Inventur der Gedanken Teil 3

Bei den Sturmfluten im November trieben die Wassermassen entlang der Küsten unzählige Regenwürmer aus ihren Wohnröhren. Durch die Überflutung großer Deichflächen wurden sie vom Sauerstoff abgeschnitten, so dass sie herauskamen. Dabei handelte es sich größtenteils um Regenwürmer bis zu 30 Zentimetern Länge. Die meisten Würmer lagen am Flutsaum, viele waren schon sehr blass und vom Salzwasser stark geschwächt.

Ehe sie  künftig bei ähnlichen Ereignissen wieder Opfer der Möwen werden, könnten die Würmer von Gärtnern eingesammelt, auf den Acker gebracht und mit Erde bedeckt werden. Die Tiere würden sich dort erholen, sich sehr dankbar erweisen und die Bodenqualität erheblich verbessern.

Persönliche Erfahrung  meines Freundes Franz :

Er  hatte etwa 10 kg dieser großen Würmer auf seinen Acker gebracht, die Würmer mit Erde bedeckt und zum Schutz vor Amseln kurzfristig mit einer Plane geschützt. Nach einer Woche waren alle Würmer im Erdreich verschwunden. © ee

Bild von kropekk_pl auf Pixabay

Zu Dr. Eickmeiers Feststellung, in der WZ-Ausgabe vom 6. 11. 19,

dass auch Grundsätze ihre Zeit haben.

Angesichts dieser Eickmeierschen Erinnerung habe ich spontan gedacht: Typisch Eicki – kurz, prägnant und treffsicher wie eh und je.

Aber zur Sache mit den Grundsätzen. Einigen Politikerhirnen entspringen ja im Laufe der Zeit mehr oder weniger ernstzunehmende Dogmen, die dann aus vielen Gefolgschaftsmündern als eherne Grundsätze verbrämt in die Welt gepustet werden.

Zumeist allerdings von einer erschreckend niedrigen Halbwertzeit von Nullkommawenigen Jahren getragen. So wie etwa der von Dr. Eickmeier der CSU zugeordnete Grundsatz von der jedem Deutschen abfallenden Hand, wenn diese jemals wieder eine Waffe ergreifen würde.

Mir schoß sofort ein ähnlich lautender, vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss Eingangs der frühen 50er Jahre auf dem Wilhelmshavener Rathausplatz zum Abschluß einer Kundgebung getane Satz in den Kopf, den er den gebannt lauschenden Zuhörern in die friedenshungrigen Köpfe schob, als er sagte: ‘Es wird nie wieder ein deutscher Soldat mit der Waffe in der Hand in die Welt hinausgeschickt werden.

Wohlwissend dass das „Amt Blank“ (Das Amt Blank (auch Dienststelle Blank genannt) war von Oktober 1950 bis Juni 1955 die Vorgängerinstitution des Bundesministeriums der Verteidigung) als verbindendes Glied zwischen der Wehrmacht des Tausendjährigen Reiches und der dann die Bühne betretenden Bundeswehr bereits wieder „Gewehr bei Fuß“ in den Stiefeln stand.

Fünf Jahre später, anläßlich der öffentlichen Vereidigung des ersten Rekrutenjahrgangs auf eben diesem Rathausplatz und aus eben dem gleichen Munde wie fünf Jahre zuvor lautete als Ermunterung an die jungen Soldaten der Schlußsatz von Theodor Heuss: „Nun gehet hin siegt man schön.“

Nur soviel zu Wert oder Unwert von Politikeraussagen – damals wie Heute. © ee

ewaldeden-2019-11-05

Der Behörden Eigenmacht …

Der Druck, er steigt von Fall zu Fall,
es wächst die Wut auf „die Behörden“ –
wann kommt der große Bürgerknall
gegen deren Drohgebärden?

Wann ist der Siedepunkt erreicht?
Wann müssen diese „Macher“ zittern,
dass durch ihr Amt ein Sturmwind streicht –
ähnlich reinigend’ Gewittern?

Der sie dann treibet in die Wüste,
wo sie ihr Leben können darben –
fern der zerstörten heimisch’ Küste
die verschandelt sie, durch tiefe Narben.

Wann ist des Unmuts Fasse voll –
wann steht Volk auf und zeigt Courage?
Längst überschritten ist das Soll
und mehr als schief die Rechteslage.

© ee

Das deutsche Geschirr

D ie „Tassen“ in unser’m Berliner Schrank

sind alle gesprungen –

und wären sie Menschen, dann wären sie krank

wir haben partout dort kein „Vorzeig-Geschirr“

alles ist rissig und abgestoßen

das ganze Service erscheint nur noch irr

ohn’ Makel ist nur die Sauciere für die billigsten Soßen

eine Tafel, mit diesem Schrott eingedeckt

die zeigt doch wess’ Geistes des Hauses Mamsell

honorig’ Besucher werden nur noch verschreckt

und suchen das Weite ganz schnell …

© ee

https://pixabay.com/de/

Notwehr …

S chickt den Euro in die Hölle,
die Banker jagt gleich hinterher –
und das nicht zögernd, sondern schnelle,
sonst betrügen sie noch viel mehr.

Sie bauen himmelhohe Türme
aus Marmorweiß und Schwermetall –
zertreten Menschen wie Gewürme,
bei uns im Land und überall.

Sie haben Null Moralbedenken,
einzig weiß ist ihre Weste –
und die Vertrauen ihnen schenken,
denen bleiben nicht mal Reste.

Sie greifen sich der Staaten Macht
und geben sie in korrupte Hände –
doch hört nur, wie der Teufel lacht,
wenn er vergoldet seine Wände.

Rings um uns her und mittendrin
sieht man die geldesgierig’ Fratzen –
sie lecken mit Zerstörersinn
sich die blutverschmierten Tatzen.

© ee

https://pixabay.com/de/

Eine Bruchbude …

E uropa ist ein schlechtes Haus,
gebaut aus bröselndem Gestein –
erweist sich mehr und mehr als Graus,
wann wird der Abriß fällig sein?

Die Mauern zeigen tiefe Risse,
die Decken hängen alle schief –
im Bau bekommt man kalte Füße,
vermüllter Keller stinkt und mieft.

Der Wohngemeinschaft Hausvorstände
woll’n das krampfeshaft kaschieren,
sie füll’n mit Giftmüll rissig’ Wände –
und künden, es wird nichts passieren.

Drum bleibt, es bald – vielleicht schon Morgen –
abzureißen,
und als Sondermüll

dann zu entsorgen.

© ee

https://pixabay.com/de/

Nach dem Tag des offenen Hofes

E in Minister war auf uns’rem Hof –
ich fand den aber ziemlich doof,
sagt Klein-Frieda, Heinis Schwester –
für mich bist Du mein Allerbester.

Was haste gegen diesen Mann,
fragt Heini seine Schwester dann –
ach weißte, kann sie ihm nur sagen,
der stellte nur so blöde Fragen.

Der wusste nix von Bauernsachen,
war immer nur verdreht am lachen.
Froh war ich, als er wieder weg,
denn so’n Besuch hat keinen Zweck.

© ee