Gegen das Vergessen.

powerless

wir hatten worte gesammelt
um das enttäuschen zu verstecken
sagst du

nun sitzen wir
in den schatten der buchstaben
um das wort HILFLOS zu ersetzen

hörst DU, fragst du
im klang der winde
wie sie fielen

die buchstaben
mit der entäuschung,
über all das unbegreifliche.

© Chr.v.M.

nicht zu erfassen.

windgefüttert
der atem des herbstes
schub bereit für alle ängste
wo sind die verträumten
kosewörter für heimat geblieben

schimpftiraden zwischen
fallengelassenenen hoffnungen
vor empfindlichem mißverstehen
nicht zu erfassen
diese not hier, dieses elend

ihre und unsere
traurigkeit
und bis der schnee
auf die felder fällt
ist es nicht weit

nebelgedrungen
setzt sich der tag
mit mir
hilflos erstarrt
auf das land.

© Chr.v.M.

Bild von Caro Sodar auf Pixabay

im weiteren…

im weiteren…

  

was für ein glück

d as die giftbomben
andere trafen
das zeitungseilmeldungen
morgen verblichen sind

was für ein glück

das die gleichgültigkeit
kleine ohren hat
sie hörte sich das gewissen an
und bleibt taub

was für ein glück

im weiteren
das der zeitfinger
über alles wegstreicht
als gäbe es uns nicht.

was für ein glück….

© Chr.v.M.

Zur Gegenwart :

Ein FÜR im Begegnen

Genau Gegenüber
die ungenaue Gegenfrage
in der Gegenerklärung.

unter der Gegenrede
generell ein Gegensatz
zur Gegenseite.

zum Gegenmittel
den Gegenstoß
welch Gegenschlag !

darum Gegenwehr
mit DAGegenworten
die Gegenmaßnahmen :

ohne Gegenstimme
keine Gegenwirkung.
also immer Gegeneinander ?

in der Gegenklage
die Gegenforderung
ohne Gegendruck

nicht Gegeneinander
denn ohne Gegenangriffe
kein GEGNER.

© Chr.v.M.

nicht zu erfassen.

w indgefüttert
der atem des lebens
schub bereit für alle ängste

wo sind die verträumten
kosewörter für heimat geblieben
schimpftiraden zwischen
fallengelassenen hoffnungen
vor empfindlichem mißverstehen

nicht zu erfassen

diese not, diese armut, dieses elend
ihre und unsere traurigkeit
und bis der schnee
auf die felder fällt
ist es nicht weit

nebelgedrungen
setzt sich der tag mit mir
hilflos erstarrt auf das land.

© Chr.v.M.

Leuchtzeichen.

M an geht sehr leise
Über Kopfstein Pflasterwege.

Man atmet tief das Grün
Unter den hohen Kiefernstämmen.

Man fängt die Leuchtzeichen auf Grasspitzen
die dankbar sich verneigen.

Man lehnt erstaunt
an alten Mauersteinen.

Man fühlt den Wind wie er vermischt
Vergangenheit und nahe Zukunft.

Man steht dazwischen staunend
im Jetzt und hoffnungsstark.

© Chr.v.M.

Stolpersteine in meiner Herzstadt

ich bin KEIN Realitätsverweigerer.

.

ich bin KEIN Realitätsverweigerer.

w ir wurden aus dem paradies vertrieben
wir flüchteten die erde nur
sie ist uns noch verblieben
zum teilen mit verstand, mit menschlichkeit
nicht jeder ist dazu bereit
sie hätten alle bleiben wollen
wär friede in ihr land gekommen

die sorge überlaufen werden
die angst vor neuen flüchtlingsherden
was sollen denn die mütter sagen
wenn kinder kommen mit den fragen
ob allah gottes bruder sei
und warum mama sind wir frei?
erstarrt in furcht die herzen vieler

denkt dran, es sind schwestern und brüder
sie hatten alle bleiben wollen
der krieg ließ die lawinen rollen
der heimat fern durch angst und schrecken
suchen sie frieden, endlich ruhe
so fern von zuhause, auch decken und schuhe
verständnis, hilfe, auch offene arme

ein nebeneinander und anteilnahme.

© Chr.v.M.

Gegen das Vergessen …

Der Welten Trug‘ ….

 

 

 

Der Welten Trug‘ ….

Friedlich miteinander leben
Ist Hoffnung die sich nie erfüllt.
Weil, friedlich sich die Hände geben
niemals der Mächt’gen Hunger stillt.

Sie brauchen Streit, sie brauchen Hader,
es ist für sie des Daseins Deutung –
der Krieg ist ihres Denkens Quader
Als Unterdrück- und Weltausbeutung.

Sie tragen um sich weite Kutten
und geben sich gar gottverbrämt –
in Wahr sind sie nur Unheils Nutten,
Für die sich selbst der Teufel schämt.
 © ee