stille Sehnsucht.

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stille Sehnsucht.

D er Wind – er weht von Norden –
und ist doch gar nicht rauh.
Er zeichnet Geistgestalten
in des Novembers Grau.

Die Luft – sie riecht nach Ferne –
Gedanken brechen los –
sie wandern über Sterne –
benutzen sie als Floß.

Und dann – an fremden Ufern –
so neu und doch vertraut
hört man von stillen Rufern
kommt her zu uns und schaut.

Und wenn wir uns dann wagen
in diese Sehnsuchtswelt,
sind plötzlich wir getragen
hoch über Sund und Belt!

© ee

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Die Jugendzeit . . .

Die Jugendzeit . . .

Jung ist man nur kurz im Leben
drum sollt’ man nur nach Freude streben
hab immer stets ein fröhlich Herz
dann trägst du leicht den größten Schmerz

denn irgendwann wird’s soweit sein
die Liebe bringt dir große Pein
anschließend sind es andere Sachen
die dir großen Kummer machen

vielleicht kommt auch mal die Traurigkeit
bringt dir wieder sehr viel Leid
doch ein Herz das fröhlich schlägt
das schwerste Schicksal überlebt.

©ee

Mein altes Dorf Inhausersiel …

 

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Mein altes Dorf Inhausersiel …

War das hier eine schöne Zeit
man hatte die Tage so recht zu fassen
was ging von hier das Auge weit
kann dich aus meinem Herz nicht lassen

ich hör die Handorgel noch munkeln
in des Abends schmaler Spur
dann saßen wir bis spät im dunkeln
lauschten Erzählen von mancher Tour

der Rauch vom Feuer zog in Weihen
über den Deich und längs des Tiefs
geduckte Häuser in langen Reihen
es war als wenn das Dorf schon schlief

ab und zu ein heis’res Galpen
als wenn die Nacht sich selbst erschrickt
lautes Schackern – leises Schalpen
als hätt‘ die Zeit die Ruh‘ geschickt

der Himmel war wie seiden Linnen
die Luft strich wie ’ne zarte Hand
uns war als könnten wir nur gewinnen
in diesem wunderbaren Land

vorbei ist all dies schöne Fühlen
dich gibt’s nicht mehr – mein altes Siel
ich muß nun erst mein Herzblut kühlen
sonst steh ich hier gleich und wein‘ und piel.

© ee

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Die Linde . . .

Die Linde . . .

Die Linde ist nicht nur ein Baum
sie ist ein großes Zeichen
sie stand von je in heiligem Raum
in allen nordisch Reichen

Sie stand dort für Gerechtigkeit
für Strafe und für Leben
man kam von nah und fern und weit
um nach Einigkeit zu streben

Im Schatten eines Lindenbaumes
saßen des Volkes weise Richter
sie waren Hüter eines Friedenstraumes
und hatten Volkes Volksgesichter

Es war’n nicht hochgepuschte Junge
es waren weise Alte nur
sie sprachen nicht mit falscher Zunge
von Egoismus keine Spur

Über hunderte von Jahre
war die Linde das Symbol
den Frieden halte und bewahre
du – Mensch – als denkend Ruhepol
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© ee

Die Heidemühle . . .

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Die Heidemühle . . .

Im Heideland – in Meeres Nähe
einst eine stolze Mühle stand
was zu des Menschen Wohl geschehe
in ihr goldne Gründe fand

Das schwere Korn von reifen Ähren
der Mahlstein macht ’s zu bestem Schrot
des Müllers Wohlstand tat es mehren
ein Teil davon wurde zu Brot

Ein andrer Teil der füllt den Magen
von Kuh und Schwein und Pferd
nach langen harten Arbeitstagen
kommt er auch oft als Brei vom Herd

Er füllet gut der Hühner Kröpfe
verwandelt sich in manches Ei
irgendwann füllt das Huhn die Töpfe
und wiederum ist Grütz‘ dabei

Die Schweine werden fett gefuttert
mit Mehl aus Müllers Mühlenkorn
die Magd am Fasse steht und buttert
und wieder war der Müller vorn

So war bei allem was geschah
der Müller Dreh- und Angelpunkt
so war sich Moor und Meer ganz nah
der Müller stets in Speck getunkt.

©ee

 

Die eigene Nase . . .

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Die eigene Nase . . .

Ein jeder kehr’ mit strammen Besen
um sich herum und vor der Tür
dann hat er keine Zeit zu lesen
wie andre sich – und auch wofür

Hat selbst in hohem Lebensalter
der Besen noch recht neues Haar
so kann man sagen – dieser Falter
weiß nur wie es bei andern war

Hat hohe Wälle nicht gesehen
die rings um ihn getürmet sich
kann nur immer aus sich gehen
auf andre zeigen sicherlich.

© ee

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Des Rätsels Lösung . . .

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Des Rätsels Lösung . . .

Es heißt der Schuldige ist gefunden
für Vertuschen und Schönfärberei
Schuld sind einzig nur die Kunden
weil die nur kaufen was billig sei

Man mußte sich halt danach geben
verfüttert Aas an Pflanzenfresser
die Industrie konnt’ damit leben
und großen Bauern ging es besser

Es soll nach der Hauruck Methode
die Landwirtschaft sich jetzt verändern
ich fürcht’ – es wird nur eine Mode
mit rot und grün geschmückten Bändern

Hätte man im Lauf der Jahre
Geiern nicht soviel Geld versprochen
so wären sie – oh Gott bewahre
nicht alle in uns reingekrochen

Was heute Unsinn – war vor Jahrzehnten
schon ebenso nicht gut und recht
doch Alle die Moral sie dehnten
und heute wird uns davon schlecht.

© ee

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Des Oeldrahts Licht . . .

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Des Oeldrahts Licht . . .

Des Oeldrahts Licht wirft lange Schatten
die Mutter still am Spinnrad sitzt
die Kinder flechten bunte Matten
das Kleinste unterm Tisch ‘rum flitzt

Es riecht nach Torf und leckerem Braten
Flusen schweben in der Luft
die Kinder können’s kaum erwarten
sie schnüstern hin zum heißen Duft

Geschlachtet ist das fette Schwein
in nächtlicher Verdunklungsrunde
ganz still und heimlich mußt’ es sein
schwarzschlachten – das Gebot der Stunde

Auf dem Ofen in der Ecke
Rüben köcheln vor sich hin
in langer glasgeblasener Schnecke
ist was mit Prozenten drin

So ist die Mutter stets beschäftigt
daß es den Ihren an nichts fehlt
sie ständig und auch stets bekräftigt
daß ihr nicht hingeht und was stehlt

Macht alles nur mit eigenen Händen
auch wenn es nicht ganz koscher ist
irgendwann wird das Blatt sich wenden
und Gott verzeiht so manche List.

© ee

Es weihnachtet sehr . . .

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Es weihnachtet sehr . . .

D ie Sterne rollen durch den Himmel
kugelrund und blankpoliert
Knecht Ruprecht putzt schon seinen Schimmel
der Schlitten wird bunt ausstaffiert

auf Wolkenstrassen wird er sausen
von Haus zu Haus – von Kind zu Kind
hörst du die Weihnachtsstürme brausen
das ist der Engel Antriebswind

sie fliegen durch die kalten Nächte
schau’n wohl rein in jedes Haus
sie schweben durch Kaminens Schächte
als Boten für den Santa Claus

wer in des Jahres großem Buch
als lieb und folgsam steht beschrieben
der kriegt aus dem Gabentuch
Geschenke bis zu Stücker sieben

bei Kindern die nicht brav gewesen
da wird die Rute ’rausgeholt
sie krieg’n die Sünden vorgelesen
und ihre Hintern fest versohlt.

© ee

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