Schrievhuus- Poesie- Erzählungen – Liedtexte2

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Moders Kindheit . . .

H ör Kindheit wee een Aarbeitslääven,
dat moot ik jo vertell’n –
deen see blods moal de Nakk hochhääven
fung Omoa an to schell’n.

Mit Mesten de see hör begoahn,
keem see so recht in Wut,
mit Füürhoaken half dod hör schloan
dat mok eer ganniks ut.

Bembessen bunn’n see doagenlang
un mussen de verkopen –
wat ween see mennichmoal so bang
schnaas över d’ Moor to lopen.

Wenn see denn noa Huus to keem’n,
denn wee dat foaken bannich düster –
Moder de hör d’ d’ Geld ovnähm’n,
wat see verdeent harn mit Geknüster.

Un nich blods knoiin mussen see –
see mussen ok noch klauen,
un wenn een sää – dat do ikk nie,
denn de see de verhauen.

Wenn Mannslüü, de wat beeden kunn’n,
moal Lüst harn up ‘ne junge Deern,
har’n in Omoa see de Rechte funn’n –
de geev hör Wichters dorföör geern.

Un wenn de Deerns bi anner Lüü
verhüürt föör Tüüch un Fett,
man hör denn moal noa Huus henleet
betoaln see ok noch föör dat Bäed.

Wenn ikk nu Düwels Bild schall schrieven,
denk ikk an d’ Bernuthsfelder Moor –
dat dücht mi as Gespensterdrieven,
ikk wünsch mi – dat wee aal nich woahr.

Drei di vandoach doch hen un her
un seech wat so in d’ Welt geböört –
de Minschen goahn netso tokehr,
as hevvt see nie ut niks wat lehrt.

© ee

Willem Sönndach . . .

In elker Dörp givt dat joa woll een Menno Hundschiet – een Hans Porch ov een Helmuth Hüdel. Een Albert Bukk schall dat ok all gääven hemmen – elks noa sien Plesäär ov noa sien Boantje.
Mit Ökelnoams is dat joa so een Soak – dat givt Minschen, de weeten hör Döepnoam mennichmoal sülvst gannich mehr.
So wee dat ok woll mit Willem Sönndach. Wenn denn een sükk dat Waark tomooden dee, moal in de olen Kaarkenbööker to kieken, denn kreech he flink spütz, dat Willem Sönndach in d‘ Papiern Willem Reitgras heeten hett. Bit noa d‘ Ennen van sein Schooltied – un noch een bietji langer – wee he föör de Minschen in d‘ Dörp un ümto Willem Ruchfoor – de Jung van Heini Ruchfoor – un dat wee wäär de Jung van Siebelt Ruchfoor. So is dat up d‘ Land nu moal. Eerdfast un brandsäker.
Noa de Schooltied muß Willem – as de annern Kinner ok – ut d‘ Huus. He muß Bott för de moaken, de dor noawussen weesen – sien Öllern, de ween joa noch fliedich bi de Kinnermoakeree togaang.
Wat geev dat up d‘ Land oaber denn för Aarbeid föör Jungs un Deerns van Knechten un Maiden? He keem in een groten Buurderee as Lüttknecht. De Buur har sien Bedrief tohaupts up Peertüchten inricht.
Willem wee van schummerlächt bit schummerdüster in de Peerstallen togaang. Wägen sien Ökelnoam Ruchfoor reepen de Riederslüü foaken ok woll : “ Willem – woar die, dat di de Peer nich upfrääten.“ Dat funn he nu gannich so good.

Sien Glükk wee, dat de Schmitt in d’ Dörp hüm noa een poar Joahr in d‘ Läär noamen hett. So een knustigen jungen Kierl, de kunn he in sein Bewennt good bruken.
Een fiksen Schmitt is ut Willem worden. Un wiel he ok van een Büld anner Bedrüüs wat verstunn, leepen de Lüü ut d‘ Dörp hüm bold de Dören in.
Un nich blods wenn d‘ üm gung, de Peer to beschloahn – ok bi d‘ Koien de Klauens kniepen – bi d‘ Birgen de Klööten schnieden, ov bi d‘ Hunnen de Steerten kupeern – Willem wee stilkens froacht. He kunn dor rein nich tägen an.
Tomoal wee denn de Soak mit Sönndach in de Welt. He muß joa ünner de Wääke Dach för Dach – tein Stünn’ns un mehr – bi de Schmitt in de Schmää knoien. De Lüü, de denn bi irgendwat sien Hülps bruksen, de kreegen jümmers blods to hörn : „ Ikk koam Sönndach.“
Sowat mook Willem denn aal Sönndachs. Well wunnert sükk nu denn noch, dat he noa een lüttenTied Willem Sönndach heet? Dor kunn he mit lääven – Sönndach, dat wee joa dusendmoal goaelker as Ruchfoor. Ünner sükk sääen de Lüü in d‘ Dörp ok woll moal Klötenbieter ov Steertenschnieder, wenneer see van Willem schnakken deen – hörn loaten hett hüm dat nie nich een. Un dat wee ok good so. Up sien Denkmoal up d‘ Kaarkhoff steit woll Willem Reitgras – oaber heel groot dor ünner : man nööm hüm Sönndach – un jedereen, de an d‘ Denkmoal vöörbi geit, trekkt vandoach noch sien Mütz – un sächt luut:

Moin – Sönndach!

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Allens ännert sükk …

De blengerige Hans …

Wenn een nich een Kind van de Küst is, de kunn woll meen’n dat dreit sükk hier üm een jungen Kierl – wiel de Noam so figelinsch noa Pomoadichkeit un Sönndachsstoat rüken deit. Dat hett dor oaber liekers överhaupts niks mit to doon. Dat kann woll wääsen, dat he sükk moal so givt. Beläävst een moien Sömmerdach – de Süän steit hoch in de Lächte – de Wind is inschloapen – man licht an d‘ Woaterskant to dröömen – joa denn mach dat wiers so utsehn. Koam oaber moal bi hüm up een busigen Haarst ov Vöörjoahrsdach to Visit – denn wiest he mennichmoal sien anner Kant. Denn is he foaken so gnadderich un füünsch, un schleit so groote Bulgen – as wenn he d‘ aal inschluuken will. Wenn he so richtich schmachtich tokeer geit, is hüm dat gröttste Schkipp nich to groot – un de hoochste Diek nich to hoch. He wiest de Minschen in hör Överdüürichkeit well dat Särgen in d‘ Natur hett. De hier an de Küst mit een Been in d‘ Woater steit, un dor sien Brod ruthoalt, de weet dat. Froach man moal so’n ollen Fischkersmann – twee Wöör schall he di woll dorto särgen – jümmer vöörutsett, dat he an de Dach noch niks anners schnakkt hett. Doaran kanns näämich de Minschen ut Noord un Süüd utnannerhollen. Wenn een van de Küst di tein Wöör sächt hett, denn hett de südersch Minschke di in de Tied een groodet Book vull dorvan in de Ooren dreit.

Dat is dat Noord – Süüdgefälle up een annern Oart. Een ov anner van jo mach nu denken, wat denkt de sükk blods.
Joa, denken kann de blengerige Hans ok. Ji guffeln? Woneem köänt ji mi denn anners woll verkloaren, dat he jümmer hooger sticht? He kikkt näämich geern över d‘ Diek – wiel he joa ok een Kind van de Küst is.
Hett he sükk an d‘ Noord- ov Süderpool man jüüst soveel ansoapen, dat he över de Kant kieken kann – pakken de Minschen allwäär Stükk ov wat Grassoden boaben up d‘ Diek – un hett he de ok wäär to foat, denn kummt dor noch wat drup.
Ikk froach mi mennichmoal blods, well dat langer vullhollt. Ov meent villich een Schlaukopp van Minsch, de blengerige Hans givt dat eens Doachs to.

Dor mach ikk so särgen: Schietendiedel – he hetnoch soveel Iis in d‘ Rüst – dor mooten de Dieksters all middelste Bargen boon.
Eenzich Ovhülp bi dat Malöör is doch, dat de denkend Deerten van Minschen de wi sünd uphollen de Welt intobööten. Dat kummt noch sowiet, denn käent de Minschen Iisbräkers blods noch as wat to drinken.
Annerletzt hett all een Iisboar ut Gröönland in een kanoadsched Anzeigenbladdje sien good indroagen Wintermannel to’n Verkoop anboaden.

He bruks de nich mehr – wiel sükk de Koal van dat Eiland vertrukken hett – sowiet sünd wi all …

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Poahlsitten . . .

Jedesmoal wenn ik wat van de Poahlsitteree in d’ Heidepark Soltau hör, denn denk ikk an mien Premjäre in d’ Sitten vöör över veertich Joahr.

Bi mi wee dat blods keen moien Stohl up een holten Poahl in Sömmerdach – bi mi wee dat sowat ähnlichs as de Eiffeltorn mit hunnerddusend Volt an sien lange Aarms.

Dat wee ok keen Sömmerdach, denn wüür ikk dor joa gannich över schnakken – nä, wi schreeven de eenuntwintichste in d’ Winachsmoand. De Lücht wee füfftein Sträken ünner de Stäe, an de Woater to Iis word.

Jungedi – wat wee dat koald.

Mien Haartbladd un ikk harn us dat so moi utmoalt – de Nacht to mien Achtteinsten in hör Koamer to fiern. Annerndach wee ikk nämich ut de Büksenschieter Johren endlich rut.

Wenn hör Ollen up Bäed weesen, denn wull ikk över so een lütji Vöördakk bi hör dör dat Koamerfinster klautern.

Vöör een jungen Kierl mit een büld in d’ Büks un blods een Soak in d’ Kopp wee dat joa een Schäät.

Erfoahren Lüü särgen nich ümsünst, wenn een Kierl vöörn wat in de Büks hett, denn is sien Verstand in de Mors.

Dor is verrafftich wat mit an – glöövt mi dat.

Un wenn man denn so’n jungen ballerhaftigen Fent is, de noch meent wat köst de Welt, is de Brägen woll dubbeld leddich.

De Nacht vördem har dat joa all good henhaun.

Hör Voader har oaber woll wat spitzkrägen.

Ikk har man jüüst ansett to klautern, dor keem he mit twee Hunn’n ut de Achterdör.

Wenn een de Tied määten har denn wee ikk woll flinker as Armin Harry in hunnerd Meter.

Oaber dor wee joa nümms mit een Klokk – un dat wee joa ok balkendüster.

Laang har ikk dat Rönnen joa nich vullholln, oaber de leev Gott – ov irgendeen annern gütigen Minschen – har mirden in de Geografie een grooten iistern Gittermast henplannt.

Dat wee mien Hülpsring up dat groode Woater. Dor seet ikk nu in fief Meter Höcht – ünner mi de beid Fleeschmaschinen.

De Düwelee van mien Bruut hör Voader leet hüm de beid Hunnen ünnern antüddern.

He sülvst gung moi wäär noa Huus, dat wee hüm wiers to kollt in buten.

Ikk seet joa hoch un drööch – un wächlopen kunn ikk hüm joa ok nich.

Nu kunn ikk joa sien Dochter nich mehr an d’ Liev. Dat he de Füsten över sien Deern hollen wull, kann ikk bit vandoach nich an glööven. He wee us de Spoaß woll blossich nich günnen.

Wo lang Stünn’ns sükk trekken köänt, dat weet ikk siet disse Nacht.

Un wo hart dat is, wenn man achtein word, dat säe mi mit elker Minüüt de verstreek dat blengerige Iisen.

Ikk bün de heele Nacht hen un her klautert, anners har man mi mörgens woll tweibräken kunnt.

As dat denn tägen Klokk särß anfung to schummern hett mi een Noaber, de up de Padd to sien Doagwaark wee, beliekteekend dat ikk de heele Nacht mit de Deerten speelen kunnt har. De wussen heel nich wat bieten is. Wat hett de Oal sükk woll hööcht, dat he mi so dorbikrägen har.

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Plattdüütsch vöör d’ Gericht . . .

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Nich dat ji nu meent, us Modersproak har wat utfrääten un stunn dorüm vöör d’ Gericht – ov so. So wee dat man nich. Wenner us Modersproak ok all old is as Methusaleem – ji weeten joa woll, de Keerl mit de laange griese Boart ut dat hillige Book – is see wiers noch netso unschüllich as een witten Engel. Wat man joa van Düütsch nich särgen kann. Wiel – dor is foaken sowat buntklörichs tüschen, wenn dat ut de Halsgatten kummt, dat man de Grund heel nich mehr kennen kann. Nänä – mi wull so een hochdreide Gesellschkupp ut dat süüdersche Düütschland an d’ Knipke – wor ikk so niks inhevv. Wiel aal hör Griepen bi mi in d’ Taaschke hör niks brocht har, hevvt see mi vöör d’ Gericht schluurt. Dor schull ikk nu „amtlich“ verdönnert worden, van dat Geld wat ikk nich har, hör wat to gääven, wat hör gannich tostunn.

See harn sükk dat richtich goaelk utmoalt – eenfak wat ut de Lücht griepen, dat irgendeen Minschke as Räkning henstüüren un kasseern. Jo man – nich mit mi. Blossich wiel een so’n Halfmallen up Papier magelt har, ikk har dat un dat doan, schull ikk Gebührn betoalen. Dat, wat de Fent upschrääven har, dat wee liekers netso woahr, as wenn he sächt har, de Poapst licht in d’ Wääkenbäed un schmitt Twillings. De Keerls bi de fiene Gesellschkupp – dor in dat süüdersche Düütschland – de hevvt gannich keeken, ov dat woahr is. Dat gieren noa de Doalers de see bi mi hoalen wull’n – dat hett hör Denken utschkalt. An de Rääken – un dat tweemoal upfördern, de to betoalen – hevv ikk mi nich keert.

Un so keem dat, as dat koamen muß – ikk muß vöör d’ Gericht in de Residenz in Ollnbörch. Ikk wee reinwäch verbiestert – un so’n spierke wee de Glooven an de Gerechtichkeit mi all verlüstich goahn. De Dach un de Stünnen wee nu ansett. Man har mi een Vöörloadung tostüürt. De Gesellschkupp wull to de Termin een Avkoaten stüüren – dat harn see mi künnichmoaken loaten – see wullen mi wiers dat Trillern bibrengen. Een Oostfrees dat Trillern bibrengen – wat harn de Süüderdüütschen woll för Küän in d’ Kopp. Nu wee dat joa sowiet. Dat hooge Gericht seet mit veer Mann achter de Galerii. Mi tägenöver hukel een Avkoat in Dübbelutgoav mit sien Papiernkuffers – de Deerten ween grötter as twee Melkbummen mitnanner. Oogott – dorch ikk so bi mi – bi de Nürnbarger Prozessen noa de tweede Weltkreech harn de Avkoaten weniger Papiern up d’ Disch. Wat keem dor woll up mi doal.

Oaber tomoal plies de leev Gott so’n spierke dör dat böverst Huukje ünner d’ Soaldekk to mi her, un sää heel sinnich to mi, schnakk Plattdüütsch, mien Jung. Kiek – un dat hevv ikk denn ok doan.

Un so gung dat denn ov:

De Richter: „ Guten Morgen, miteinander!“

De Soal: „Guten Morgen!“

Ikk as Solostiäm dortüschen: „Moin aal mitnanner!“

Tein Oorn wesselten de Richt, as mi de Richter glieks achteran frooch: „Sind Sie der Beklagte Ewald Eden?“

„Joa mien Heer, dat bün ikk.“

Persönlich?“ leep dor so’n bietji twiefelnd achteran – as wenn hüm de Gedanken koamen wee, ikk har villicht een van mien hollandsch Twillingsbroers stüürt.

„Recht so – ikk bün de Ewald Eden ut Schörtens, de See körtens nööcht hevvt hertokoamen. Oaber ikk schnakk Platt – ov dröff ikk dat hier nich?“ – hevv ikk vöörsichtshalver glieks künnich doan.

Vöörn achter de Galerii trukk so’n lichtet Schmüstergrien’n van de een Kopp to de anner – blods noa de Avkoatengesichten mi tägenover is dat nich hensprungen – dor kann ikk mi nich fasthollen, hett dat Grienen säker föölt.

Nu krist du wat to hörn – schoot mi su dör de Kopp.

De Richter dorup licht schmüsterich. „Soso – näänää“

Joa wat denn nu dorch ikk – dor kann doch keen Minsch schlau ut warden.

„Näänää – dat dröfft see“ – un to de Avkoat hendreit „das dürfen Sie. Dat schöält wi all henkriegen.“

Irgendwat wee anners in de Soal veer an dissen Mörgen.

De Richter: „Denn brauchen wir heut’ ja bloß beschließen – – mmhh – – – ach nein – es ist ja Einspruch eingelegt worden – fristgemäß – Herr Anwalt – Sie stellen sicher den Antrag, das Urteil vom letzten Monat bestehen zu lassen.“

Nikkoppen van de Avkoatenstool – een drei van de Richterskopp to mi: „Un See … See mooten de Gägenandrach stellen.“

Dorup ikk: „Moot ikk nu noa Huus andoal, mi hensetten un dat upschrieven?“ „Näänää – dat will ikk woll för Hör beschikken – nu glieks. Dorför sitten wi hier.“

Dree, veer Satzen lopen noa de öllere Schrieversche an sien rechter Kant hen, un to mi kummt de Froach:

„See läänt de Förderung ov?“ Mi dücht dat hoast, as wenn dat ganns keen Froach wee, so as he dat sää. Dat geev mi binnerwendich rein Stöähn bi mien Antern. „Recht so – hooget Gericht – ikk weet gannich, wat ikk hier schall. Blods wiel een Minsch in sien kroakelich Kreiuulnteekens dor noa de Gesellschkupp henschrääven hett:

„Bunter Abend in Rechtsupweg – Veranstalter Ewald Eden – dat hevv ikk so ziteert, wiel dat dor in Düütsch steit……….“

„Ach so – sie können Hochdeutsch?“

Will he mi vergöäkeln? schweeft dor mirdenmanken de Froach över de Galerii.

„Wiers kann ikk Düütsch – dat hevvt de Mesters us in d’ School joa läärt – ikk bün oaber joa keen studeerden Avkoaten – wenn ikk hier in Düütsch täägen de Paragroafenschoosters van de anner Kant anträden moot – denn hevv ikk bi dat Spill joa furs een schroaret Bladdji in d’ Füüsten. Un as mien eegen Översetter kann ikk joa nich good fungeern – denn wee ikk joa befangen“

Nikkoppen weiht van de Galerii to mi röver, ünnerlächt mit een suutjet:

“Dat schall ikk woll för See doon.“

Hett dat Hooge Gericht villicht ok all moal up mien Stool säten?

„Mien leeve Heer Eden – See hevvt joa een moien Breef an dat Gericht stüürt – liekers in Düütsch is de in Düütsch holl’n …“

Hör ikk dor so’n lichten Twiefel? Har ikk dat man ok all up Platt moakt – schütt mi dör de Kopp.

„Hooget Gericht – dröff ikk dorto särgen, dat ikk ok Düütsch schrieven läärt hevv – nich dat een nu denkt, dat hett een annern för mi schrääven.“

Dat muß ikk eenfak in d’ Richt setten – so’n bäten Stollt hett man joa ok.

De Vöörsitter dreit sükk noa de anner Kant – he sücht ut, as wenn hüm wat in d’ Nöäs killert.

„Stimmt die Klägerseite zu, daß ich den Brief hier verlese?“

Dübbelted Nikkoppen krupt tüschen de melkbummengrooten Papiernkuffers wäch – noa de Richterdisch hen.

Eenmoal moot dat Hooge Gericht sükk noch schnuuven – „ich bitte um Ruhe“ – moot he noch ähm in d’ Soal puusten – un denn faangt he an vöörtolääsen:

  „Hohes Gericht –

hiermit lege ich gegen das mir am 06. September 2003 zugestellte Versäumnisurteil des Amtsgerichts Oldenburg in seiner Gesamtheit Widerspruch ein. Die GEMA – oder wie die feine Gesellschaft sonst heißt – scheint mir ein ordentlich auf Geldscheffeln ausgerichteter Haufen zu sein. Auf Grund einer in krakeliger Jungmädchenschrift erfolgten Mitteilung – über einen „Bunten Abend“ in der ostfriesischen Teilgemeinde Rechtsupweg – Zahlungsforderungen gegen mich zu erheben. Wenn mir ein Kind mitteilt, auf meine Orchideen im Garten hätte jemand gepupst, schaue ich erst einmal nach, ob es sich auch so verhält, bevor ich den Pupser auffordere, für sein Tun einzustehen. Ich kann natürlich nicht beweisen, daß in Rechtsupweg kein „Bunter Abend“ am genannten Termin stattgefunden hat – genauso wenig wie ich beweisen kann, daß es keine Marsmenschen gibt. Ich jedenfalls habe die Gemeinde Rechtsupweg noch niemals am Abend zu Gesicht bekommen. Ebenso habe ich dort keinen „Bunten Abend“ organisiert. Ich unterstütze allerdings in meiner Eigenschaft als Moderator von Radio Jade in Wilhelmshaven Hilfeveranstaltungen – besonders im Bereich des Tierschutzes.“

  Dree Minüten düürt dat hoast, bit de Gesichten in d’ Soal sükk wäär sülvst to foaten hevvt. De hollt sükk oaber heel genau an de Tied, denk ikk – net as de Speegelploaten bi mi in d’ Roadio.

Tweemoal tikkert de Hoamer up de eeken Dischploat un verjoacht de letzde Kiekser ut de Soal.

„Mien Heer Eden – willt See dor noch wat anhangen?“

Mi lett, as wenn de hooge Heer Richter up een Togoav tööft.

„Wiers mach ikk dor noch wat to särgen – Hooget Gericht – ikk mach nich begriepen, dat sowat geböören kann – dat Wichtje har joa ok schrieven kunnt, ikk har hör Gewalt andoan. Denn seet ikk nu säker all in d’ Schkapp to Tutenklääven. Eerlich – de Glooven an dat Recht bi us is mi reschkoapen verlüstich goahn.“

„Good dat dat nich so is“ kummt van achter de Galerii

Ikk spöär reinwäch, dat de Richterskeerl dat leed doahn har.

„Denn finnen See hör Glooven hier villicht een Stükkji wäär“ – dat wee för mi – un in de Anner Richt stüürt he de Froach:

„Will die Gegenpartei die Klage nicht aus Sympathie für den Beklagten zurücknehmen?“

Mit disse Froach hett he de Avkoaten dor tüschen de melkbummengrooten Kuffers liekers een Porch in d’ Taaschke stoppt.

De Dokterjuren mooten eers tweemoal schluuken – ikk seech dat an de Knoop ünner hör Halsgatten.

„Das geht leider nicht“ nochmoal schütt de Knoop bi de Een tweemoal up un doal – „ich möchte meine Mandanten dazu bewegen, ihr Verhalten zu ändern – und dafür brauche ich ein Urteil.“

Seech ikk dor een Lüchten över de Oogen in de schwaarte Roov – ov hett de Süän blods kniipoocht, as de Richter – woll mehr to sükk sülvst – sächt:

„Denn schöält See dat ok hemmen.“

Boaben up de Galerii word wat Papier hen un herschoaven.

Sind wir damit durch? Ov hett noch Een wat to särgen? Nicht – dann ergeht folgender Beschluß:

Verkündung des Urteils am 28. des Monats“ – un to mi: „in veertein Doach hört See van mi, wo dat utgoahn is – See bruken sükk oaber nich up de Padd to moaken – ikk stüür hör dat to. Wi sünd to Enn’n – mien Heer see köänt noa Huus to foahrn“.

Ikk hevv denn schmoals dat letzde Word, un dat is:

„Bedankt un munterhollen säch ikk in dat Rundum.“

© ee

Erläuterung zum besseren Verständnis:

Ostfriesische Tierfreunde baten mich um Unterstützung für eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen zu Gunsten des Tierschutzes und seiner Organisationen.

Selbstverständlich habe ich zugesagt, und in der Folge Sänger, Musiker, Musikzüge diverser Vereine usw. die alle irgendwie schon einmal in einer meiner Radiosendungen zu Gast waren mobilisiert und sie zur Teilnahme bewegt. Alles völlig honorarfrei selbstverständlich und alles Tagesveranstaltungen (Emder Doc Center, Leeraner Innenstadt, Dorfgemeinschaftshaus Rechtsupweg u. a. Orte) Es wurden nur Spenden eingeworben (genehmigt und weitergeleitet)

Ein halbes Jahr später flatterte mir von der Gema eine Gebührenrechnung ins Haus.

Als Veranstalter diverser Veranstaltungen forderte die GEMA von mir Gebühren – und da ich diese Festivitäten nicht vor Beginn angezeigt hätte, wäre gleich der 100%ige Aufschlag fällig.

Eine neidische Interpretin aus der ‚ostfriesischen Musikszene’ hatte der Gema diverse Auftrittstermine einer Konkurrentin gesteckt, und mich der Einfachheit halber als Veranstalter angegeben. Mich kannten ja viele Menschen im Plattdeutschland diesseits und jenseits der Grenze.

Die Zahlungsaufforderung der GEMA hat mich überhaupt nicht berührt, weil mir das Gebaren dieser Bruderschaft bereits aus meiner Tätigkeit als Kulturbeauftragter der Gemeinde Sande vertraut und ein Dorn im Auge war.

Ich habe GAR NICHT reagiert.

Der ersten und zweiten MAHNUNG aus dem Süddeutschen Knödelland zeigte ich ebenfalls die kalte Schulter.

Dem zwangsläufig folgenden Mahnbescheid ließ ich die gleiche Behandlung zuteil werden – es sollte ja niemand über bevorzugte Behandlung anderer Beschwerde führen können.

Erst dem anrauschenden Versäumnisurteil des Amtsgerichts Oldenburg habe ich einen Knüppel in die Speichen gesteckt, und es mit einem Widerspruch für die Gänze der GEMA Forderung unsanft gestoppt.

Den Ablauf der Verhandlung in den geheiligten Hallen des Großherzoglichen Amtsgerichts habe ich in meiner Plattdeutschen Abhandlung beschrieben.

Der Richter sprach dann folgendes Urteil:

Die Klage der GEMA gegen Ewald Eden aus Schortens wird in vollem Umfange wegen Unzulässigkeit abgewiesen.

Die Klägerin hat die Verfahrenskosten in vollem Umfang zu tragen.

Der Klägerin wird für zukünftige Klagen vom Gericht aufgegeben zuvor die Tatbestände die als Klagegrund von ihr angeführt werden sorgfältig zu überprüfen.

Ich habe dem Richter – es war der damalige? Amtsgerichtspräsident – nach der Urteilsverkündung meine Geschichte zukommen lassen. Es wurde ihr von richterlicher Seite nicht widersprochen.

Ich hoffe die Begebenheit verständlich dargestellt zu haben, und bin schon voller Erwartung wie es weitergeht, und Karsten Krogmann seine Heere formiert.

Mit Grööten in de Residenz

©Ewald Eden

Een lüütji Denkmoal …

Dat wee an d’ Ennen van de veertiger Joahren in d’ verleeden Joahrhunnerd. Dat wee een Settji noa de tweede groode Weltenbrand. Dat Füür wee woll ut, oaber dat buten ümto kunns noch good ansehn, dat dat up de Eer düchdich luntjiet har.

För eenfach Minschen – de nix in d’ Schkapp verstoaken un so dör de Tied brocht harn, föör de wee dat man een bannich haart gnöösen.

Up us Noaberschkupp woahn een jung Famili. Jüüst dat de Öllern freet un son lütten Ovlärger tüücht harn.

See woahnden to ‚Untermiete’. Wenn vandoach jünger Lüü dornoa froachst wat dat woll wee, de weeten rein nich mehr wat dat heet. Mit een Koamer mussen see utkoamen, de Dree – dor bi us Noabers ünner d’ Dakk. Us Noabers de weesen ok mit söben Koppen in dat Veerkoamerhuus to Huus.

See harn keen Boadstuuv för sükk, de jung Famili, un een Klosett geev dat föör aal de Minschkes blods in Huus – dat leech stuuv an de Buterdör up de Hoffsiet.

Dor wee keen Schloapkoamer un keen Köäken up de twalf Veerkantmeter. Tüschen de Müüren, de disse twalf Veerkantmeter utmooken dor leep dat Lääven.

Dor wuur koakt – dor wuur äten – dor wuur wuschken – dor wuur schloapen – dor wuur sükk taacht un dor wuur ok Leevde moakt.

Wenner dor denn all soveel tüschen de Müüren wee – mach woll de een ov anner meen’n, de sükk dat van rüggels bekikkt – denn wee dor doch heel keen Bott mehr för Freud.

Oaber goa man mit dien Denken een bietji nörder ran an dat ole Bild – denn spöörst du de Bliedschkupp, de domoals foaken genuch bi aarm Lüü to Huus wee.

‚Hein duk di’ nöömde jedeneen in d’ Siedlung denn grooten moagern Keerl, de elker Mörgen, de us Heergott warden leet, bi dat eerste Hoahnenkreien ut Huus gung. Schoon un schier keem he dorher. Mit sien klöäterich Tüüchs an d’ Liev. To Foot de he dartein Kilometers bit noa Köälenhoaben lopen, üm de Iiserboahn-Waggons, de föör Jan Eilers sien Köälenhannel ut Köälenpott keemen, lostomoaken – mit Ballerschküpp un Förk.

Elker Dach mook he twee groode Iiserboahnfrachtwoagens leddich. Een Mark un twalf Pennings kreech he dorför in d’ Stünn’n. Elker Dach wee he van Mörgens düster bit Oabends düster an schkeppen – un denn wäär de dartein Kilometers retuur – noa de twalf Veerkantmeter, in de sien Anni up hüm tööf. Sien lütten Jung, de kreech he meist blods in Schloap to sehn, Schloap de he sülvst foaken för Schmacht nich finnen kunn.

Nich dat ji nu meenen, dat is d’ denn wääsen. Nä nää – wenn us Moder schnaas an d’ Neimaschin över anner Lüüs Plünnen to güddern seet, denn pulter schmoals wat an de Dör. Hein duk di har noch een Striepen Hellerd dör de Verdunklung sehn, un schmeet Moder een Sakk Köälen in d’ Deel.

As bedankt föör moal een Büx föör de Jung – moal een Kleed föör sien Anni, ov moal een reschkoapen Pott Äteree för hör aal tosoamen. De Köälensakk de har he de dartein Kilometers up sien Nakk droagen. Tja – un de Waarmte, de he us domoals mit de Köälen in d’ Huus brocht hett – de hett mi nu de Stoff gääven för dit lütji Denkmoal an ‚Hein Duk di’.

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De Afteeker . . .

De Afteeker Pill’ndreier
föärt een gesunned Läven
steit up bi’n eersten Hoan’nkreier
un kikt glieks in de Häven

Is blengerich dat Weltenblau
hett he dries goode Luun
he röärt een Salf – wat is he schlau
moakt Minschen witt un bruun

Hang’n Wulken över d’ Woater fast
de Störm fleut üm de Ekk’n
dreit he flink ut Seidelbast
Hoostenpillkers de good schmekk’n

Un hett moal een ‘n roden Nöäs
de drüppelt un is wund
gript he flink in siene Glöäs
un reicht ‘n Saft – heel bunt

So is denn in Afteekers Teld
wat in för jedereen
dat is ‘n krüderigen Welt
mit Hülp för Kopp un Been.

©ee

Bild von Michael Treu auf Pixabay

thank you.

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