Des Poeten Ruhetag …

Des Poeten Ruhetag …

Als ich erwachte
hat mich etwas verwirrt

kein Text wartete in meinem Wissen
mein Denken ist durch den Morgen geirrt
während mein Kopf noch ruht’ in den Kissen

es suchte und suchte und suchte vergebens
es konnte nichts finden
wohin es auch flog

es schaute in alle Kammern des Lebens
voller Furcht
dass der Text es mit einem andern betrog

doch plötzlich sagt Jemand
du brauchst nicht zu suchen
ich habe es heute Nacht so bestimmt

du darfst jetzt auch greinen
und herrlich laut fluchen
da höre ich einfach nicht hin

ich hab’ nur aus einem
ganz bestimmt Grunde
gesperrt dir im Schlaf

deinen kreativ’ Sinn
ich will dich bewahren
und lasse dich ruh’n

zu deinem eigenen Schutze
damit du noch lange mit Worten, mit klaren
den Menschen erklärst

warum ICH sie benutze.

©ee

Schneelos…

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Schneelos…

Schneelos taumeln Wintertage
in Kinderaugen stand die Frage
wann endlich ist es denn so weit
Schlitten fahren,Schneemann bauen
dem Weihnachtsmann die Rute klauen
der Popo tut sonst Kindern weh
das Weihnachtsfest-
blieb ohne Schnee

Jetzt fliegen wieder Tannenbäume
aus allen Fenstern allen Räumen
und Schneelos bleiben Wintertage
es rieseln nur Lamettaträume
der Schlitten landet stumm im Keller
die Tage werden wieder heller
das neue Jahr noch ohne Klage

nur Weiss fehlt – kommts noch ? –

Neue Frage…

© Chr.v.M.

Im endenden Licht des Jahres.

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Im endenden Licht des Jahres

w enn dem blassen mond flocken wirbeln
samtweich um sein einsames gesicht
und ein schneesternchenblühen
hinter den dunklen tannenkronen
die welt erhellt
bis die letzten tage des jahres tanzen

dann nur als abschied für zugvögel
denn sie haben längst
den stummen wald verlassen
auch die farben hat der winter
mit dem letzten grünen lichtzeichen
weit weg geschoben

erstarrte wurzeln
krumm verbogen
an dem die zeit kristalle klebt
zum abschied
eine blauweiße sehnsuchtsstimmung
für den jahreswechsel

nur zwischen meinen finger
und an den stiefeln
tropft mir die welt
immer noch
im uralt sekundentakt.

© Chr.v.M.

Im Alter.

Im Alter.

Wenn du mit schweren langsamen schritte
zu mir kommst
dein rücken tief gebeugt und angelehnt dann
an den meinen

wenn deine faltigweichen hände
meine eingegefallenen wangen streicheln
deine junggebliebenen graublauen augen
lächelnd auf mir ruhen

wenn dein kopf in meinem schoß liegt
ich über dich geneigt
meine silberlocken
deine geheimratsecken verdecken

du mir geschichten erzählst
leise von früheren zeiten
wenn erinnerungen in uns klingen
deine seele die meine küßt

unsere tiefe liebe mein DU
leuchtet uns dann am himmel

zwischen den sternen.

Chr.v.M.

dein Foto…

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dein Foto

d ie welt um mich ist so flach
wie auf deinem foto der stummen ferne…
die kirchturmspitze sie lächelt wie hier
die wenigen häuser sind fast alle leer…

die einsamkeit steht auf hoppelstrassen
vor verlassenen häusern
der verfall ist unsichtbar
an den fenstern geheftet

wildvögel nur bahnen
sich den weg durch die wolken
und lassen den ruf
nach wiederkehr hier

im säuselwind spalten windräder
meine tage
ich erlerne
das biegen der birken

halte es in aquarell fest
bis alle farbtöne
auch auf meinen notenblättern liegen
buntgewürfelt

der herbst hat sie vergessen
und mich
zwischen dem einsetzenden
schneetreiben

leise ich.

© Chr.v. M.