Eine Sache die mich umtreibt …

Eine Sache die mich umtreibt …

Wo hat Er bloß die vielen Ecken
Schubladen und Regaleböden,
um all die Wetter zu verstecken
vom Herrgottsschön zum Nebligschnöden,
wenn Er sie grade mal nicht braucht?

Der Himmel als sein Lagerhaus
ist doch ein endlos runder Bau –
da sieht man doch die kleinste Maus.
Das weiß doch selbst ein Schweinchen Schlau –
wenn’s quiekend durch die Suhle kraucht.

Ich hege stets aufs Neu’ die Ahnung,
daß Er ein bannig kluges Wesen –
das trotz aufgeräumter Wohnung
ein heillos krauses Wetter macht –
ganz so, als wär’s von Hand verlesen.

© ee

Darf ich …?

.

Darf ich …?

Sie dürfen alles und Jedes
Ob per Rad oder Pedes

Sie dürfen lachen
Sie dürfen weinen
Sie dürfen anderen Freude machen

Sie dürfen in der Zeitung erscheinen
Ob als Anlaß für einen Skandal
Oder als Gründer einer Nichtschwimmerpartei

Ob als Sitzer auf einem Pfahl
Oder Entdecker eines neuen Kolumbusei
Sie dürfen sich den Charakter verbiegen
Oder nackend in der Sonne liegen

Sie dürfen berichten über das Wetter
Ob es nun wahr ist oder geschätzt
Sie dürfen erzählen von ihrem Vetter
Und daß er barfuß durch die Hölle gewetzt

Sie dürfen sich als wilder Verführer betrachten
Dem keine Frau ihre Unschuld verwehrt
Und sagen daß siebzehn Kinder sie machten
Von denen keines ihr Gewissen beschwert

Sie dürfen glauben sie wären ein strahlendes Licht
Und ohne sie könnt die Welt nicht bestehen
Nur eines mein Lieber das dürfen sie nicht
Nicht Heute und auch nicht an kommenden Tagen

Sie dürfen mir nicht auf den Wecker gehen
Denn das mein Bester,
kann ich auf den Tod nicht vertragen .

© ee

Zukunft.

Nur wenn uns bewusst,
daß wir vom Morgen
nie etwas erfahren,
weil wir nie in ihm leben werden –

werden wir uns so verhalten
in unseren Jahren,
daß es auch Morgen
noch Gegenwart gibt

hier auf Erden –

daß es auch morgen
noch Zukunft gibt
die – ohn’ sich zu grausen
die Vergangenheit liebt
.

© ee

Der Trommel Klang.

Der Trommel Klang.

Der Trommel Klang streicht durch die Nacht
zerteilt die dunkle Hölle
in Wipfeln schrill ein Vogel lacht
Raubtiere flieh’n die Helle

Des Lagers Feuer wirft gespenstisch
bizarre Schatten in die Rund’
Schnarchen verrät nur allzu menschlich
betrunkene Schläfer auf dem Grund

Sie haben getanzt sich in Ekstase
sie feierten ein Götzenfest
des weißen Mannes Whiskyblase
gab ihnen dann dazu den Rest

Am nächsten Tag geschwoll’ne Augen
lange nach dem Morgenrot
brummend Köpfe zu nichts taugen
sind irgendwann des Stammes Tod

© ee

mein Himmel Du

mein Himmel Du

leutende Farben liegen rosa
auf meiner Wange
eingetaucht träume ich sehend
in dein unendlich tiefes blau.

frei im fliegen losgelöst von meiner Erde
durchnässt vom plötzlichen Schauer,
gekühlt von den Wolken
liebe ich diese Weiten die du mir zaubert.

kleine Einblicke in unsere Traumwelt .
glühende Geckos senkrecht gestartet
auf hellen Schattenrändern
dienernde Palmen fächern Kühle,

drehen sich lautlos mit den Stunden
dazwischen klopft dein Herz auf meiner Brust
tief versunken im Kuss Geliebter ,
bleibe
mir

du bist mein Himmel
mein unendlicher Horizont hinter den Bergen
du jagst mit mir nach dem Mondschein am Tag
und füllst den Schatten der Dunkelheit mit deinem Licht –

im Sternenglühen
fangen wir den Wind
um mit seinem Atem zu fliegen
er bürstet uns die Vergangenheit aus den erhitzten Gesichtern.

Flugfeder an Samtdecke geknüpft
mit dir schweben durch den Ventilator
an einen kühlen Platz weit hinten im Schatten
der uralt Kastanie in unserem Balsamgarten

und werde immer dort warten
leise
versunken ..

Christin.

© Chr.v.M.

gefällt…

Hier liegen sie nun von Mensch gefällt
das Leben hat man ihnen genommen
hat nicht eins und eins zusammengezählt
ist einfach übereingekommen

sie müssen weg die stolzen Bäume
was sollen wir mit ihrem satten Grün
sie beengen nur unsere Lebensräume
und sind sie noch so gut gedieh’n

gedacht gesagt getan beschlossen
da ist der Kreis sich ganz schnell einig
bei so was da wird schnellgeschossen
da wird die Flinte schon mal gleunig

denn sonst hat sie oft Ladehemmung
wenn es ums bewahren geht
da streitet man um die Benennung
und ob Anfang vor dem Ende steht

da schlägt man sich um Nebensachen
da wird ein Furz zum Gegenstand
da könnt’ man öfter drüber lachen
wär’s nicht so schädlich für das Land

©ee

Empfinden . . .

Empfinden . . .

Liebe öffnet viele Türen –
Liebe ist der Herzen Macht,
Liebe die kann Liebe spüren –
Liebe selbst im dunkeln lacht.

Herzen können Tränen weinen –
unsichtbar und brennendheiß,
Herzen könn’n wie Engel scheinen –
strahlendhell und wolkenweiß.

Tränen sind der Seele Bäche –
spülen Schmerz und Kummer fort,
Tränen glätten rauhe Fläche –
egal auch wo, an welchem Ort.

Lächeln ist wie lindes Wehen –
kühlt die Trauer im Gesicht,
Lächeln läßt ein Bild enstehen –
strahlend gelb – wie Sonnenlicht.

Gesichter sind der Seele Spiegel –
drücken nichts und vieles aus,
Gesichter sind der Wesen Siegel –
ein Namensschild am Körperhaus.

©ee