wiel ikk een …

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Ich hab’ geplattdeutscht mal, ganz doll.
Katt un Uul kann ikk all schnakken.
Mein Opa find’t das richtig toll –
he meent, ikk schull dat woll gau pakken.

Weil – ich hör begierig zu,
geh’ auch wohl manchem auf den Sender,
doch wenn de Öllern wat vertelln,
denn lett man mi tomeist in Ruh

und nimmt mich mit in fremde Länder.
Hör van su mennich frömmd Belääven
und stell mir vieles davon vor –
foaken fleech ikk denn dör d’ Hääven,

steh auch schon mal vorm Himmelstor.
Wenn dat denn aal üm mi wäär still –
aal kiekens in sükk sülven rin –
denn weet ikk wiers woll wat ikk will,

wiel ikk een plattdüütsch Minschke bün …
© e. e.

SÖMMERTIED.

Rose

 

.

 

Weißt du noch:

SOMMERZEIT.

 

Die Sommerrosen aus der Zeit –
weißt du noch wie sie rochen?
Die Jugend – sie liegt lang schon weit –
als wir in Hecken uns verkrochen.

Ob wir was ausgefressen hatten –
oder weil es bloß so schön,
manchmal war es kühler Schatten –
der uns ließ den Himmel seh’n.

Süßgeahnte fremde Welten –
noch nicht gefühltes dunkles Glück,
wie oft begann man uns zu schelten –
zog uns in Unschulds Welt zurück.

Doch jedes Riechen prägte Male –
mit jedem Fühlen loderte – zuerst der Kern,
und dann die Schale –
jeder Blick rückte die Kindheit fern.

Bis sie in tausend kleinen Stücken
füllte der Jugend engen Raum –
der Kindheitswelt mußt’ man entrücken,
es blieb uns immer nur der Traum.

Drum lebe, wenn du Kinder findest –
egal auch wo auf dieser Welt,
den Traum zurück – indem du bindest
die Seele nicht an’s große Geld

Ich sehe Feuermale streichen –
der Geist entweichet aus der Flasche,
wenn wir uns nicht die Hände reichen –
liegt Unschuld bald in Schutt und Asche.

© ewald eden

weetst du noch :

SÖMMERTIED.

desömmerröösen ut de tied –
weetst du noch wu se roken ?
de jöögd – se leggt lang woll wied –
as wi in hegen jekrabbelt

of wi wat utjefreten hett`n-
of wiel dat blot so fein,
mennigmaal weer dat köhler scharren –
de uns leetst de hemel sehn.

söötjeahnt de frömde welten –
noch nich geföhldet dunklert glück,
wu vööl begunn man uns to schellen –
truck uns in unschülds welt torügg.

doch all dat ruken prentde male –
mit jede rücker upflammt – toeerst de keern,
un denn de kummke –
jede blick rückde de kinnertied feern.

bit se in dusend lüttke stücken
maakden de jöögd strammden ruum –
de kinnertiedswelt muss`man wegrücken,
dat bleev uns blot de drööm.

daarum leve, so du kinner finnst –
egaal ok annerswaar up de welt,
de droom torügg – indeem du binnest
de selen nich an dat grootste geld.

ik seh de füürmaale strieken –
de geest utrietet ut de buddel,
so wi uns neet de handjes hollen –
liggt unschüld bolld in schutt un aske.

© ewald eden

seker wiss…

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.

 

der himmel
wolken überblaut
ist ganz bestimmt
nach dir benannt

dort in der ferne
klein die schiffe
weiß und so federleicht
gebaut.

in dieser meeresweite
winkst du mir nochmals zu
dann sinkt der himmel
lautlos, stille

die nähe mir
der sand, die träume
was bleibt
die frage mir

was nun.© Chr.v.M.

de hemel
wulken överblaut
is seker wiss
na di benömt

daar in de feernte
kleen de schepen
witt un so plüüsterslicht
jebaut.

in disse waterbreddte
wenkst du mi noch enmaal to
denn sinkt de hemel
luudlöös,stillte

de nahder mi
de sand,de dröme
wat blifft
de fraag mi

wat nu.© Chr.v.M.

Sommerzeit …

Weißt du noch:

SOMMERZEIT.

Die Sommerrosen aus der Zeit –
weißt du noch wie sie rochen?
Die Jugend – sie liegt lang schon weit –
als wir in Hecken uns verkrochen.

Ob wir was ausgefressen hatten –
oder weil es bloß so schön,
manchmal war es kühler Schatten –
der uns ließ den Himmel seh’n.

Süßgeahnte fremde Welten –
noch nicht gefühltes dunkles Glück,
wie oft begann man uns zu schelten –
zog uns in Unschulds Welt zurück.

Doch jedes Riechen prägte Male –
mit jedem Fühlen loderte – zuerst der Kern,
und dann die Schale –
jeder Blick rückte die Kindheit fern.

Bis sie in tausend kleinen Stücken
füllte der Jugend engen Raum –
der Kindheitswelt mußt’ man entrücken,
es blieb uns immer nur der Traum.

Drum lebe, wenn du Kinder findest –
egal auch wo auf dieser Welt,
den Traum zurück – indem du bindest
die Seele nicht an’s große Geld.

Ich sehe Feuermale streichen –
der Geist entweichet aus der Flasche,
wenn wir uns nicht die Hände reichen –
liegt Unschuld bald in Schutt und Asche.

© ewald eden

weetst du noch :
SÖMMERTIED.
de sömmerröösen ut de tied –
weetst du noch wu se roken ?
de jöögd – se leggt lang woll wied –
as wi in hegen jekrabbelt
of wi wat utjefreten hett`n-
of wiel dat blot so fein,
mennigmaal weer dat köhler scharren –
de uns leetst de hemel sehn.
söötjeahnt de frömde welten –
noch nich geföhldet dunklert glück,
wu vööl begunn man uns to schellen –
truck uns in unschülds welt torügg.
doch all dat ruken prentde male –
mit jede rücker upflammt – toeerst de keern,
un denn de kummke –
jede blick rückde de kinnertied feern.
bit se in dusend lüttke stücken
maakden de jöögd strammden ruum –
de kinnertiedswelt muss`man wegrücken,
dat bleev uns blot de drööm.
daarum leve, so du kinner finnst –
egaal ok annerswaar up de welt,
de droom torügg – indeem du binnest
de selen nich an dat grootste geld.
ik seh de füürmaale strieken –
de geest utrietet ut de buddel,
so wi uns neet de handjes hollen –
liggt unschüld bolld in schutt un aske.
© ewald eden

Sömmerroos.

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.

 

Sommerrose.

Und wieder
duften die rosen
wieder
erfreut mich
der zauber gold
übersonnt
die knospen
zwischen den dornen.

.
sie schwelgt
in zartheit
rosenrot
und schwingt
im sommerwind
zärtlich die blüten
wirft dann
den süßen duft

den fliehenden wolken nach.© Chr.v.M.

Sömmerroos.

un wedder
roken de rosen
wedder
blied mi
de töver gold
översünnd
de drieven
tüsken de doorns

se swögt
infien
rosenrood
un swingt
in de sömmerwind
leevtallig de blössems
smittst denn
de söter göör

de flüchtenden wulken na.© Chr.v.M.

.

 

De Joahrn gahn.

De Joahrn goaht hen
see fleecht man so
kanns gannich dornoa kieken
de Kinnertied mit vööl Gedoh
moot veelsto hannich wieken

Denn schmitt man sienen Kroam tohoop
Jung un Maid fiern Hochtied
Kinner koamt denn glieks in d’ Loop
man denkt woll foaken wat’n Schiet

Wenn d’ lächt wurd is man all togaang
wenn d’ düster wurd nich minner
mennichmoal dat Haart so baang
un allens föör de Kinner

Dat düürt nich laang – denn is d’ sowiet
de Jungs hevvt Büksen mit laang Piepen
de Deerns schnieden sükk de Flechten ov
de Tied – denn faangt see an to riepen

So geiht dat Spill van vörn wäär los
de Ollen blieven stükkwies achter
see hörn van wieden foaken blods
de Jungen hör vergnööcht Gejachter

Nu harn see Tied sükk wat to moaken
doch dat is laang vergoahn
see doon sükk mit de ole Soaken
saacht dör de Schliek van d’ Lääven schloahn.

© ewald eden

Stillte binah.

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.

Stille fast wie leise.

stille fast
wie leise
zwischen gesetzten buchstaben
was nie geschrieben wurde
unsichtbar weil nur gedacht

tonlos zwischen deinen
und meinen sätzen
lautlos leise still
nicht hörbar

da unter deiner
erschöpften wortkraft
und meinen
verschwommenen zeilen
der mut fehlt

unsichtbares über
verwischten lettern
deinen und meinen
kraftloses
im aufgeben

durch angst
vernunft und vorsicht
zusammen gebunden
zum versenken in tränenwasser
wofür es wieder keine worte gibt

tonlose stille
auch sprachlos
weil wichtiges
und wahres
auch unsichtbar

immer hörbar hängt
sich dreht
auf unseren seelenfäden balanciert
und laut sehr laut
kichert.© Chr.v.M.

Stillte binah as sachtjes.

stillte binah
as sachtjes
tüsken settden bookstaaven
wat nich jeschreven wurde
nich to sehn wiel blot daaröver denkt

toonlöss tüsken dienen
un menen satzen
stillkens liesaam bedaart
nich höörsaam

daar ünner dien
schoon of wesen woordmumm
un menen
unklaarste riegen
de kuraag föhlt

nich to sehn
över wiskeden leddeern
dienen un menen
seekstet
bi dat upgeven

dör bang
vernunft un vörsicht
binanner sük bunden
üm dat unnergahn laten in tranenwater
waarför dat wedder keene woorde geiht

toonlöss de still
ok spraaklos
wieldat van bedüden
un wahret
och nich to sehn

alltied höörbaar hangt
sük dreiht
up unser selenstrippen balancert
un luud un krass
guffelt. © Chr.v.M.