Seelenschutz . . .

Seelenschutz . . .

Was macht man
gegen Sturzgewitter?
Man zieht sich
in sein Haus zurück!

Man streichelt
jeden Seelensplitter
und schenkt ihm
einen lieben Blick!

Es wundert sich
die scharfe Scherbe,
daß sie dich
nicht verletzen kann –

sie findet keine
wunde Kerbe,
und strengt sie sich
auch noch so an.

Verlieret nur
die scharfen Ecken,
behält ansonsten
die Kontur –

mit einmal kann sie
Liebe wecken,
ganz plötzlich ist sie gut
die Spur!

© ee

Bild von KatinkavomWolfenmond auf Pixabay

Der Höllenritt . . .

Bild von Lothar Dieterich auf Pixabay

Der Höllenritt . . .

D er Sturm heult mit Windstärke zehn
er peitscht die tobenden Wellen
die Hand nicht vor Augen zu sehn
Gott Neptun tobt mit seinen Gesellen

Sie reiten auf schäumenden Wogen
stürzen aufs Schiff sich herab
wer Angst fühlt – der hat nicht gelogen
man schaut in ein offenes Grab

Die Brecher reißen die Decksfracht fort
die Wanten und Leinen sie brechen
Jan Maat verflucht diesen höllischen Ort
schwört – nie mehr in See zu stechen

’ne Meile voraus – in schillernder Pracht
das Riff in der Brandung kauert
ein Ungeheuer in dunkler Nacht
dort im verborgenen lauert

Drei Mann ans Ruder – hart Steuerbord
fünf Strich nach Südwesten
der Käpt’n – er brüllt manch’ sündiges Wort
seine Männer – die sind trotzdem die Besten

Der Trawler beugt sich – er ächzt in den Spanten
die letzte Ratte verläßt schon das Schiff
mit einer handbreit Platz an den Kanten
passiert er das tödliche Riff

Keiner der zwölf harten Mannen
der nicht ein “ Vater Unser“ denkt
als man aus zwei der letzten Kannen
die geschund’nen Körper tränkt

Ein Augenschlag mit müden Lidern
länger dauert nicht die Zeit
liegt die See mit allen Gliedern
blank und glatt – unendlich weit

©ee

Bild von Walter Bichler auf Pixabay

am Morgen.

am Morgen.

D er Himmel zeigt die erste Röte,
verschämt noch und erst zögerlich –
ein Vogel zwitschert gleich ’ner Flöte,
es klingt verhalten heimatlich.

Tautropfen blinken tausendfach,
sind wie das Heer der Sterne –
wohl in dem grünen Blätterdach,
in armesweiter Ferne.

Der Nebel steigt in breiten Bahnen,
aus tiefen Schluchten licht empor –
das sind des Nachtgeist’s Heeresfahnen,
sie streben zu des Himmels Tor.

Sie ziehen auf zur letzten Schlacht,
bis sie ermattet fliehen –
und weichen dann der Sonne Macht,
die sie friedlich läßt

des Weges ziehen…

© ee

Mondnacht.

Mondnacht.

W ie Edelsteine glitzern der Wellen Kämme
im mondeshellen Zwischenlicht
die Stimmung bricht der Herzen Dämme
wie lieblich scheint mir dein Gesicht

Deine Augen spiegeln die Tiefe der See –
so unergründlich wissensschwer
ich bin so gern in deiner Näh’
das Fühlen – es läuft kreuz und quer

Dich riechen baut die tollsten Träume
ist wie der schönsten Rose Duft
ist süßer wie des Zuckers Schäume
in Kinderlandes Kirmesluft

Flüchtig Ding sind unsere Zeichen
im weichen Sand an Wassers Saum
sie müssen schnell der Zeit entweichen
doch ohne Zeit ist unser Raum

Der Raum in dem die Liebe lebt
der Raum in unserer Seele
wo alles nach Erfüllung strebt
und nur das Herz befehle.

© ee

Der LEBENS -Punkt . . .

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Der LEBENS -Punkt . . .

D as Lebensalter wendet sich
und mit ihm auch das Leben
das Schicksal zog ‘nen dicken Strich
will Dir wohl neues geben

Schlag die gemeinsam schönen Jahre
in Geschenkpapier Dir ein
sie gut als Lebensschatz bewahre
in der Erinnerungen Schrein

Nun hast Du Deine ersten Schritte
in dieser neuen Zeit gemacht
und wünsch’ daß nach des Lebensmitte
in Maßen stets die Sonne lacht

Der Tag auf Deiner Lebensuhr –
egal auch was Dich noch erwarte
verkündet Dir den Zeitpunkt nur
wir wünschen Glück für Dich – Renate.

© ee

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Fotos dank Pixabay

Wenn der Mohn klatscht …

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Wenn der Mohn klatscht …

G eheimnisvoll und sinnenschwer –
mit Platz für stillverborg’ne Räume –
kommt Klatschmohn’s flammend’ Rot daher,
und schenkt uns brennend’ Sehnsuchtsträume.

Im Werden wohl recht zwiegelichtig
im hintergründig’ Sonnenlicht –
als hielt’ er selbst sich nicht für wichtig,
doch wer’s ihm glaubt, der täuscht sich schwer.

©ee

The silence of nature…

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The silence of nature…

D as Rascheln unserer Schritte
läuft uns leicht voran
im seidenweichen Dunkel –
im schweigenden Tann.

Hoch über schwarzen Wipfeln
leuchtende Sterne zieh’n,
sie zieh’n längs Täler und Gipfeln,
als wenn sie der Ewigkeit flieh’n.

Weiter laufen Mond und Jahre
über unsere Seele –
ich bitt‘ dich lieber Gott bewahre,

behüte und befehle;

bewahr uns Menschen die Natur –
und manchmal auch die Stille,
denn Hast und Drängnis haben wir
in Hülle und in Fülle !

© ee

Vogelwelt.

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D er Eichelhäher äugt ganz listig
nach der Eiche Früchte hin
ihm strebet recht und widerzwistig
Begehr und Vorsicht durch den Sinn

auf Nachbarsbaume wippend Zweigen
zeigt sich der Star sehr selbstbewusst
er flötet zwischen Kopfes Neigen
das Speiserecht sich aus der Brust

der Häher stellt sich tagesblind
richtet den Schopf und spreizt die Schwingen
jedoch im Denken schon geschwind
übt er des Bussards Beutesingen

und schon klingt es wie Greifes Ton
dem Star vergeht der Drang nach Futter
der Häher schließt sein Grammophon
und sieht die Welt für sich in Butter

© ee

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Selbstachtung.

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Selbstachtung.

D as Leben ist ein langer Weg
mal ist es Prachtstraße, mal Steg.
Wenn es mal richtig Fahrt aufnimmt,
ein Hindernis es wieder trimmt.

Und häufig dann in schweren Zeiten
siehst du deinen Weg, den breiten
auf einmal immer enger werden,
und glaubst es wär kein Platz auf Erden –

kein Raum für dich, dein bißchen Leben –
und möchtest dich schon fort begeben.
Doch merke eins – und ohne Wanken –
zeig andern auch mal ihre Schranken.

Schon spürst du wie die Luft wird weit –
schon wird dein Weg auch wieder breit.
Als Lehre kann man daraus ziehen –
Selbstachtung ist stets gut gediehen.

© ee