Advent.

Wie jedes Jahr neu aufgestellt,
der Tannenkranz uns tausend Lichter
erstrahlen warm, froh die Gesichter.

Advent.

© Chr.v.M.

Tageslieder.

M öwenklang
und Meeresrauschen
Windessang und Stille lauschen
die Melodien der Inselnacht

begleitet nur von Lichtes Bahnen
des Weisers oben auf der Dün’
sie sind wie gold’ne Wegesfahnen
die blitzend ihrer Wege zieh’n

leis’ singend wiegen sich Dünengräser
an sandig’ Hügel sanftem Hang
der Schöpfung großer Zeitverweser
bestimmt den zauberhaften Klang

der Menschen Geist kann es nicht fassen
er ist für Vieles viel zu klein
drum sollt’ er manche Dinge lassen
sonst läuft er in’s Verderben rein

© ee

am Morgen.

am Morgen.

D er Himmel zeigt die erste Röte,
verschämt noch und erst zögerlich –
ein Vogel zwitschert gleich ’ner Flöte,
es klingt verhalten heimatlich.

Tautropfen blinken tausendfach,
sind wie das Heer der Sterne –
wohl in dem grünen Blätterdach,
in armesweiter Ferne.

Der Nebel steigt in breiten Bahnen,
aus tiefen Schluchten licht empor –
das sind des Nachtgeist’s Heeresfahnen,
sie streben zu des Himmels Tor.

Sie ziehen auf zur letzten Schlacht,
bis sie ermattet fliehen –
und weichen dann der Sonne Macht,
die sie friedlich läßt

des Weges ziehen…

© ee

nieselsanft.

i n stummer weite – blass gedreht
ein regenbogen
vom wind verdreht
das bunt,wolkenverschoben.

im gold der bäume – augusttage
regendurchweicht, sonnenbelebt
die birnensüße webt uns träume
und stille sucht sich neue räume.

in lauter nähe – grell erstarrt – der herbst
er naht mit großem schritt
und durch die wege hier in zerbst
reißt mich sein lachen mit.

© Chr.v.M.