Farbig angemalt.

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Farbig angemalt

Wenn der Tag neu grau umfangen
neblig feucht aus Wäldern steigt
und die Sonne blass verhangen
gähnend noch am Himmel weilt
wenn der Glockenturm nicht sichtbar
dröhnend guten Morgen schreit

dann erwachen Mensch und Tier.

Lös ich mir die Worte dichtbar
nütze die Gelegenheit
um mit Freude zu gestalten
Stund um Stunde zu verwalten
buntes in den Tag zu bringen
fangen Vögel an zu singen

farbig wird der Tag dann mir.

© Chr.v.M.

Träume . . .

Träume . . .

Träume – kann man Träume fangen –
wenn man durch das Leben geht?
Sie sind oftmals doch ein Bangen –
das durch dunkle Nächte weht.

Träume – kann man Träume fühlen –
wenn man durch den Alltag schreitet?
Wer träumt, der sitzt oft zwischen Stühlen –
wenn das Leben ihm entgleitet.

Träume – kann man Träume sehen –
wenn man Welt im Auge hat?
Die sachte dann im Nichts verwehen –
als wenn man sie um Stille bat.

Träume – kann man Träume riechen –
wenn sie durch die Köpfe fliegen?
Wenn Gestalten um dich kriechen –
die überall im Wege liegen.

Träume – kann man Träume leben –
ausgefüllt und traumesschwer?
Wenn sie in das Sinnen streben –
das da schwebt – so traumesleer.

Träume – kann man Träume fragen –
was da kommt und was wohl nicht?
Sie dir oft die Wahrheit sagen –
in Dunkelheit und auch im Licht.

© ee

Was schert es die Mächtigen …

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Was schert es die Mächtigen …

Europa wird brennen vom Herzen heraus,
wir werden uns stürzen zum Fenster hinaus –
weil wir uns nicht mehr können erwehren
des stürmenden Gegners mit seinen Heeren.

Wir können uns nicht mehr erwehren der Horden,
die ohne Pardon alles bomben und morden.
Jetzt werden zuhauf alte Rechnungen beglichen,
vor deren Bezahlung man lange gewichen.

Wunden, die längst verheilt wir geglaubt,
die brechen jetzt auf, weil sie nur verstaubt.
Europa wird brennen bis es nur noch Asche –
es bekommt den Geist nicht zurück in die Flasche.

Den Geist seiner eig’nen Vergangenheit,
der Jahrhunderte war zum Töten bereit –
der Menschen hat niemals als Wesen betrachtet,


wenn er sie auf seine Schlachtbänk‘ verfrachtet –
der von Opfers Blut sich stets trefflich genährt –
drum wisset, dass so etwas niemals verjährt.

© ee

Nachgedacht.

Wer das Bedürfen hat ständig zu siegen,
wer meint, immer der Erste zu sein –
wer glaubt, er könne die Welt sich hinbiegen,
der fällt am End’ auf sich selber nur rein.

Wer handelt als könne er Alles erreichen,
er müßt’ nur genügend rücksichtslos sein
und jeglich’ Moral im Sinnen streichen,
der steht irgendwann völlig allein.

Denn „Schöpfung“ ist wachsam, doch auch geduldig,
registrieret empfindsam was Menschlein ihr schuldig –
und wenn er nicht pünktlich die Raten begleicht,
sie ihm den vollständig’ Schuldtitel reicht.

Dann ist Recht auf Leben ganz schnell verwirkt,
dann gibt es kein Wenn und kein Aber –
dann bleibt nur Gestehen, dass alles getürkt –
alles andere ist dann nur noch Gelaber.© ee

ewaldeden2016-11-12

Geliebtes DU

Geliebter

Sie fallen hinter die sterne
worte aus buchstaben

sinken ein
und sprießen neu

wartend
das ich sie pflücke
sie drängeln sich
im stehen
wachsen

nach meiner bittenden hand
fallen

nein

stürzen vom himmel
wenn du nach ihnen rufst

und ich
sortiere sie dir neu
und streue sie wieder aus

über unsere liebe
das sie in dich einsinken
wieder und wieder
worte

wie :

ich liebe dich !

© Chr.v.M.