,
lechzt Mensch nach mehr, als Nimmersatt.

© ee

Wanderer…

people-690953_960_720

.

Wanderer, es gibt nicht Weg
noch Stock noch Stein –
es gibt nur Sein.

Wanderer, es gibt nicht Erde,
es gibt nur Steg
der Ziel dann werde.

Geh’ nur hinüber – find’ das Leben,
das dir vom Schöpfer ward gegeben.
Tritt nur nicht fehl bevor’s erreicht,
sonst bist du schnell vom Tod gebleicht.

Liegst als Geripp’ an Weges Rand
mit gespenstisch’ knöchern’ Hand –
die nicht mehr greift, die nicht mehr packt,
weil gebleicht’ Gerippe nichts mehr zwackt.

© ee

 

manila-1426826_960_720

Einfaches Glück …

Rose

.

Einfaches Glück …

D ie Luft ist ein einziger lieblicher Hauch,
jeder Atemzug ist süßes Geben.
Jeder Augenschlag ist wie blühender Strauch,
er schenkt dir ein Wissen um Leben.

Ein Wissen um Leben der lieblichsten Art,
ein Wissen um Leben in Güte –
es ist dir, als hättest du um dich geschart
des Lebens berauschende Blüte.

Das Licht ist ein einziger strahlender Raum,
ein strahlender Raum in der Weite –
das Licht ist die Frucht am blühenden Baum,
ich wünsch’ daß es dich ewig begleite.

Das Fühlen ist süßer traulicher Schmerz,
das Fühlen des Ich in dem Ander’n –
das fühlen ist stürmisch klopfendes Herz,
wenn du es fühlst, dann lasse es wandern.

© ee

Küstendörfer …

cinque-terre-1596206_640

.

Küstendörfer …

D örfer wie Perlen aufgereiht
auf grünem Band – an Deiches Fuß
im Groden hell der Kiebitz schreit
es klingt wie froher Göttergruß

Mit Tönen wie aus fernen Tagen
die Brandung an die Dünen schlägt
man sieht die Wellenkämme nagen
an Strand und Deichen – unentwegt

Der alte Hafen ist Geschichte
du spürst sie auf marodem Kahn
wenn du im fahlen Abendlichte
verlierst dich in des Mondes Bahn

Es riecht nach Teer und heißen Gläsern
gefüllt mit Rum und Ingwerwein
der Wind, er spielt in harten Gräsern
wenn abends fällt die Nacht herein

In dem Krug am Hafentore
ein alter Maat die Quetsche zieht
er singt von Sehnsucht und Amore
ein herzergreifend’ Liebeslied

Alles lauscht gebannt den Tönen
und fühlt die Zeit im Raume steh’n
wenn er erzählet von den Schönen
die er in aller Welt geseh’n

Der Mond zieht weiter seine Runde
am Hafen löscht das letzte Licht
zum Abschied tönt aus Wirtes Munde
gut’ Nacht ihr Leut’ – vergeßt mich nicht

© ee

.

beer-323473_640

.

.

Lied TEXT bei Ewald Eden.

Unser Leuchtturm.

watercolour-1578074_640

.

.

Unser Leuchtturm …

F ünfundfünfzig lange Jahre
hielt er die Wacht bei uns im Watt
dann machten ein paar nicht ganz gare
ihn über Nacht ganz einfach platt

er stand noch nicht einmal im Wege
bei dem was dort als neu entstand
und mit ein klein bißchen Pflege
wär er ein Schmuckstück für das Land

doch leider hat man ihn vernichtet
als zu gering fürs Gnadenbrot
obwohl er gerne noch berichtet
von Seemannsfreud und Wassersnot

einzig den Kopf mit der Laterne
den findet man weitab vom Meer
in Münchens weiter Baziferne
wiegt das Interesse nicht sehr schwer

drum lassen wir sie hoch und leben
die hohlköpfige Beamtenschar
denn taube Nüsse wird’s noch geben
wenn wir schon lange nicht mehr da.

© ee

.

bottle-1565681_640

im Feingefühl.

heart-925800_640

.

b erühr’n sich ihre Äste sacht
im Feingefühl des sich wohl mögen
schwingen sie in bunten Bögen
durch die sternenklare Nacht.

Jedes zärteln, jedes streicheln –
jeder sternefunkelnd’ Blick
ist ein zartverliebtes schmeicheln,
ist wie golden leuchtend’ Glück.

Badend in der Augen Gründe,
die lockend wie des Bergsees Fluten –
fern der Menschen Erbfallsünde
fühlt man nur der Liebe Gluten.

© ee

.

rock-formation-1574679_640

Eine wunderbare Wandlung.

cloud-143152_640

.

Eine wunderbare Wandlung.

D er Himmel hat andere Farben bekommen
er scheint nicht mehr blau,
gräulich und schwarz
er hat einen anderen Ton angenommen
er glüht jetzt wie goldenes
bernsteinsches Harz

die Wolken sie haben ein and’res Gesicht
sie scheinen nicht mehr
wie Berge und Hügel
sie strahlen in warmem
leuchtendem Licht
glaszart wie schwirrende Engelsflügel

der Regen er ist nicht mehr
feuchtkalt und naß
er schauert nicht mehr
wie eiskalte Tränen
er schleiert in einem rosigen Blaß
und singet in lieblichsten Tönen

der Wind windet nicht mehr
wie Sturmes Gebraus
er zerrt nicht mehr an den Gedanken
er füllet der Liebe liebliches Haus
umspielt es mit duftenden Ranken

die Sonne sie hat sich türkisen gewandet
sie schwimmt inmitten blühender Rosen
der Mond ist in
grasgrünen Sternen gelandet
die zart Deine Seele liebkosen

der Morgen streut
hellblaue Morgenfleckchen
auf nächtliches Dunkel
in werdenden Tag

in jedem Eckchen
ist Lichtergefunkel
und das alles ist Zukunft
in die ich Dich trag

in eine Zukunft prallvoll mit Leben
in eine Zukunft voll berstendem Glück
ich werde Dir all meine Liebe geben
Vergang’nes mein Schatz

kehrt nie mehr zurück.

© ee

.

heart-700141_1920

Verbundenheit…

sunrise-1574243_640

.

Verbundenheit . . .

S ilbern funkelnde Sterne
nachtesheller Strand
die Wellen laufen von ferne
auf endlos weißen Sand

Strandkörbe stehen wie bunte Eulen
im watteweichen Mondeslicht
von Wattenbänken Seehundheulen
ihr Lied sich an den Dünen bricht

Am Strandkorb siebzehn ‘ne Laterne
beleuchtet still ein Liebespaar
er flüstert leis’ – ich hab’ dich gerne
und streichelt sacht ihr weißes Haar

Seit über fünfundfünfzig Jahren
ist dieser Strandkorb ihr Revier
wenn sie auf diese Insel fahren
verleben ihre Sommer hier

Sie haben hier in all’ den Jahren
viel schöne Dinge kommen seh’n
sie haben aber auch erfahren
daß viele Menschen mußten geh’n

Sie genießen hier jetzt jede Stunde
so – wie sie aus dem Himmel fällt
in dieser wunderbaren Runde
in dieser schönen Inselwelt.

© ee

.

amrum-537112_640

Sich riechen können …

.

Sich riechen können . . .

https://pixabay.com/de/

D u gehst vorbei und wendest dich
irgendwas hat dich – peng – getroffen
du schaust zurück – und wunderst dich
dein Herz ist plötzlich ganz besoffen

Es war nur eine Spur von Leben
die deine Nase sacht berührt
kann es so etwas denn geben
ein Hauch von Mensch – und schon verführt

Der Duft verliert sich in der Weite
doch festgebrannt in deinem Kopf
er dir manch schlaflos Nacht bereite
was weißt du schon – du armer Tropf

Einmal nur in deinem Dasein
passiert dir so ein Blitzgefühl
so etwas tritt nicht noch einmal ein
alles ist dagegen kühl

Drum danke deiner Himmelsmacht
egal – wie du sie bei dir nennst
wenn dir das Glück noch einmal lacht
du nicht noch mal vorüber rennst.

 © ee

.

butterfly-639354_640

stille Sehnsucht.

cabo-san-lucas-81367_640

.

stille Sehnsucht.

D er Wind – er weht von Norden –
und ist doch gar nicht rauh.
Er zeichnet Geistgestalten
in des Novembers Grau.

Die Luft – sie riecht nach Ferne –
Gedanken brechen los –
sie wandern über Sterne –
benutzen sie als Floß.

Und dann – an fremden Ufern –
so neu und doch vertraut
hört man von stillen Rufern
kommt her zu uns und schaut.

Und wenn wir uns dann wagen
in diese Sehnsuchtswelt,
sind plötzlich wir getragen
hoch über Sund und Belt!

© ee

.

sand-465724_640

Foto auf https://pixabay.com/de/ thanks