Herbstkinder.

Kunterbunt die Bätterwelt
bebend die nun nichts mehr hält.

Da tanzt ein Blatt vom Baum
froh wie ein Schwebetraum.

Im rascheln sich dreht
ein Herbstkind verweht.

© Chr.v.M.

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Augentief durchatmen …

F arben des Herbstes
die Blätter bunt angemalt
es schwindet das Jahr.

© Chr.v.M.

Bild von Peter H auf Pixabay

Am Abend durch die Nacht.

Im Dorfkrug

Lustig sein
das Tanzbein schwingen
Wirt schenk ein
die Gläser klingen

Verstand versaufen
Fäuste fliegen
Haare raufen
Beulen kriegen

Stuhl zerschlagen
heiße Schlacht
voll bis zum Kragen
Spaß gemacht

morgens Birne
Veilchen blasser
Matsch im Hirne
kaltes Wasser

Kopf der brummt
du dickes Ei
Schädel summt
mittags endlich Klüsen frei

ach war das ’ne schöne Feier
auf dem Tanzboden da bei Meyer

ist das ein schönes Wochenend’

wer es verpaßt
hat was verpennt

© ee

Bild von Marko Grothe auf Pixabay

zum Mittag.

Immer wieder die gleiche Frage
Muttern was gibt es – was essen wir heut
die Gute fühlt es als ständige Plage
es hat sie schon manchmal die Antwort gereut

Und wieder hört sie die Tür grade quietschen
der Kerl ist noch gar nicht recht drinnen
hört sie schon sein begehrliches fietschen
und sieht den Speichel bei ihm rinnen

Es kommt prompt das
was ihr schon lang’ zum Halse raus hängt
es ist wieder das gleiche Gekröse
die Antwort – die sie sich zurechtgelegt – drängt
aus dem Munde – ein klein bißchen böse

Es gibt was besond’res – du kannst dich schon freuen
es wird dir hervorragend schmecken
ich hab mich entschlossen
ich hab schon die Fenster und Türen geöffnet
heut’ wird mal die kalte Küche genossen

Die Vorsupp’ ist Spülwasser von schmutzigen Töpfen
der Hauptgang ist Luft ganz frisch aus dem Garten
der Nachtisch ist adlig – gebunden in Zöpfen
die Nudeln von gestern könn’s gar nicht erwarten

Nun halte hier keine Maulaffen feil
und tu nicht als hätt’st du Zitronen gegessen
setz dich endlich auf dein Hinterteil
und genieße das köstliche Essen

©ee

Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

am Morgen

Im Licht der frühen Sonne
ein Räätsch von kahl Geäst
ein Häher äugt zur Regentonne
ob sich dort wohl trinken läßt?

Denn überall im Feldrevier
ist das Wasser fest wie Stein

Im fahlen Licht der frühen Sonne
äugt die Krähe hoch vom Rist
mit scharfem Aug’ zur Regentonne
ob dort nicht was zum speisen ist

leergefegt sind ihre Gründe
kahlgefroren Bodens Grund
drum schließt sie tierisch Freundschaftsbünde
mit Bello als des Hofes Hund

so hockt sie auf des Hundes Rücken
thront wie ein Pfau auf seinem Kopf
hilft ihm die süßen Früchte pflücken
kratzt dann und wann auch seinen Schopf

©ee

Bild von Mustafa Kücük – v. Gruenewaldt auf Pixabay

Bild von Manfred Richter auf Pixabay Dankeschön.

In jedem Menschen

In jedem Mensch steckt ein Poet
man weiß nur nicht in welcher Ecke
drum sollt’ man suchen hier und da
sollt’ kein Kämmerchen vergessen

weil irgendwo im dunkeln steht
wohl unter stark verstaubter Decke
ein Text der längst vergessen war
geschrieben zu profanem Zwecke

holt man ihn dann ans helle Licht
und bläst einmal recht kräftig
sieht man wie er die Sonne bricht
und leuchtet bunt und heftig …

©ee

gefolgt…

I ch komme direkt aus dem Regen
klatschnaß bis unter die Haut
die Sonne erscheint mir als Segen
hab’ mich seit Stunden nicht zu bewegen getraut

überall sah ich nur grinsende Götter
jedes Blatt wurd’ zur Fratze im rinnenden Naß
von überall hört’ ich nur hämische Spötter
wie waidwunder Katze fauchender Haß

von überall tropft’ es und überall klopft’ es
jede Bewegung wurd’ quälend zur Qual
ich meinte zu spüren unerhörtes
stechendes brennendes feuriges Mal

doch es war nur die Angst vor dem Unbekannten
vor dem fremden Gebaren freier Natur
nachdem mir Freunde die Dinge benannten
folgte ich gern der verwilderten Spur

so fand ich die Wahrheit im gleißenden Licht
fernab von der Kunstwelt Gedränge
hier werde ich bleiben bis das Leben mir bricht
ganz ohne künstliche Zwänge

©ee

Bild von Jaesung An auf Pixabay