ich bin KEIN Realitätsverweigerer.

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ich bin KEIN Realitätsverweigerer.

w ir wurden aus dem paradies vertrieben
wir flüchteten die erde nur
sie ist uns noch verblieben
zum teilen mit verstand, mit menschlichkeit
nicht jeder ist dazu bereit
sie hätten alle bleiben wollen
wär friede in ihr land gekommen

die sorge überlaufen werden
die angst vor neuen flüchtlingsherden
was sollen denn die mütter sagen
wenn kinder kommen mit den fragen
ob allah gottes bruder sei
und warum mama sind wir frei?
erstarrt in furcht die herzen vieler

denkt dran, es sind schwestern und brüder
sie hatten alle bleiben wollen
der krieg ließ die lawinen rollen
der heimat fern durch angst und schrecken
suchen sie frieden, endlich ruhe
so fern von zuhause, auch decken und schuhe
verständnis, hilfe, auch offene arme

ein nebeneinander und anteilnahme.

© Chr.v.M.

Gegen das Vergessen …

Ballgeflüster, Kriegsgelüster …

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Ballgeflüster, Kriegsgelüster …

D er König sagt’s der Dame,
der Springer trägt’s zum Turm –
der wiederum sagt es dem Läufer,
als schlechter Dinger Gutverkäufer.

Verschwiegen wird’s dem Bauer,
als großen Spieles kleiner Wurm.
es sei kein Platz für Trauer
und kein’s Mitleid Inanspruchnahme.

Das Volk es solle jubeln,
wenn es die Söhn‘ verliert
in der Kämpfe Trubeln,
weil Krieg nur Held‘ gebiert.

So schiebt man in Kanzleien –
im sündig‘ Reichsberlin –
des Volkes Totgedeihen
in falscher Freunde Sinn.

Wo bleibt der Mütter Klagen
gegen selbstgerecht Regierer Ruh’n –
schweigt es, weil in diesen Tagen
selbst Frauen diesen Frevel tun?

ewaldeden2016-05-21

© ee

Zeitwanderung.

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Zeitwanderung.

Es wanderten die Jahre durch Jahre
es raste Zeit durch die Zeit
hinterließen schmerzlich klare
Bilder der Vergangenheit

man hatte nicht Zeit zu betrachten
die Gegenwart während der Fahrt
es rächt sich wenn wir nicht achten
was Zeit im Zeitlauf um sich schart

es sind anfangs ganz kleine Dinge
wie Samenkörnchen im Grund
sie ziehen Kreise und Ringe
sie schleifen eckiges rund

der Unwille Köpfe zu drehen
zur Seit’ und nach hinten zu schau’n
läßt vieles einfach geschehen
läßt unrecht Tun Berge aufbau’n

bis dann die Woge des Meeres
den Kamm ihrer Höhe erreicht
und Menschenwerk einfach wie leeres
Strandgut von ihrer Liste streicht.

© ee

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Novembergrau…

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November …

W er mag sie – diese grauen Tage
die zwischen Gold und Winterweiss
den Sinn betrüben – die Stimmung miesen
und wer weiß was noch für’n Scheiß

es gibt sie – das ist keine Frage
die Freunde dieser trüben Zeit
ihr Geschäft beginnt dann recht zu brisen
bei manchem läuft die Kasse heiß

Grabesgrün in jeder Lage
schichten sie mal lang mal breit
überall wird rumgedenket
an Krieg und Tod und sinnlos sterben

dahinter man die Fahne schwenket
um für ’nen Waffengang zu werben
dahinter steht Afghanistan
als reicher Männer Melkekuh

drum zieht schon mal die Stiefel an
und tretet wieder kräftig zu.

© ee

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Ich muß kotzen

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Ich muß kotzen

w enn ich die Welt mir betrachte
es wird nur geprotzt und mit Geld rumgeschmissen
es scheint so als ob man die Armen verlachte
die sowieso schon von vorne bis hinten beschissen

die Flimmerkiste zeigt nur zufriedene Gesichter
mit Flitter behangen und stinkend vor Moos
sie blenden und zeigen nur blinkende Lichter
als wär in der Welt nichts anderes los

angebliche Sorge um Flora und Fauna
treibt sie dazu und zu noch viel mehr
sie tanzen Tango in finnischer Sauna
während die Masse ersäufet im Meer

sie singen das Lied von Wohlstand und Glück
in misslich klingenden Tönen
sie spielen Theater, doch stets nur ein Stück
das Stück von den Reichen und Schönen.

© ee

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Der Bumerang des Hochmuts …

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Der Bumerang des Hochmuts …

W ir werden geschlagen mit eigenen Waffen,
die ein Kind schon kann tragen, den Tod im Visier –
wir haben das eigen‘ Verderben geschaffen,
weil wir alles geliefert aus Machtsucht und Gier.

Der Wind, der gesät in den Elfenbeintürmen,
kehrt zu uns zurück mit erschrecklicher Kraft,
als Bumerang aus tödlichen Stürmen,
der jeden Widerstand mühelos schafft.

Wir haben uns bedient im Lauf der Geschichte,
an allem was anderen heilig war –
wir haben gemordet, geplündert vor Gottes Gesichte,
genossen das alles als wunder und bar.

Wir haben uns betrachtet als Herren der Welt,
die Peitsche geschwungen über die niederen Wesen –
und weil im Besitz wir von Reichtum und Geld
dünkten wir uns als handverlesen.

Dies‘ Denken ziert nur noch als blätternder Lack
des treibenden Staates einst glänzend‘ Karossen –
und mit der Benennung der Warner als Pack
hat man sich selber ins Knie gar geschossen …

© ee

ewaldeden2015-11-17

kontinuierlich…

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Sie hängen alle am Brotkorb der Macht
und streben beständig nach mehr
dies’ Streben hat nirgendwo Frieden gebracht
sondern immer nur blutige Kriege entfacht.

Ein jeder mißgönnt alles dem Ander’n –
selbst wenn es nur Brotlaibes Krumen sind –
läßt Hader und Zwist durch Erdens Welt wandern,
fragt nicht nach Not und nach hungerndem Kind.

Sie protzen und prunken –
duchjetten die Welt,
selbst wenn sie den Armen nur zugewunken
verlangen sie dafür auch noch viel Geld.

© ee

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und nirgendwo seh’ ich ein Licht

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I n mir drin wächst Unbehagen

ich fühle die Stacheln schon unter der Haut
in mir drin wächst das Erwarten
auf den Moment
in dem das Eis um mich taut

in mir drin wächst die Befürchtung
daß ich dann alles zerstöre
in mir wächst die Erwartungshaltung
daß ich das auch noch beschwöre

ich spüre ich freu mich auf splitternde Knochen
ich freu mich auf blutende Nasen
ich merke wie mein Hass kommt ins kochen
und beiße vor Wut in den Rasen

ich fühl’ meine Ohnmacht und balle die Hände
ich schlage mir selbst ins Gesicht
ich seh um mich her nur haushohe Wände
und nirgendwo seh’ ich ein Licht.

© ee

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Trugschluss.

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Trugschluss

Wer das Bedürfen hat ständig zu siegen,
wer meint, immer der Erste zu sein –
wer glaubt, er könne die Welt sich hinbiegen,
der fällt am End’ auf sich selber nur rein.

Wer handelt als könne er Alles erreichen,
er müßt’ nur genügend rücksichtslos sein
und jeglich’ Moral im Sinnen streichen,
der steht irgendwann völlig allein.

Denn „Schöpfung“ ist wachsam, doch auch geduldig,
registrieret empfindsam was Menschlein ihr schuldig –
und wenn er nicht pünktlich die Raten begleicht,
sie ihm den vollständig’ Schuldtitel reicht.

Dann ist Recht auf Leben ganz schnell verwirkt,
dann gibt es kein Wenn und kein Aber –
dann bleibt nur Gestehen, dass alles getürkt –
alles andere ist dann nur noch Gelaber.© ee

ewaldeden2016-11-12

 

Dummes Verhalten …

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Dummes Verhalten …

Bedepperte Gesichter
in Westeuropas Kemenaten –
betretene Berichter
mit Blick wie matschige Tomaten –
verdattert’ Geisteslichter
die Dummheit pur verraten.

Gestern haute man noch rein,
bis gestern teilte man noch aus –
man nannt’ ihn Clown und Lügenbold,
war nur kriegslüstern’ Clinton hold.

Doch heut’ ist er der Wahlen Sieger
und blickt auf seine Schmäher runter –
man hört nichts mehr von „Wahlverbieger“
und ‘mißt der lauten Schreihäls’ Munter.

Der Steinmeyer tat sich hervor
und schmähte mit in Jurops Chor –
er war sich nicht zu schade
für eine dumme Wortparade.

Die Merkel als der Margot Kind
schien sich nur schwer zu überwinden –
sprach Worte in den kalten Wind
der bald wohl weht unter den Linden.

Der Gabriel als Erzes Engel
und Chef der Soziwählerschar –
konnt’ nicht ablegen die Manier als Bengel
und stellte sich als Flegel dar.

Einzig der Tommis Regierungsmutter
wußt den Trumpsieg einzuschätzen –
gab Altverbindung sogleich Futter
und landet auf den ersten Plätzen.

Der Stoltenberg der schräge Däne
als der Nato General,
drehte flugs des Krieges Pläne
knapp drei Tage vor der Wahl.

Die Keksprinzessin von der Leine
Kriegsministerin von Rang
hat’s nicht geschnallt trotz schneller Beine –
schürt weiterhin der Bürger Angst.

© ee

ewaldeden2016-11-09