Eingefangen…

w ie es ruht
all das ungesagte
tief im grund aller gedichte


und dann emporsteigt
aus des dichters seele
in leseraugen


bis es sich auflöst
ungesprochen
all die buchstaben


all die sätze
um hängen zu bleiben
im gedächtnis.

© Chr.v.M.

Mondnacht.

Mondnacht.

W ie Edelsteine glitzern der Wellen Kämme
im mondeshellen Zwischenlicht
die Stimmung bricht der Herzen Dämme
wie lieblich scheint mir dein Gesicht

Deine Augen spiegeln die Tiefe der See –
so unergründlich wissensschwer
ich bin so gern in deiner Näh’
das Fühlen – es läuft kreuz und quer

Dich riechen baut die tollsten Träume
ist wie der schönsten Rose Duft
ist süßer wie des Zuckers Schäume
in Kinderlandes Kirmesluft

Flüchtig Ding sind unsere Zeichen
im weichen Sand an Wassers Saum
sie müssen schnell der Zeit entweichen
doch ohne Zeit ist unser Raum

Der Raum in dem die Liebe lebt
der Raum in unserer Seele
wo alles nach Erfüllung strebt
und nur das Herz befehle.

© ee

Selbstachtung.

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Selbstachtung.

D as Leben ist ein langer Weg
mal ist es Prachtstraße, mal Steg.
Wenn es mal richtig Fahrt aufnimmt,
ein Hindernis es wieder trimmt.

Und häufig dann in schweren Zeiten
siehst du deinen Weg, den breiten
auf einmal immer enger werden,
und glaubst es wär kein Platz auf Erden –

kein Raum für dich, dein bißchen Leben –
und möchtest dich schon fort begeben.
Doch merke eins – und ohne Wanken –
zeig andern auch mal ihre Schranken.

Schon spürst du wie die Luft wird weit –
schon wird dein Weg auch wieder breit.
Als Lehre kann man daraus ziehen –
Selbstachtung ist stets gut gediehen.

© ee

Sehnsuchtswellen…

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Sehnsuchtswellen…

D as Meer zieht mich mit aller Macht,
bannt mich mit seinen Wogen –

selbst wenn’s ein Spiegel ist und sacht
fühl ich mich angezogen.

Ich kann mich nicht vom Rauschen trennen
es wirkt auf mich wie Schlummertrunk –

ich kann es anders nicht benennen
als seelische Befriedigung.

Der Wellenkämme Glitzerspiel
erfüllt die Nacht mit seinen Sternen –

begleitet mich zu meinem Ziel
in weltenweiten Fernen.

© ee

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Der Welten Reste …

Der Welten Reste …

E in Taschentuch und eine Mütze
sind plötzlich ihre ganze Welt –
die Speisen sind für sie nur Grütze,
das Drumherum blitzschnell zerfällt.

Sie macht im Geist die tollsten Sachen –
näht Puppenkleider – nächtelang,
um sie müssen andre wachen –
denn ihre Wahrheit ist sehr krank.

Bemerkt nicht die verschmutzten Hände –
sieht nicht den Kot um sich herum,
weiß nicht um Stufen und um Wände –
läuft oftmals nur im Kreis – wie Dumm.

Begibt im Geiste sich auf Reisen –
mit Rucksack und auf Fahrradtour,
sie kann sich selbst nicht mehr beweisen,
daß es vergang’ne Bilder nur.

Sie weiß von damals zu berichten –
liest jedes Wort gleich hundertmal,
weiß nicht, dass alles sind Geschichten –
entstanden in des Geistes Qual.

Drum lasst ihr diese kleine Runde –
sagt nicht, dass ihr schon alles wisst,
hängt gebannt an ihrem Munde,
dass sie die kleine Welt vergisst.

© ee

MAItage.

freut Euch es kommen MAItage…

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u nd dann zeichnet
wind
wolkenweich
tausend herzen
himmelleicht

und dann bebt
und schwebt das samtblau
über wiesengrüne halme
rau im beugen, fruchtkornwippen
tausend samen die nun nicken

und dann ist es
zart ein summen
und im tanzen schmetterlinge,
und sie kreisen, tanzen,
fliegen,

bienen, hummeln,
die dort brummen
mit der leichtigkeit des lebens
arbeitsam, summend,
entschweben.

© Chr.v.M.

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