Anderssein …

Anderssein …

Ungeboren, ungeschoren –
trotz Anderssein nicht abgetrieben.
Liebeslust, Leibesfrucht –
der Berater Glaubensfrust.

Überwiegend weltverrucht –
hin und her Moralgeschiebe
verhindert selten Fleischestriebe.

Und wenn ein Kind die Welt erblickt
wohl jedes Mutterherz beglückt –
wenn nicht ihre Mit und Welt
verächtlich denkend gegenhält,
und mit ätzend spitzem Munde
„behindert“ schickt in Hörers Runde.

Wer so verhält sich, und auch denkt,
der fährt auf einem falschen Gleis –
wurd‘ irgendwann verkehrt gelenkt
und labert nur gequirlten Scheiß –
denn Andersein ist unser Schicksal –
jeder Mensch ein Unikat.

Der eine trägt ein Kainesmal,
den and’ren quält das Zölibat …
drum sollt‘ ein Jeder sich besinnen,
auf sich und auf sein eig’nes Fehl,
dann würde Miss und Gunst verrinnen
wie durch die Finger feines Mehl,

© ee

„Kriecherisch“

Zum  WZ-Kommentar „Kriecherisch“ von Reinhard Tschapke:

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Nur Denglischgesülze auf allen Kanälen.
Es ist schon mehr als bedauerlich,
daß uns nichts andres geboten wird –
gibt’s denn in Deutsch nichts mehr zu erzählen?
Dieses Gequatsche ist nämlich widerlich.

Und wenn’s mal was Deutsches
dann haut’s nicht vom Hocker,
sondern man schläft reell dabei ein,
weil es entweder ein mumifiziert’ Rocker
oder ein undefinierbares Sein.

Goethe und Schiller rotieren im Grabe,
weil man ihr Erbe verschlampt und verschludert –
und mit Dumpfbackes Großmannsgehabe
durch die Sprache der Vorfahren ludert.

In diesem Sinne – leb’ wohl du Kultur –
man will dich hier scheinbar nicht mehr –
man vergisst deine Werke und tilgt deine Spur,
für mich kann ich nur sagen – ich vermisse dich sehr.

© ee

Euer Masterplan.

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Euer Masterplan.

im schattenland der masterplan
der versuch etwas zu bewerkstelligen
in hilflos leere hände, unfassbar

rückt zusammen und wärmt eure herzen.
wo ist der mut, wo der einsatz geblieben
zur rettung der menschlichkeit

eure gegenstimmen an den fußsohlen flüchtender
mit den klageliedern der vergessenheit
schamblätter die liegen bleiben

dürfen menschen spielkarten sein ?

© Chr.v.M.

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Parole

Parole.

Der Hände Arbeit ist gefallen
auf niederigsten Wertestand
die Industrie hat leere Hallen
die Arbeit saust im Draht durch’s Land

So ist’s an diesen vielen Plätzen
an die man sie so hingestellt
daß leere Köpfe Hände hetzen
Parole – ihr raubt unser Geld

So treiben sie als Abgelehnte
dümpeln auf Inseln vor sich hin
wohl mancher sich nach Wärme sehnte
der Heimat Boden nur im Sinn

Zurück in trock’ne rote Weiten
in jeder Hand ein Säckchen Mais
seh’n sie die eig’nen Leute streiten
erfahr’n der Völkerfreundschaft Preis

Immer noch verdorrte Krumen
tiefere Spalten wie zuvor
aus Waffen sprießen Todesblumen
das Land trägt einen Trauerflor

© ee

Der Behörden Eigenmacht …

Der Behörden Eigenmacht …

Der Druck, er steigt von Fall zu Fall,
es wächst die Wut auf „die Behörden“ –
wann kommt der große Bürgerknall
gegen deren Drohgebärden?

Wann ist der Siedepunkt erreicht?
Wann müssen diese „Macher“ zittern,
dass durch ihr Amt ein Sturmwind streicht –
ähnlich reinigend’ Gewittern?

Der sie dann treibet in die Wüste,
wo sie ihr Leben können darben –
fern der zerstörten heimisch’ Küste
die verschandelt sie, durch tiefe Narben.

Wann ist des Unmuts Fasse voll –
wann steht Volk auf und zeigt Courage?
Längst überschritten ist das Soll
und mehr als schief die Rechteslage.

© ee

Blutiger Wind . . .

Blutiger Wind . . .

Blutiger Wind weht über die Welt –
netzt rötlich die Gaben der Schöpfung,
Gotteskinder bezahlen viel Geld –
fürs Betrachten der Vernichtung.

Man spürt den eisigen Atem –
mit Flammen geschwängert, ganz heiß,
man kann es gar nicht erwarten –
daß man um die Zielorte weiß.

Man genießt das grausige Gruseln –
das einem den Rücken hochläuft,
genießt das emsige Wuseln –
wenn jemand im Blut wird ersäuft.

Was ist in die Menschheit gefahren –
daß sie sich an Unrecht erfreut,
was soll dieses schlimme Gebaren –
es stärkt die honorigen Leut’.

Die Leute, die bangen um Pfründe –
die Leute, die bangen um Macht,
die Leute, die schreckt keine Sünde –
selbst dann nicht, wenn Teufel laut lacht.

© ee