Ein Inseltag

Ein Inseltag

Die Sonne sie strahlt um die Wette
mit dem Glücksschein um der Liebsten Mund
der Wind legt Wolken an die Kette
daß sie nicht stör’n dies schöne
Rund

ganz sachte hört man nur ein Rüscheln
im hohen Gras am Dünenrand
zwischen des Strandes Fliederbüscheln
suche ich zärtlich deine Hand

vom Wassersaum auf leichten Schwingen
streicht eine Möwe stolz dahin
als wollte sie uns Grüße bringen
wollte verzaubern unsern Sinn

ihr Schatten sprenkelt deine Haut
er spielt in deinen Haaren
dein Bild in mir Begehren staut
gewiß auch noch nach langen Jahren

© ee

Spuren.

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Spuren . . .

D ie Tränen die der Wind verweht –
sie sind das Salz des Lebens,
die Hoffnung in der Hoffnung steht –
man weint sie nicht vergebens.

Die Spuren im Gesicht der Seele –
gezeichnet vom Entbehrten,
man sieht, daß uns das Liebste fehlte –
sie uns das Glück verwehrten.

Das Bild, daß man im Herzen trug –
es konnte nicht verblassen,
man jedem auf die Finger schlug –
der es wollte fassen.

Die Zeit verstrich – sie malte Bilder –
behängte viele Wände,
für uns war’n es bloß Hinweisschilder –
wie wegweisende Hände.

Alles das – es war kein Spiel –
nur – wir mußten warten,
und plötzlich tat sich auf das Ziel –
wir war’n in unserm Rosengarten.

© ee

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Der Zirkus ist da .

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Der Zirkus ist da.

E in Ruf geht durch die Strassen –
am Dorfrand wird es bunt,
jeder soll Arbeit ruhen lassen –
für Stunden geht die Kurzweil rund.

Die Augen sehen Zirkusluft –
die Ohren hör’n Vergangenheit,
in Nasen da steigt fremder Duft –
Erinnerung macht Herzen weit.

Menschen sind aus vielen Winden –
herbeigeeilt von ganz weit her,
hier kann man das Glück noch finden –
Lachen läuft wohl kreuz und quer.

Träume flimmern – fremde Laute
fliegen durch den Sommertag –
dazwischen auch wohl altvertraute
Töne – wie ein Glockenschlag.

Für Stunden ist die Zeit verschwunden –
zeitlang ist man wieder Kind,
Jugendträume losgebunden –
wiegen sich im Sommerwind.

Tiere wie aus Märchenbüchern –
ziehen rund in der Manege,
fahrend’ Volk in wehend Tüchern –
tanzt mit Raubvieh im Gehege.

Der letzte Beifall ist verweht –
der Hut geht durch der Klatscher Rund,
das Baashaupt in der Mitte steht –
tut auch schon den Abschied kund.

So famos wie sie gekommen –
ebenso leise gehen sie,
sie haben keinem was genommen –
bloß Freud’ für alle brachten sie.

© ee

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Darf ich …?

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Darf ich …?

Sie dürfen alles und Jedes
Ob per Rad oder Pedes

Sie dürfen lachen
Sie dürfen weinen
Sie dürfen anderen Freude machen

Sie dürfen in der Zeitung erscheinen
Ob als Anlaß für einen Skandal
Oder als Gründer einer Nichtschwimmerpartei

Ob als Sitzer auf einem Pfahl
Oder Entdecker eines neuen Kolumbusei
Sie dürfen sich den Charakter verbiegen
Oder nackend in der Sonne liegen

Sie dürfen berichten über das Wetter
Ob es nun wahr ist oder geschätzt
Sie dürfen erzählen von ihrem Vetter
Und daß er barfuß durch die Hölle gewetzt

Sie dürfen sich als wilder Verführer betrachten
Dem keine Frau ihre Unschuld verwehrt
Und sagen daß siebzehn Kinder sie machten
Von denen keines ihr Gewissen beschwert

Sie dürfen glauben sie wären ein strahlendes Licht
Und ohne sie könnt die Welt nicht bestehen
Nur eines mein Lieber das dürfen sie nicht
Nicht Heute und auch nicht an kommenden Tagen

Sie dürfen mir nicht auf den Wecker gehen
Denn das mein Bester,
kann ich auf den Tod nicht vertragen .

© ee

die Gänseliese

Hinter mächtig alten Bäumen
auf wintersbrauner Sommerwiese
steht eine Burg – so recht zum träumen
es fehlt nur noch die Gänseliese

aus Fenstern – wie aus blanken Augen
schauen fröhliche Gesichter
man spürt Zeit an der Seele saugen
und sehnt sich warme Festtagslichter

im Geiste hört man musizieren
es klingt wie zarter Engel Chor
ganz plötzlich ist nichts mehr mit frieren
man kommt sich wie im Himmel vor

man lässt das Denken einfach schweben
malt sich den Duft von süßen Plätzchen
man möchte’ sich selbst ein Küsschen geben
weil man verliebt in dieses Schätzchen.

©ee

Kennst du das auch …

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Kennst du das auch …

I ch hab’ im Moment
’nen beschissenen Job

nämlich gar keinen

ich bin arbeitslos

ein schönes Gefühl
von etwas tun wollen

ein jeder denkt
was ist mit dem bloß

tief drinnen in dir
wächst heftiges Grollen

wird langsam
zu einem Vulkan

wen du auch fragst
an jedem Orte

denn das mußt du tun
das ist deine Pflicht

hörst immer nur
die gleichen Worte

bezahlte Arbeit
die haben wir nicht

ich kann es bald
nicht mehr ertragen

dies lächelnde
verständig sein

irgendwann platzt
mir der Kragen

dann hau ich einfach
irgendwo rein

© ee

Sichere Gefühle…

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Sichere Gefühle . . .

D er Wind, die Wolken, die Einsamkeit
der Strand, die Dünen, das Meer so weit
die Spur deiner Füße am Wassersaum
sie sind deine Zeichen – ich sehe sie kaum

ich ahne das flüchtige Leben
das ewig nach Geborgenheit streben
geborgen an des Liebsten Brust
von Zärtlichkeit umfangen

ich weine weil du gehen mußt’
wohin bist du gegangen
die Wolken nahmen mein Schauen mit
der Wind mein heimliches Rufen

der Mond gab Trost mir – wenn ich litt
wenn ich wartete auf den Stufen
der Treppe zum Himmel der Zweisamkeit
die Zweisamkeit – die dort uns vereint

zu allem mein Engel bin ich bereit
dass endlich das Glück mir erscheint.

© ee

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Hochwasser.

 
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Hochwasser.

W o ist der große Menschengeist
wenn Wasser alles niederreißt
wenn Natur zurückerobert
was Unverstand ihr abgekobert

Brücken brechen
Häuser wanken
Strassen werden fortgespült
mit
Sandsackbarrierenschranken
der Strom – wie Mensch mit Karten – spielt

Autos werden wie Hinkelsteine
vom Wasser hin- und herbewegt
gesichert Gut
trotz fester Leine
wird einfach so hinweggefegt

wenn alles recht und hübsch zerstört
Natur ist wieder friedlich
die Masse dann zum gaffen fährt

und findet’s auch noch niedlich.

© ee 2005

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oder so : an der Elbe.

M uskelkater im Gepäck
die Müdigkeit unter den Schuhen,
die Ahnung von Verlorenem
hallt nach,
Verzweiflung und Mut
gaben sich zwischen den Sandsäcken
die Hand.

Auf dem Schlamm
rutschte die Hoffnung mit dem Wunsch
Richtung Politiker:
Vergeßt uns nicht,
vergeßt uns hier nicht,
leidet nicht wieder
an der Hochwasserdemenz.

© Chr.v.M. 

und es geht wieder los…

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Morgengrüße …

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Morgengrüße …

Zeit nähert sich der Zeitenwende –
ich spür’ es deutlich Nacht für Nacht.
Kaum das ich mich im Schlafe wende
schon wieder Himmels Sonne lacht.

Sie tut dann stets so unbefangen,
als hätt’ sie nächtelang pausiert –
dabei war sie erst grad zu Bett gegangen,
als sie erneut ums Eck rumpliert.

Die Vögel schein’n es zu begrüßen –
das frühe Licht in Gottes Raum,
ihr Singen scheint herauszufließen
aus Apfel-, Kirsch- und Birnenbaum.

Ihr trällern nimmt scheint’s gar kein Ende –
es steigert sich zum Tremolo,
und Star klatscht fröhlich in die Hände –
denn “ König “  ist er sowieso.

© ee

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Vergänglichkeit . . .

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Vergänglichkeit . . .

Nebel herrscht wie im Schattenreich
die Bilder verwischen
unendlich und weich

Außendeichs tutet ein Nebelhorn
es klingt so verloren –
mal achtern, mal vorn

du siehst nicht
wo Wasser und Land sich vereinen
an Gräsern hängen Tropfen
als würden sie weinen

man hört seine
eigenen Schritte nicht mehr
es ist alles versunken
im Nebel so schwer

du weißt nicht wo’s lang geht
die Zeit – sie steht still
als wenn sich Gott Neptun
die Welt holen will –

die Welt holen –
heim in sein Schattenreich
in dem Gut und Böse
auf ewig sind gleich.

© ee

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