Ovscheed van Moder…

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Ovscheed van Moder…

Oach, weets du d’ noch …
ikk weet dat noch.

Besinnst di noch …
ikk besinn mi noch.
Süchtend koamen mennich Froagen
ikk spöör wu hör dat Haart upgeit
see kikkt retuur in Jungtieds Doagen
as see tägen mi an d’ Moorkuul steit

vergääten sünd de Olldachssörgen
see föölt sükk wäär as junget Wicht
dat nich denkt wat givt dat mörgen
dat nich weet woarüm see schwicht

saacht goa ikk een Trää bi d’ Sied
loat hör alleen in hör Bedenken
wiel ikk spöör dat dit ‚ganz Wiet’
hör endlich Ruh un Frää deit schenken

disse Momang an Moorkuuls Wischen
dit indüüken in ‚fröer moal’
dit ‚Nu in Güstern’ mit nix dortüschen
dat is de Läävensgrens hör Poahl .

© ee

 

 

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Keulenschläge.

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K eulenschläge auf dein Ichsein
Messerstiche in dein Können
was soll da bloß noch gut und schön sein
dich drängt es schlicht davonzurennen

in dein Lächeln drischt man Hiebe
dein Freundlichsein nimmt man als Strick
du spürst nichts mehr von Menschenliebe
zum Alptraum wird dein Arbeitsglück

gleich was du tust – wie du dich mühst
rein gar nichts macht man dich vergelten
selbst dann wenn du im Regen blühst
wird man dein dich mühen schelten

laß es sein – man will es nicht
verschenk nicht deine innere Güte
sonst löscht ganz schnell dein Lebenslicht
noch vor der richtig großen Blüte

zieh dich zurück vom Kampfgetümmel
laß andere sich die Lust zerschlagen
laß sie gebärden sich wie Lümmel
und dann auch selbst die Folgen tragen

© ee

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Een van us . . .

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Een van us . . .

L ütt – Matten steiht dor an de Stroat
een Meter un een bäten
he kikt so plietsch un so akroad
is stoadich bloß an äten

In d’ rechter hett he ‘n Stükk Schinken
in d‘ linker Füüst een Knüben Brod
sien Oogen sünd as Sterns an blinken
sien Bakken lüchten gleunich rod

Van smörgens bit oabens is he an wenken
as wenn he dirigeeren moot
deit jedereen sien Lachen schenken
ov de nu schlecht is – ov is god

So mennich een de mach woll särgen
de Jung is nich ganz dääch in d‘ Kopp
denk dat man d‘ hier blods aal kann börgen
villicht löpst du ok bold Galopp

© ee

Kennst du die Antwort . . .

.Kennst du die Antwort . . . ?

W o ist sie geblieben
wo ist sie die Zeit –

die voll war mit lieben
die kannte nicht Streit –

das brennende Feuer der Leidenschaft
erhellte die dunkelsten Stunden –

es zog mich zu dir mit aller Macht
mein Glück daß ich dich gefunden

jetzt suche ich oft
die lodernden Flammen

friere auf einsamen Wegen
wir sind wohl viele Stunden zusammen

doch seh’ ich nicht Blumen
die sich bewegen

ich lebte so gern im blühenden Meer
möchte in Liebe dich wiegen

doch irgendwo kommt Kälte daher

ich frag’
woran mag es nur liegen…

© ee

oder SO :

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Wenn ich…

w enn ich mit
kleinen grauen fäusten
gegen deine brust trommle

vor sehnsucht klagend
in deine augen stürze
um unsere wortbilder zu entziffern

ich dir
die brille aufsetze
zum vorlesen

wenn meine lippen
leise deine worte
nachsprechen

dann geliebter
umarmen sich auch
unsere herzen

im gemeinsamen verstehen.

© Chr.v.M.

Küstendörfer …

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Küstendörfer …

D örfer wie Perlen aufgereiht
auf grünem Band – an Deiches Fuß
im Groden hell der Kiebitz schreit
es klingt wie froher Göttergruß

Mit Tönen wie aus fernen Tagen
die Brandung an die Dünen schlägt
man sieht die Wellenkämme nagen
an Strand und Deichen – unentwegt

Der alte Hafen ist Geschichte
du spürst sie auf marodem Kahn
wenn du im fahlen Abendlichte
verlierst dich in des Mondes Bahn

Es riecht nach Teer und heißen Gläsern
gefüllt mit Rum und Ingwerwein
der Wind, er spielt in harten Gräsern
wenn abends fällt die Nacht herein

In dem Krug am Hafentore
ein alter Maat die Quetsche zieht
er singt von Sehnsucht und Amore
ein herzergreifend’ Liebeslied

Alles lauscht gebannt den Tönen
und fühlt die Zeit im Raume steh’n
wenn er erzählet von den Schönen
die er in aller Welt geseh’n

Der Mond zieht weiter seine Runde
am Hafen löscht das letzte Licht
zum Abschied tönt aus Wirtes Munde
gut’ Nacht ihr Leut’ – vergeßt mich nicht

© ee

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Lied TEXT bei Ewald Eden.

Unser Leuchtturm.

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Unser Leuchtturm …

F ünfundfünfzig lange Jahre
hielt er die Wacht bei uns im Watt
dann machten ein paar nicht ganz gare
ihn über Nacht ganz einfach platt

er stand noch nicht einmal im Wege
bei dem was dort als neu entstand
und mit ein klein bißchen Pflege
wär er ein Schmuckstück für das Land

doch leider hat man ihn vernichtet
als zu gering fürs Gnadenbrot
obwohl er gerne noch berichtet
von Seemannsfreud und Wassersnot

einzig den Kopf mit der Laterne
den findet man weitab vom Meer
in Münchens weiter Baziferne
wiegt das Interesse nicht sehr schwer

drum lassen wir sie hoch und leben
die hohlköpfige Beamtenschar
denn taube Nüsse wird’s noch geben
wenn wir schon lange nicht mehr da.

© ee

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Verbundenheit…

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Verbundenheit . . .

S ilbern funkelnde Sterne
nachtesheller Strand
die Wellen laufen von ferne
auf endlos weißen Sand

Strandkörbe stehen wie bunte Eulen
im watteweichen Mondeslicht
von Wattenbänken Seehundheulen
ihr Lied sich an den Dünen bricht

Am Strandkorb siebzehn ‘ne Laterne
beleuchtet still ein Liebespaar
er flüstert leis’ – ich hab’ dich gerne
und streichelt sacht ihr weißes Haar

Seit über fünfundfünfzig Jahren
ist dieser Strandkorb ihr Revier
wenn sie auf diese Insel fahren
verleben ihre Sommer hier

Sie haben hier in all’ den Jahren
viel schöne Dinge kommen seh’n
sie haben aber auch erfahren
daß viele Menschen mußten geh’n

Sie genießen hier jetzt jede Stunde
so – wie sie aus dem Himmel fällt
in dieser wunderbaren Runde
in dieser schönen Inselwelt.

© ee

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